"Landessportbund NRW braucht Planungssicherheit"

26. August 2010

"Landessportbund NRW braucht Planungssicherheit"

Im Interview mit dem Landessportbund NRW kündigt Sportministerin Ute Schäfer einen "Pakt für den Sport" in NRW an: Gemeinsam mit den Sportverbänden und -vereinen sollen darin sportpolitische Schwerpunkte wie die Fokussierung auf Kinder und ältere Menschen, die Förderung von Talenten, Gesundheitsprävention und die Gestaltung von Bewegungsräumen festgeschrieben werden.

Mit gleich fünf Schwerpunkten hat Ute Schäfer als NRW Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport eine Mammutaufgabe übernommen. Die 1954 in Lage geborene Lehrerin ist stellvertretende Vorsitzende der SPD in NRW. Sie war bereits von 2002 bis 2005 Ministerin für Schule, Jugend und Kinder. Für das Online-Portal des Landessportbundes NRW gibt Ute Schäfer eines ihrer ersten Interviews, das sich auf den Sport bezieht.

Welche Bedeutung haben Bewegung und Sport in einem Bundesland wie NRW für Sie, in einem Bundesland in dem der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund relativ zur deutschen Bevölkerung ständig steigt?

Ute Schäfer: Bewegung und Sport eignen sich aus meiner Sicht hervorragend für unterschiedlichste Integrationsvorhaben. Diese Möglichkeiten werden wir nutzen. Viele Sportvereine leisten bereits jetzt einen bedeutenden Beitrag zur Integration. Wir unterstützen zum Beispiel das Projekt „Mädchen mittendrin“, mit dem Mädchen mit Migrationshintergrund für den Fußball und für Traineraufgaben gewonnen werden sollen.

Im Koalitionsvertrag sind die Schwerpunkte der zukünftigen Zusammenarbeit mit dem Landessportbund NRW festgeschrieben. Der Fokus liegt auf „Kinder“, „ältere Menschen“, „Förderung von Talenten“, „Gesundheitsprävention“ und „Gestaltung von Bewegungsräumen“. Was soll der von Ihnen angestrebte „Pakt für den Sport“ leisten?

Schäfer: Zunächst einmal will ich die Arbeit des Landessportbundes NRW loben. Er leistet eine gute Arbeit mit den Vereinen und Verbänden. Mit dem „Pakt für den Sport“ wollen wir genau die Schwerpunkte,  die Sie genannt haben, gemeinsam mit den Sportverbänden und -vereinen weiterentwickeln. Dass beispielsweise viele Kinder heute keinen Purzelbaum mehr schlagen können, nicht balancieren oder schwimmen können, müssen wir ändern. Unser Ziel ist es auch, die Sportpauschale weiterzuentwickeln, damit die Sportanlagen in Schuss gehalten und zusätzliche Angebote geschaffen werden können.

Der Landessportbund NRW kämpft seit Jahren für eine längerfristige, stabile Finanzierung angesichts rückläufiger Einnahmen aus dem Wettpool. Kann der Sport damit rechnen, dass die neue Landesregierung endlich Planungssicherheit herstellen wird?

Schäfer: Der Landessportbund NRW braucht finanzielle Planungssicherheit. Er benötigt aufgrund der rückläufigen Einnahmen aus Wett- und Lotteriespielen Unterstützung durch die  Landesregierung. In unserem Koalitionsvertrag haben wir uns deshalb darauf verständigt, dieses im „Pakt für den Sport“ verbindlich zu regeln.

Ohne ehrenamtliches Engagement ginge im Sport gar nichts. Planen Sie besondere Initiativen zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements im Sport?

Schäfer: Wir wollen das Ehrenamt stärken. Es ist die tragende Säule der Arbeit in Sportvereinen. Ich bin da ganz zuversichtlich, dass wir im „Pakt für den Sport“ Maßnahmen festlegen werden, die freiwilliges und ehrenamtliches Engagement erheblich fördern können. Gegenwärtig wandelt sich das Ehrenamt und darauf müssen wir uns einstellen. Ich denke, wir benötigen Initiativen, die neben der öffentlichen Anerkennung auch inhaltlich neue Akzente setzen, etwa eine gezielte Sichtung, Förderung und Qualifizierung von Ehrenamtlichen. Das werden die Sportvereine allein nicht leisten können. Dafür brauchen sie Hilfe.

Wie stehen Sie zum Leistungssport in unserem Land?

Schäfer: Nordrhein-Westfalen ist sportbegeistert. Der Leistungssport hat eine hohe Bedeutung und ist ein wichtiges Aushängeschild für unser Land. Nehmen Sie ganz aktuell die U20 Fußballweltmeisterschaft der Frauen. Da war eine unglaubliche Stimmung. Und eine Duisburgerin, Alexandra Popp, wird in Bochum und Bielefeld zum Star der Weltmeisterschaft. Parallel dazu haben wir mitgefiebert, wenn in Barcelona bei der Europameisterschaft unsere Leichtathletinnen und Leichtathleten aus Leverkusen, Wattenscheid oder aus einem der vielen anderen Vereine an den Start gingen. Deutsche Teams spielen mit Athletinnen und Athleten, die in Nordrhein-Westfalen gesichtet, ausgebildet und gefördert wurden. Die Leistungssportförderung ist auf gutem Weg. Wir wollen jetzt insbesondere die Nachwuchsförderung in diesem Bereich und die Rahmenbedingungen weiter verbessern.

Wie gefällt Ihnen die Kampagne „Überwinde deinen inneren Schweinehund“(ÜdiS). Wird es auch mit der neuen Landesregierung gemeinsame Kampagnen mit dem Landessportbund NRW geben?

Schäfer: Die Kampagne ist allein schon durch den knuffigen Schweinehund ein echter Sympathieträger. Bevor ich wusste, was dahinter steckt, kannte ich schon das Maskottchen. Gesundheitssport ist eine zunehmend wichtigere Aufgabe. Da kann ich mir gut weitere gemeinsame Kampagnen von Landesregierung und Landessportbund vorstellen.

Interview: Theo Düttmann
Quelle: Landessportbund NRW 

Weitere

Pressemitteilungen

Weitere

Informationen

Pressefotos

Download

Keine Ergebnistreffer

Kontakt

Pressestelle

Keine Ergebnistreffer

Verwandte

Meldungen

Verwandte

Themen

Information

Downloads

Keine Ergebnistreffer

Links

Zum Thema

Information

Karte

Abonnieren

Newsletter

Abonnieren Sie hier den Newsletter der Landesregierung Nordrhein-Westfalen oder bestellen Sie ihn ab.