„Lernen vom Besten“ – Erstmals Benchmarking der Wasserversorger

23. März 2009

„Lernen vom Besten“ – Erstmals Benchmarking der Wasserversorger in Nordrhein-Westfalen / Staatssekretär Dr. Jens Baganz: Unternehmen erhalten einen Hinweis auf ihre Schwachstellen und können diese jetzt beseitigen

Für die Wasserversorgung in Nordrhein-Westfalen ist jetzt erstmals ein Leistungsvergleich möglich - von der Gewinnung bis zur Kundenabrechnung. Grundlage bildet das landesweit durchgeführte Benchmarking der Wasserversorgungsunternehmen in Nordrhein-Westfalen.

Das Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie teilt mit:

Für die Wasserversorgung in Nordrhein-Westfalen ist jetzt erstmals ein Leistungsvergleich möglich - von der Gewinnung bis zur Kundenabrechnung. Grundlage bildet das landesweit durchgeführte Benchmarking der Wasserversorgungsunternehmen in Nordrhein-Westfalen, dessen Ergebnisse der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Dr. Jens Baganz heute (23. März 2009) vorstellte.

Mit dem im Jahr 2008 in Nordrhein-Westfalen auf freiwilliger Basis gestarteten Benchmarking-Projekt „Wasserversorgung in Nordrhein-Westfalen“ wurden landesweit vergleichbare Kennzahlen abgefragt. Daran nahmen 58 Wasserversorgungsunternehmen teil, die insgesamt etwa 75 Prozent des Wassers in Nordrhein-Westfalen liefern. Basis war das Erhebungsjahr 2007.

Durch die Gegenüberstellung von struktur- und prozessbezogenen Unternehmenskennziffern innerhalb vergleichbarer Unternehmensgruppen wird es den Wasserversorgungsunternehmen nun ermöglicht, die eigene Leistungsfähigkeit objektiv zu beurteilen, Verbesserungspotenziale aufzuspüren und Maßnahmen für Optimierungen zu definieren.

„Wir haben unser gestecktes Ziel erreicht. Schon in dieser ersten Benchmarking-Runde haben die teilnehmenden Unternehmen eine Einschätzung erhalten, wie sie in einem objektiven Leistungsvergleich abschneiden und wo sie sich noch verbessern können“, erklärte Staatssekretär Dr. Baganz. „Unternehmen erhalten einen Hinweis auf ihre Schwachstellen und können diese jetzt beseitigen. Dies kann mittel- bis langfristig auch zu einer Senkung oder Stabilisierung der Wasserpreise beitragen.“

Aus den erhobenen Unternehmensdaten sind Kennzahlen der Bereiche Wirtschaftlichkeit, Sicherheit, Qualität, Nachhaltigkeit und Kundenservice transparent und nachvollziehbar in einem individuellen Bericht für die an dem Benchmarking beteiligten Unternehmen ausgewertet worden. Die einzelnen Unternehmen haben ihre individuellen Ergebnisse bereits in Form eines Berichtes erhalten. Darin enthalten sind nachvollziehbare Erläuterungen, Interpretationshilfen und Empfehlungen. In dem jetzt vorgelegten Ergebnisbericht sind die Benchmarking-Daten in aggregierter und anonymisierter Form veröffentlicht.

„Nur wenn viele Unternehmen mitmachen, kann Benchmarking funktionieren und einen Mehrwert für die Branche schaffen. Durch eine kontinuierliche Beurteilung der Leistungsfähigkeit werden Effizienzsteigerungen erreichbar und sichtbar. Deshalb fordere ich die Unternehmen der Wasserwirtschaft zur Teilnahme an der in Kürze startenden zweiten Benchmarking-Runde auf“, erklärte Staatssekretär Dr. Baganz. Insbesondere die kleinen und mittleren Wasserversorger im Land sollten sich noch stärker an der nächsten Projektrunde beteiligen.

Einige Fakten aus dem Ergebnisbericht:

  • Die Gesamtkosten der Unternehmen liegen durchschnittlich bei 1,67 Euro pro m3 und bestehen zu 81 Prozent aus laufenden Kosten und zu 19 Prozent aus Kapitalkosten.
  • Der Anteil der Zinsen an den Kapitalkosten liegt im Durchschnitt bei 15 Prozent. Dieser Anteil ist oftmals ein Ansatz zur Realisierung von Optimierungspotenzialen.
  • Wichtiger Kostenfaktor der Wasserversorger sind die Stromkosten. Hier schwanken die gezahlten Preise über die Vergleichsgruppen deutlich zwischen 9,1 und 11,7 Cent/Kilowattstunde.
  • Die Wasserverluste, also die Differenz zwischen gefördertem und verkauftem Trinkwasser, liegen auf einem geringen Niveau zwischen 6,96 Prozent bei ländlichen Versorgern und 7,40 Prozent bei städtischen Versorgern.
  • Die Mittelwerte der Schadensrate an Hausanschlüssen variieren von vier bis sechs Schäden pro 1.000 Hausanschlüssen.
  • Die Netzerneuerungsrate, also die Länge der erneuerten und sanierten Leitungen bezogen auf das gesamte Leitungsnetz als zentrale Kennzahl zur Beurteilung der technischen Substanzerhaltung in der Wasserversorgung, lag bei durchschnittlich 0,84 Prozent, wobei die Netzerneuerungsrate mit der Größe der Unternehmen steigt.

Landesweite Benchmarking-Projekte gibt es bereits in Bayern, Hessen, Thüringen und Baden-Württemberg.

Hintergrundinformationen:
Insgesamt werden in Nordrhein-Westfalen pro Jahr rund 1,1 Mrd. m³ Wasser von den Wasserversorgungsunternehmen geliefert. Allein die zehn größten Unternehmen haben einen Anteil von ca. 65 Prozent an den gesamten Wasserlieferungen im Land. Die nordrhein-westfälische Wasser- und Abwasserwirtschaft setzt sich aus etwa 450 öffentlichen und privaten Wasserversorgern sowie rund 400 öffentlichen und privaten Abwasserentsorgern, elf Wasser- und Abwasserverbänden und weit mehr als 1.000 kleinen und mittleren Unternehmen im Bereich der Zulieferer, Planungs- und Konstruktionsbüros zusammen und bietet inkl. der Wasserbehörden und Abteilungen der Gesundheitsämter mehr als 100.000 Menschen im Land Beschäftigung.

Den Ergebnisbericht zum Projekt „Wasserversorgung in Nordrhein-Westfalen“ finden Sie unter: www.wirtschaft.nrw.de

Weitere Informationen finden Sie unter: www.benchmarking-nrw.de

 

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