Frauen mit Zuwanderungsgeschichte sind keine Opfer

2. September 2009

Minister Armin Laschet: „Ganze Lebenswirklichkeit von Zuwanderinnen wahrnehmen!"

„Frauen mit Zuwanderungsgeschichte sind keine Opfer! Sie wollen auch nicht als solche dargestellt oder in Schablonen gepresst werden", sagte Frauenminister Armin Laschet heute zu den Ergebnissen der Literaturanalyse „Migrantinnen in den Medien" in Düsseldorf.

Das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration teilt mit:

„Frauen mit Zuwanderungsgeschichte sind keine Opfer! Sie wollen auch nicht als solche dargestellt oder in Schablonen gepresst werden", sagte Frauenminister Armin Laschet heute zu den Ergebnissen der Literaturanalyse „Migrantinnen in den Medien" in Düsseldorf. Die systematische Literaturanalyse, ein Forschungsbericht der Universität Siegen, untermauert die Ergebnisse der kürzlich von Minister Laschet vorgestellten 9. Mehrthemenbefragung der Stiftung Zentrum für Türkeistudien: Türkeistämmige finden sich und ihre Lebenswelt nicht in den deutschen Medien wieder.

Besonders betroffen scheinen hierbei Frauen mit Zuwanderungs­geschichte zu sein: Entweder sie sind überhaupt nicht in den Medien vertreten, oder aber sie erscheinen als Opfer häuslicher patriarchaler und religiös motivierter Gewalt, von Menschenhandel oder in Zusam­menhang mit Prostitution. Bei muslimischen Frauen geht es zudem um Islam und Integrationsprobleme.

Erst kürzlich hat sich die Konferenz der Gleichstellungs- und Frauen­ministerinnen und -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder - kurz: GFMK - unter Vorsitz von Minister Laschet - mit der Rolle der Frauen mit Zuwanderungsgeschichte befasst. Die GFMK bedauerte, dass Zuwanderinnen häufig unbeachtet blieben oder nur als Opfer wahrgenommen würden. Ein Grund sei, dass Frauen noch stärker als Männer von Klischees betroffen seien.

Die Literaturanalyse ‚Migrantinnen in den Medien' geht den Fragen, welche Rolle Frauen mit Zuwanderungsgeschichte in den Printmedien und dem Fernsehen spielen sowie ob überwiegend Klischees transpor­tiert werden, nach. Wesentliche Ergebnisse sind: Die Darstellung von Zuwanderinnen in den Medien ist bislang erst punktuell erforscht. Dennoch ist erkennbar, dass insbesondere die Printmedien immer noch nicht ohne Stereotype auskommen: „die schwarze Frau", „die Türkin", „die Osteuropäerin“. Aber auch die Fernsehberichterstattung, in der das Bild durchaus schon vielfältiger geworden ist, benutzt das Motiv der kopftuchtragenden Muslima als Gegenpol der emanzipierten, modernen Frau.

Minister Laschet: „Die ‚Türkin mit Kopftuch', die kein Wort Deutsch spricht, ist zu einem Synonym der Frau mit Zuwanderungsgeschichte geworden. Dieses Bild blendet einen großen Teil der Wirklichkeit - auch der türkeistämmigen Frauen aus - und weckt zudem Assoziationen wie ‚rückständig' und ‚unterdrückt'. Solche überaus einseitigen Vorstellungen müssen wir endgültig aus unseren Köpfen verbannen und die ganze Lebenswirklichkeit der Zuwanderinnen wahrnehmen!" Hier komme den Medien besondere Verantwortung zu.

Die Studie, der eine breitere Analyse folgen wird, ist ein erster Schritt, um die Berichterstattung zu verbessern.

Die Druckfassung kann bestellt werden im Internet unter www.mgffi.nrw.de/publikationen oder telefonisch unter 01803 100110 bei C@ll-Nordrhein-Westfalen. Veröffentlichungsnummer: 1095.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration, Telefon 0211/8618-4338.

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