Minister Laschet: „Gedenken an Holocaust Teil unserer gemeinsamen Leitkultur“

27. Januar 2010

Minister Armin Laschet: „Gedenken an Holocaust Teil unserer gemeinsamen Leitkultur“

„Das dunkelste Kapitel unserer Geschichte, der Holocaust, ist schreck­lich und zugleich prägend“, sagte Integrations­minister Armin Laschet anlässlich des Holocaust-Gedenktages „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“.

Das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration teilt mit:

„Das dunkelste Kapitel unserer Geschichte, der Holocaust, ist schreck­lich und zugleich prägend“, sagte heute (27. Januar 2010) Integrations­minister Armin Laschet anlässlich des Holocaust-Gedenktages „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ in Düsseldorf. „Des­halb ist es wichtig, dass dieses Kapitel nie in Vergessenheit gerät. Es ist ein wichtiger Teil unserer nationalen Identität.“

Der Minister unterstrich: „Gerade wenn sich die Gesellschaft verändert, ist es wichtig, das Erbe unserer Geschichte immer wieder neu anzu­nehmen und weiterzureichen. 38 Prozent der untersechsjährigen Kinder in Deutschland haben eine Zuwanderungsgeschichte haben. Diese tra­gen in Zukunft unsere Gesellschaft. Auch sie müssen sich der besonde­ren Verantwortung, die aus der Vergangenheit hervorgeht, bewusst sein. Nur so, nur in dem alle Bürgerinnen und Bürger gemeinsam - mit den Zugewanderten an die deutsche Geschichte erinnern und den Op­fern des Nationalsozialismus gedenken, können wir gemeinsam dafür sorgen, dass die Lehren aus unserer Geschichte niemals in Vergessen­heit geraten. Dies ist Teil unserer gemeinsamen Leitkultur.“

Auf die Frage, ob auch die Eingebürgerten, deren Eltern oder Großel­tern teilweise eine andere Geschichte haben, sich dieser Verantwortung stellen müssen, antwortete Laschet: „Ja. Deutsche Geschichte ist nicht nur Beethoven und Goethe, sondern auch Auschwitz und Majdanek. Kein Kind der Nachkriegsgeschichte trägt Schuld an den Ereignissen während des Nationalsozialismus. Aber für eine gemeinsame Zukunft brauchen wir auch ein gemeinsames Bewusstsein für die Vergangen­heit. Das bedeutet vor allem, jeglicher Form von Antisemitismus entge­genzutreten, und uneingeschränkt für das Existenzrecht Israels einzu­treten.“

Laschet plädierte auch erneut dafür, dass der Bund und die Länder den Jugendaustausch mit Israel ausbauen. „Wer sich mit Israel beschäftigt, wer dort Familien begegnet, die fast ausnahmslos Opfer des Holocaust zu beklagen haben, der wird als Deutscher, auch als Deutscher mit Zu­wanderungsgeschichte, sich dieser Verantwortung stellen. Ein Besuch in Yad Vashem wird auch den in Deutschland geborenen türkeistämmi­gen Jugendlichen emotional bewegen, und er wird spüren, warum Deutschland, das Land, in das seine Eltern oder Großeltern eingewan­dert sind, besondere Verantwortung trägt.“

Ein konkreter Ausbau des Jugendaustausches mit Israel ist in bereits Nordrhein-Westfalen im Gange. Es wird mit einer Million Euro vom Land gefördert. Im letzten Jahr war Minister Laschet erneut nach Israel ge­reist, um das Austauschprogramm zu intensivieren.

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus wurde 1996 durch den Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration, Telefon 0211 8618 4338.

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