Leben mit der Pandemie - Expertenrat Corona legt dritte Stellungnahme vor

Leben mit der Pandemie – Expertenrat Corona legt dritte Stellungnahme vor

25. September 2020

Interdisziplinäre Expertenrunde warnt vor flächendeckendem Lockdown / Forderung dezentraler Strategie mit zielgerichteten Maßnahmen / Ministerpräsident Laschet: Deutschland braucht im Umgang mit dieser dynamischen und komplexen Pandemie einen Corona-TÜV

Mit Blick auf die anstehenden kälteren Jahreszeiten und den Anstieg des Infektionsgeschehens ruft der von Ministerpräsident Armin Laschet berufene und interdisziplinär zusammengesetzte Expertenrat Corona zu einer Verhinderung eines erneuten flächendeckenden Lockdowns auf.

 
Die Staatskanzlei teilt mit:

Mit Blick auf die anstehenden kälteren Jahreszeiten und den Anstieg des Infektionsgeschehens ruft der von Ministerpräsident Armin Laschet berufene und interdisziplinär zusammengesetzte Expertenrat Corona zu einer Verhinderung eines erneuten flächendeckenden Lockdowns auf. Die Politik müsse durch eine differenzierte Strategie dafür Sorge tragen, Bildungseinrichtungen wie Schulen und Kitas, aber auch Unternehmen und Geschäfte, so weit wie möglich offen zu halten.
 
Um die Entwicklungen der Pandemie verständlich und nachvollziehbar für die Öffentlichkeit darzustellen und Entscheidungsträgern eine Hilfestellung zu leisten, regt der Expertenrat ferner den Aufbau eines bundesweiten Monitoring-Systems an. Durch ein regionales Monitoring der Entwicklungen wäre eine gezielte, regional beziehungsweise sektoral
oder sogar auf einzelne Einrichtungen begrenzte Bekämpfung der Pandemie möglich.
 
Dazu erklärt Ministerpräsident Armin Laschet: „Ich danke dem Expertenrat einmal mehr für seinen großen Einsatz und die vorgelegte Stellungnahme. Die Corona-Pandemie ist eine komplexe und dynamische Herausforderung für alle staatlichen und gesellschaftlichen Ebenen. Dies erfordert schnelles, aber auch zielgenaues Handeln. In Nordrhein-Westfalen haben wir mit unseren Eindämmungsmaßnahmen in Heinsberg und Gütersloh, aber auch mit unserer lokalen Corona-Bremse diesen Ansatz erfolgreich verfolgt. Die aktuelle Expertise unserer Expertinnen und Experten bestärkt uns auf diesem Weg.
 
Mit Corona leben lernen bedeutet vor allem, die Entwicklung der Pandemie genau im Blick zu haben. Der Expertenrat stellt fest, dass der Blick auf die reinen Infektionszahlen dabei nicht ausreichend ist. Wir müssen immer auch die Kapazitäten der Krankenhäuser, die Zahl der intensivmedizinisch behandelten und beatmeten COVID-19-Patienten oder den Anteil zurückverfolgbarer Infektionen beachten.
 
Die Forderung des Expertenrats, ein bundesweites, standardisiertes Corona-Monitoring einzuführen, hat die Unterstützung der Landesregierung. Deutschland braucht einen solchen Corona-TÜV, der die Pandemieentwicklung kommunenscharf abbildet. Er kann helfen, die Belastungen für unser Bildungssystem und unsere Wirtschaft zu minimieren und macht das Handeln in der Corona-Krise transparent.“
 
Die zwölf Mitglieder des Expertenrats plädieren insgesamt für eine dezentrale und subsidiäre Herangehensweise in der Corona-Krise. Der Politik empfehlen sie, öffentlichen und privaten Einrichtungen zielgerichtete und nach Sektoren differenzierte Leitlinien an die Hand zu geben. Darin sollten, abgestuft nach dem jeweiligen Infektionsgeschehen, konkrete Maßnahmen für den betreffenden Bereich beschrieben und empfohlen werden. Entscheidungsträger vor Ort würden somit Orientierung und Handlungssicherheit gewinnen.
 
Zu dem zwölfköpfigen Gremium gehören:
 
·       Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio, Professor für öffentliches Recht an der Universität Bonn und früherer langjähriger Richter am Bundesverfassungsgericht
·       Stephan Grünewald, Diplom-Psychologe und Gründer des Markt- und Medienforschungsinstituts „rheingold“
·       Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otfried Höffe, emeritierter Philosophie-Professor an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen
·       Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln
·       Monika Kleine, Geschäftsführerin des Sozialdienstes katholischer Frauen in Köln
·       Prof. Dr. Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach
·       Dr. Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Geschäftsführung beim Maschinenbauer Trumpf
·       Prof. Dr. Armin Nassehi, Professor für Allgemeine Soziologie und Gesellschaftstheorie an der Ludwig-Maximilians-Universität München
·       Claudia Nemat, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom AG
·       Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph M. Schmidt, Präsident des RWI Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung
·       Prof. Dr. Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn
·       Prof. Dr. Christiane Woopen, Humanmedizinerin und Vorsitzende des Europäischen Ethikrates
 
Weitere Informationen zu der Arbeit sind abrufbar unter www.land.nrw/de/expertenrat-corona.

 

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