Autonome Frauenberatungsstellen tagen in Bochum

22. Oktober 2009

Minister Armin Laschet: „Gewalt in Beziehungen betrifft die gesamte Familie“ - Autonome Frauenberatungsstellen tagen in Bochum

„Gewalt in Beziehungen ist nicht nur ein Frauenthema. Sie wirkt sich vielmehr auf die gesamte Familie aus. Deshalb muss die Präventionsarbeit zu häuslicher Gewalt verschiedene betroffene Professionen einbinden“, erklärte Frauenminister Armin Laschet heute aus Anlass des Fachtages des Dachverbandes der autonomen Frauenberatungsstellen Nordrhein-Westfalen in Bochum.

Das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration teilt mit:

„Gewalt in Beziehungen ist nicht nur ein Frauenthema. Sie wirkt sich vielmehr auf die gesamte Familie aus. Deshalb muss die Präventionsarbeit zu häuslicher Gewalt verschiedene betroffene Professionen einbinden“, erklärte Frauenminister Armin Laschet heute
(22. Oktober 2009) aus Anlass des Fachtages des Dachverbandes der autonomen Frauenberatungsstellen Nordrhein-Westfalen in Bochum. Die Landesregierung hat auch in diesem Jahr den Fachtag finanziert.

Das Thema des Fachtages „Gewaltfreie Beziehungen - zur Prävention häuslicher Gewalt“ ist bewusst breit gewählt. Unter den Teilnehmenden treffen sich die Fachkräfte der Frauenberatungsstellen, aber auch Erzieherinnen, Fachleute aus Jugendämtern und Familienberatungsstellen. Sie alle sind in ihrem Arbeitsalltag mit häuslicher Gewalt konfrontiert.

„Wenn Kinder Zeugen von Gewalt zwischen ihren Eltern werden, sind sie immer mit betroffen“, sagte Minister Laschet. Kinder, die in Familien groß werden, in denen Gewalt zum Alltag gehört, halten häufig Gewalt für ein legitimes Mittel zur Konfliktlösung oder denken, Gewalt unter Partnern gehöre zur Liebe. Das hat gravierende Auswirkungen auf ihr eigenes Verhalten bis hin zum Erwachsenenalter und später in der eigenen Partnerschaft. Gewalt werde so regelrecht von Generation zu Generation vererbt, so Minister Laschet.

Um solche langlebigen Gewaltmuster zu durchbrechen, bedarf es verschiedener Ansätze:

  • Misshandelte Frauen brauchen Schutz und Hilfe, um in Ruhe ihre Situation zu überdenken und sich aus der Gewaltbeziehung lösen zu können. Sie finden Unterstützung z. B. bei 55 landesgeförderten Frauenberatungsstellen, die seit vielen Jahren ihren Schwerpunkt in der Anti-Gewalt-Arbeit haben.
  • Bessere und vor allem gewaltfreie Kommunikation zu ermöglichen, ist auch das Anliegen der 78 landesgeförderten Familienberatungsstellen; denn häufig resultiert Gewalt aus einer Unfähigkeit seine Bedürfnisse in Worte zu fassen oder dem anderen richtig zuzuhören. „Miteinander-sprechen-lernen“ ist deshalb ein wichtiger Beitrag zur Vermeidung von Gewalt.
  • Kinder in Gewaltbeziehungen brauchen Gelegenheit, diese für sie existenzielle Bedrohung zu verarbeiten. Sie sollen lernen, dass Gewalt zuhause nicht normal ist, wie sie sich schützen können und wie man anders miteinander streiten kann. Entsprechende Angebote der Jugendhilfe und lokale Projekte sind deshalb ein wichtiger Baustein, häuslicher Gewalt vorzubeugen.
  • Um eine gute Zusammenarbeit der verschiedenen beteiligten Professionen zu ermöglichen, fördert das Land seit 2003 Vernetzungsprojekte der etwa 50 örtlichen Kooperationen gegen häusliche Gewalt. So konnten landesweit schon über 700 Einzelprojekte verwirklicht werden. Kommunale Gleichstellungsbeauftragte, Frauenberatungsstellen und Frauenhäuser koordinieren häufig diese Zusammenarbeit und sind neben Jugendhilfe und Polizei feste Bündnispartner gegen Gewalt.
  • Einen neuen Präventionsansatz stellte der Dachverband der autonomen Frauenberatungsstellen als Gastgeber des Fachtages vor. Die Ausstellung "Warnsignale" soll dazu beitragen, auf Opfer- aber auch auf Täterseite Gefährdungen besser erkennen zu können und Eskalation zu stoppen. Ohne Voyeurismus aber auch ohne zu verharmlosen werden die Probleme aufgedeckt und die Betrachtenden ins Gespräch gebracht.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration, Telefon 0211/8618-4338.

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