Maifische vermehren sich wieder im Rhein / Gemeinsames Artenschutzprojekt von Nordrhein-Westfalen und Hessen erfolgreich

15. Dezember 2013

Maifische vermehren sich wieder im Rhein / Gemeinsames Artenschutzprojekt von Nordrhein-Westfalen und Hessen erfolgreich

Erfolg für den Artenschutz: Erstmals seit Zusammenbruch des Maifisch-Bestandes in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden in einer Kühlwasserentnahmestelle am Oberrhein drei junge Maifische entdeckt. Gefunden wurden sie an einem Kraftwerk in Philippsburg bei Karlsruhe während Routineuntersuchungen. Die mutmaßlichen Elterntiere der Maifische wurden 2008 erstmals am Düsseldorfer Rheinufer ausgesetzt und haben nach mehrjährigem Aufenthalt im Meer offenkundig den Weg zurück in den Rhein gefunden und eigenständig für Nachwuchs gesorgt. „Seit vielen Jahrzehnten wurden keine jungen Maifische mehr in diesem Rheinabschnitt nachgewiesen. Der aktuelle Fund von drei Jungtieren belegt, dass Maifische südlich von Karlsruhe in diesem Jahr erfolgreich abgelaicht haben und sich aus dem Laich auch Jungfische entwickelten“, freuten sich NRW-Umweltminister Johannes Remmel und seine Amtskollegin Lucia Puttrich, Hessische Ministerin für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit

Erfolg für den Artenschutz: Erstmals seit Zusammenbruch des Maifisch-Bestandes in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden in einer Kühlwasserentnahmestelle am Oberrhein drei junge Maifische entdeckt. Gefunden wurden sie an einem Kraftwerk in Philippsburg bei Karlsruhe während Routineuntersuchungen. Die mutmaßlichen Elterntiere der Maifische wurden 2008 erstmals am Düsseldorfer Rheinufer ausgesetzt und haben nach mehrjährigem Aufenthalt im Meer offenkundig den Weg zurück in den Rhein gefunden und eigenständig für Nachwuchs gesorgt. „Seit vielen Jahrzehnten wurden keine jungen Maifische mehr in diesem Rheinabschnitt nachgewiesen. Der aktuelle Fund von drei Jungtieren belegt, dass Maifische südlich von Karlsruhe in diesem Jahr erfolgreich abgelaicht haben und sich aus dem Laich auch Jungfische entwickelten“, freuten sich NRW-Umweltminister Johannes Remmel und seine Amtskollegin Lucia Puttrich, Hessische Ministerin für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Die Hoffnungen auf eine weitere Zunahme von Maifischen im Rhein stützen sich insbesondere auf das europäische „Life+“-Projekt zur Wiederansiedlung des Maifisches. Nordrhein-Westfalen hat hier die Federführung. Seit 2008 wurden bereits rund 8,6 Millionen Maifische in nordrhein-westfälischen und hessischen Rheinabschnitten ausgesetzt, erstmals am Düsseldorfer Rheinufer. Dadurch soll sich der Maifischbestand so weit erhöhen, dass sich der Fisch künftig eigenständig vermehren und im Rhein etablieren kann. NRW-Umweltminister Remmel: „Die Nachweise der Jungfische in Philippsburg belegen den Erfolg unseres Projekts zur Wiederansiedlung des Maifischs und bekräftigen uns, den eingeschlagenen Weg mit unseren Partnern entlang des Rheins und in Frankreich weiter zu gehen.“

Mitte November war auch einem Berufsfischer in Wörth am Oberrhein ein erwachsenes Exemplar ins Netz gegangen, das durch Experten der Universitäten Koblenz-Landau und Düsseldorf auf sein Geschlecht und den Reifezustand hin untersucht wurde. Demnach handelt es sich übereinstimmend um einen vollständig abgelaichten weiblichen Maifisch, was als weiterer Beleg für die natürliche Fortpflanzung der europaweit stark gefährdeten Wanderfischart zu werten ist.

Bisher werden die ausgesetzten Maifische von Muttertieren aus den Flüssen Garonne und Dordogne in der hessischen Partnerregion Aquitaine in Frankreich gewonnen und importiert. Künftig soll auch die Nachzucht von Besatzfischen in Deutschland sichergestellt werden. „Im hessischen Aßlar, auf dem Gelände der Hermann-Hofmann-Gruppe betreiben wir deutschlandweit die einzige Anlage für die Zucht von jungen Maifischen, die wir zukünftig auch für den Besatz im Rhein verwenden wollen“, so die hessische Umweltministerin Puttrich.

Durch die gebündelten Aktionen für den Maifisch entlang des Rheins stehen die Chancen gut, dass eines Tages der Maifisch im Rhein wieder dauerhaft heimisch wird.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Telefon 0211 4566-839 (Sarah Preuß).


Hintergrund zu Maifischen

Der zu den heringsartigen zählende Maifisch (Alosa alosa) bewohnt europäische Küstengewässer und wächst dort bis zu einer Körperlänge von ca. 70 cm heran. Maifische wandern in den Frühjahrsmonaten zum Laichen weit die Zuflüsse hinauf. Dort pflanzen sie sich nachts in rasch durchströmten Strecken mit kiesigem Untergrund fort. Vor hundert Jahren stiegen Maifische noch den Rhein in großen Schwärmen bis weit über Basel hinauf. Sie wurden auch in vielen Rheinzuflüssen im Frühjahr sehr häufig gefangen und bildeten eine wichtige Grundlage für die Berufsfischerei.

Der Maifischbestand brach aufgrund starker Überfischung und durch fortschreitende Zerstörung von Laichgebieten, Errichtung von Wanderungshindernissen und insbesondere durch die stark zunehmende Gewässerverschmutzung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vollständig zusammen. Es wurden jedoch bis 1963 noch vereinzelte Maifische im Rhein gefangen. Als die Wasserqualität des Rheins dank verstärkter Anstrengungen bei der Gewässerreinhaltung wieder verbessert wurde, konnten ab 1978 immer wieder einzelne Maifische im Oberrhein nachgewiesen werden. Heute werden in den Fischpässen der Rheinstaustufen Iffezheim und Gambsheim regelmäßig einzelne Maifische festgestellt. Bisher wurden jedoch noch nie Hinweise darauf gefunden, dass sich die Fische im Rhein fortpflanzen. Nachdem in den letzten beiden Jahren bereits im holländischen Deltarhein und in der unteren Mosel registrierte geschlechtsreife Maifische Anlass zur Hoffnung gaben, dass mit den Besatzmaßnahmen im Rhein ein Bestand an laichfähigen Maifischen begründet werden kann, belegen die Funde im Oberrhein, dass sich die Fische auch tatsächlich im Rhein fortpflanzen und sich ein selbstständig erhaltender Bestand der anadromen Wanderfischart entwickelt.

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