27 Lebensretter mit Rettungsmedaille ausgezeichnet

28. November 2009

Landesregierung zeichnet 27 Lebensretter mit Rettungsmedaille aus

Innenminister Ingo Wolf hat stellvertretend für Ministerpräsident Jürgen Rüttgers 27 Personen mit der Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet, vier weitere Retter erhielten eine Öffentliche Belobigung.

Die Staatskanzlei teilt mit:

Innenminister Ingo Wolf zeichnet heute (28. November 2009) stellvertretend für Ministerpräsident Jürgen Rüttgers 27 Personen mit der Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen aus, vier weitere Retter erhalten eine Öffentliche Belobigung. „Es gehört Mut dazu, anderen Menschen in einer lebensbedrohlichen Notlage zu helfen. Dieser selbstlose Einsatz verdient höchsten Respekt und Anerkennung“, sagte der Minister während der Feierstunde in der Kölner Wolkenburg. Die Ehrung komme den couragierten Bürgerinnen und Bürgern zu Teil, für die Mitmenschlichkeit in einer Notsituation im Vordergrund steht. Sie seien Vorbilder für eine Kultur des Hinsehens und Handelns.

Die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen wird seit 1951 für mutige Taten verliehen, bei denen Retterinnen oder Retter die Gefahr für das eigene Leben nicht scheuten, um einen anderen Menschen aus einer lebensbedrohlichen Notlage zu befreien. In den 57 Jahren wurde die aus massivem Silber gefertigte Rettungsmedaille etwa 1000 Mal verliehen und zählt damit zu den am seltensten vergebenen staatlichen Ehrungen.

Ausgezeichnet werden:

  • Björn Patzke, Lünen
  • Christina Patzke (Öffentliche Belobigung), Lünen
  • Florian Hannemann (Öffentliche Belobigung), Hammah
  • Jürgen Koch, Hennef
  • Birgit Riemenschneider, Hamm
  • Bernd Bussler, Nachrodt-Wiblingwerde
  • Daniel Haesler, Düsseldorf
  • Florence von Lüttichau (Öffentliche Belobigung), Düsseldorf
  • Reimund Lankeshofer, Brüggen
  • Thomas Peter Maria Nelsbach, Wegberg
  • Alexander Herlinger, Dortmund
  • Andreas Krämer, Hausen
  • Robert Rösgen, Eitorf
  • Josef Rösgen, Eitorf
  • Dennis Weidenauer, Bürstadt
  • Andreas Wollenberg, Ratingen
  • Melanie Franken, Grevenbroich
  • Sebastian Brune, Mudersbach
  • Wilfried Bahners, Meerbusch
  • Hassan Moghaddam, St. Augustin
  • Gerd Gohlke, St. Augustin
  • Smail Sakiri, Frankfurt
  • Marcel Korn, Bad Breisig
  • Monika Steinhauer-Maaß, Mönchengladbach
  • Anne Maaß (Öffentliche Belobigung), Mönchengladbach
  • Tim Loebel, Bochum
  • Maik Hölscher, Bochum
  • Lothar Amendt, Krefeld
  • Stefan Hitzke, Köln
  • Dirk Imhof, Willich
  • Polly Schumacher, Remscheid
     

Rettungsmedaille für Björn Patzke 
Öffentliche Belobigung für Christina Patzke und Florian Hannemann

Am Abend des 24. Mai 2006 gehen die Geschwister Björn (damals 14 Jahre alt) und Christina Patzke (15 Jahre) mit ihren Freunden Dennis Baumgartner (19 Jahre), der heute leider nicht bei uns sein kann,  und Florian Hannemann (14 Jahre) am Strand der Elbinsel Krautsand in Niedersachsen spazieren. Irgendwann entdeckt Christina eine alte Dame, die regungslos im Fluss schwimmt. Sofort werden die Jugendlichen aktiv. Dennis und Florian infor­mieren einen Imbissbesitzer, der die Polizei verständigen soll. Von einem nahen Anleger holt Björn eine Stange und läuft ins kalte Wasser. Die starke Strömung treibt die Frau immer weiter hinaus. Björn geht weit in die Elbe hin­ein bis ihm das Wasser bis zur Brusthöhe reicht. Mit Hilfe der Stange gelingt es ihm, die Frau zum Strand zu ziehen. Seine Schwester hilft ihm, die alte Dame an Land zu bringen. Inzwischen treffen die Polizei und der Rettungswagen ein. Die 79-jährige Frau wird ins Stader Elbe Klinikum gebracht.

Rettungsmedaille für Jürgen Koch

Am 10. Februar 2007 spielt der damals 7jährige Schüler Jürgen Koch mit Nachbarskindern am Lipgenshof in Hennef. Plötzlich merkt er, dass ein 2jähriger Junge aus der Gruppe auf die Gleise einer nahen Bahnstrecke ge­laufen ist. Einige Tage zuvor waren an dieser Stelle Brombeerbüsche gerodet worden. Die hatten bis dahin den Zugang zu den Bahngleisen versperrt. Jürgen Koch läuft ohne Zögern  dem kleinen Jungen nach und will ihn von den Gleisen holen. Der kleine Junge ist jedoch so in sein Spiel vertieft, dass er sich weigert mitzukommen. Jürgen Koch fasst ihn unter die Arme, zieht ihn von den Gleisen und trägt ihn zu seiner Mutter. Fünf Minuten später kommt ein Zug.

Dass es nicht zur Katastrophe kam, ist der außerordentlichen Aufmerksamkeit eines 7jährigen Kindes, Jürgen Koch, zu verdanken.

Rettungsmedaille für Birgit Riemenschneider

Am Nachmittag des 1. Mai 2007 wird eine junge Frau in die Hammer Kinder- und Jugendpsychiatrie eingeliefert. Sie hatte versucht, sich das Leben zu nehmen. Bei der Aufnahme werden ihr - bis auf eine brennende Zigarette - alle gefährlichen Gegenstände abgenommen. Als sie auf die Station der Erzieherin Birgit Riemenschneider verlegt wird, wirkt die junge Frau fahrig, ist aber an­sprechbar und zieht wie zur Beruhigung an ihrer Zigarette. Weil alle Zimmer der Station belegt sind, bringt Birgit Riemenschneider die Patientin in den so genannten Kriseninterventionsraum, der mit Schaumstoffwürfeln ausgelegt ist.

Birgit Riemenschneider muss das Zimmer für kurze Zeit verlassen. Bei ihrer Rückkehr sieht sie unter der geschlossenen Tür Rauch hervorquellen. Als sie die Tür öffnet, brennen die Würfel bereits lichterloh. Die Patientin kann sie durch den schwarzen Qualm nicht sehen und auf Zurufe antwortet sie nicht. Trotz der giftigen Rauchgase, tastet sich Birgit Riemenschneider durch den Raum und findet ihre Patientin in einer hinteren Ecke auf dem Boden. Sie zieht die junge Frau aus dem Zimmer und legt sie vor dem Dienstzimmer ab, um den Feuerlöscher zu holen. In der Zeit läuft die Patientin erneut in das brennende Zimmer. Während Birgit Riemenschneider die junge Frau wiederum aus dem verqualmten Raum herausholt, ruft sie zwei anderen Patientinnen zu, schnell die Station zu verlassen. Es gelingt ihr, sich und die anderen Frauen in Sicherheit zu bringen.  Eine Kollegin hatte bereits die Feuerwehr gerufen. Birgit Riemenschneider und ihr Schützling werden mit Verdacht auf eine Rauch­vergiftung ins Krankenhaus gebracht.

Rettungsmedaille für Bernd Bussler

Am Abend des 17. Juli 2007 fährt Bernd Bussler mit seinem Motorroller ent­lang des Lenneufers in Nachrodt-Wiblingwerde. In Höhe einer Wehranlage macht er eine kurze Pause. Dabei bemerkt er am Ufer zwei spielende Kinder, ein sechsjähriges Mädchen und einen vierjährigen Jungen. Das Ufer fällt an dieser Stelle stark ab. Plötzlich rutschen die Kinder ins Wasser und werden von der starken Strömung erfasst. Bernd Bussler erkennt sofort die Gefahr und springt ohne zu Zögern ins Wasser. Zunächst erreicht er das Mädchen, zieht es aus dem Wasser und bringt es an Land. Dann stürzt er sich wieder ins Wasser und kann auch den Jungen retten. Inzwischen ist auch der Rettungs­dienst benachrichtigt, der die beiden Kinder mit Unterkühlung ins Krankenhaus bringt.

Bernd Bussler sagt später, er sei das letzte Mal vor 20 Jahren geschwommen.

Rettungsmedaille für Daniel Haesler
Öffentliche Belobigung für Florence von Lüttichau

Im Sommer 2007 sticht ein 24jähriger Mann mit einem Küchenmesser auf seinen Vater ein. Als die Mutter versucht, ihren Sohn vom Vater wegzuziehen, wird sie ebenfalls verletzt. Sie ruft um Hilfe.

Die Nachbarin Florence von Lüttichau hört die Hilfeschreie und klingelt an der Wohnungstür der Familie. Der junge Mann wird abgelenkt und die Eltern fliehen aus der Wohnung. Im Treppenhaus holt der Sohn den Vater wieder ein und sticht erneut zu. Florence von Lüttichau schafft es nicht, den Sohn davon abzuhalten, läuft nach draußen und ruft um Hilfe.

Die Eltern rennen aus dem Haus, verfolgt von ihrem Sonn, der sie im Vorgarten einholt und sie erneut angreift.

Zufällig fährt Daniel Haesler mit seinem Fahrrad an dem Haus vorbei. Er ver­ständigt die Polizei. Dann zieht er seinen Rucksack wie ein Schutzschild vor den Körper und geht auf den Täter zu. Er schreit ihn an: „Lass sofort das Messer fallen!“ Aufgeschreckt lässt der Sohn von seinem Vater ab – und richtet das Messer auf Daniel Haesler. Er schreit den Täter weiter an, doch dieser nähert sich ihm bedrohlich. In diesem Moment trifft die Polizei ein. Der Mann lässt das Messer fallen und sich abführen, ohne Widerstand zu leisten. Die Eltern sind beide lebensgefährlich verletzt und müssen im Krankenhaus stationär behandelt werden.

Rettungsmedaille für Reimund Lankeshofer und Thomas Nelsbach

Am frühen Morgen des 15. Februar 2008 befeuert der Betriebsleiter einer Dachziegelei in Brüggen einen Tunnelofen. In dem Augenblick kommt es zu einer so schweren Explosion, dass Teile des Daches und des Mauerwerks einstürzen. Die  Gasleitung wird von der Wand gerissen, der Betriebsleiter zu Boden geschleudert und von Trümmerstücken eingeklemmt. Eine Wolke auf Zement, Silikon, Gas und Geröll nehmen ihm die Luft zum Atmen.

Thomas Nelsbach hört die Explosion im Maschinenhaus. Um weitere Explosionen zu verhindern, rennt er zur Gasstation neben der Halle und schiebt die Gasleitung manuell zu. Dann eilt er mit seinem Kollegen Reimund Lankeshofer zum verunglückten Betriebsleiter. Von ihm ragt nur noch der Kopf aus dem Staub, in dem er zu ersticken und zu versinken droht. Mit bloßen Händen versuchen die beiden Männer vergeblich den Betriebsleiter unter den Ziegelsteintrümmern herauszugraben. Sie harren bei ihm aus bis die Rettungskräfte eintreffen. Damit er nicht erstickt, halten sie sein Gesicht von herabrieselndem Staub und ständig nachrutschendem Schutt frei. Die Feuer­wehr kann den Betriebsleiter mit hydraulischem Gerät befreien. Er wird schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht. Auch seine beiden Retter müssen eine Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben. Neben leichten Verlet­zungen haben Staub und Gas auch ihre Lungen beschädigt.

Rettungsmedaille für Alexander Herlinger

Am Ostersonntag 2008 bemerkt Alexander Herlinger zur Mittagszeit, dass Rauch aus der Eingangstür des Nachbargebäudes in Dortmund quillt. Er läuft schnell zu dem Haus, um nachzusehen. Ein sechsjähriges Mädchen kommt ihm entgegen und sagt ihm, dass sich ihre beiden jüngeren Geschwister noch in der Wohnung im 1. Obergeschoss befänden. Ohne zu überlegen, stürzt sich Alexander Herlinger ins Haus. Die Rauchentwicklung ist so stark, dass er so­fort anfängt zu husten. Unverrichteter Dinge läuft er zurück. Er besorgt sich ein feuchtes Tuch für Nase und Mund und eine Taschenlampe. Dann sucht er erneut nach den Kindern. Leises Stöhnen führt ihn zu dem fünfjährigen Mädchen. Ihr jüngerer Bruder ist nicht zu finden. Er bringt das Mädchen ins Freie und übergibt es den Nachbarn. Auch eine zweite Suche nach dem Jungen bleibt erfolglos. Alexander Herlinger versucht, mit einer Leiter von außen in die Wohnung einzudringen. Er traut sich nicht, eine Fensterscheibe einzuschlagen: Das Feuer hätte neue Nahrung bekommen. Endlich rückt die Feuerwehr an. Die Rettungskräfte finden schließlich das zweite Kind. Beide Kinder haben schwere Verbrennungen im Gesicht und am Körper und werden mit einem Hubschrauber in eine Spezialklinik gebracht.

Rettungsmedaille für Andreas Krämer

Im Sommer 2008 fährt Andreas Krämer mittags mit seinem Kleinlaster auf der Autobahn A 3 Richtung Frankfurt. Im Bereich der Baustelle Köln-Dellbrück/Kreuz Köln-Ost herrscht der übliche Verkehr. Wie jeden Tag fahren die Autos auf den drei verengten Fahrspuren dicht gedrängt neben- und hintereinander her.

Zwischen der Anschlussstelle Köln-Mülheim und der Ausfahrt Köln-Dellbrück - hier fehlt der Seitenstreifen - scheint der Autofahrer vor ihm auf die linke Fahr­spur wechseln zu wollen. Nachdem er den Blinker gesetzt hat, bemerkt Andreas Krämer, wie der Wagen schneller wird, nach links driftet und immer wieder gegen die Mittelschutzplanke stößt. Andreas Krämer lenkt seinen Laster neben den PKW und sieht, dass der Fahrer leblos hinter dem Steuer zusammengesunken ist. Aus der Körperhaltung schließt er als erfahrenes Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr sofort auf einen Herzinfarkt.

Es ist jetzt nur eine Frage der Zeit, wann der Wagen ausbrechen und in den Verkehr der beiden Parallelspuren rasen wird. Andreas Krämer hupt, um die anderen Fahrer  auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Dann überholt er den Wagen und setzt sich mit seinem Laster vor ihn. Langsam reduziert er die Geschwindigkeit, bis der PKW auffährt, und bremst ihn vorsichtig ab. Während der Verkehr auf der äußeren rechten Fahrspur an ihm vorbeiläuft, zieht Andreas Krämer den Mann aus dem Fahrzeug. Mit Unterstützung zweier Ärzte, die zufällig am Unfallort vorbeikommen, versucht er den Mann wieder­zubeleben. Nach der Erstversorgung wird der Mann vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Andreas Krämer kann dem Mann nicht helfen. Er stirbt kurz darauf. Aber er hat menschenmögliches unternommen, um das Leben des Mannes zu retten und andere vor den Lebensgefahren einer Massen­karambolage zu schützen. 

Rettungsmedaille für Robert Rösgen und Josef Rösgen

Bei einem Gewitter in der Nacht vom 2. Juni auf den 3. Juni 2008 dringt in Eitorf-Halft eine Schlammlawine in das Fachwerkhaus der 79-jährigen Tante von Robert und Josef Rösgen. Sie droht zu ertrinken.

Gegen 2 Uhr wird Robert Rösgen von dem Unwetter geweckt. Er wohnt rund 1000 Meter von seiner Tante entfernt. Als der Strom ausfällt und das Wasser in seinen Wintergarten dringt, beschließt er, nach der Tante zu sehen. Ihr Haus war schon einmal bei einem Unwetter überflutet worden. Auch Josef Rösgen ist in Sorge und trifft kurz vor seinem Großneffen bei der Tante ein. Das Haus wird bereits von Wasser umspült. Als die Tante auf Rufen und Klopfen nicht reagiert, hält Josef Rösgen einen vorbeifahrenden Polizeiwagen an und bittet die beiden Beamten um Hilfe. Durch einen Spalt der geschlossenen Außen­läden sehen sie, dass das Wasser schon hoch im Erdgeschoss steht und von innen gegen die Wände drückt.

Darauf bricht einer der Polizeibeamten die Fensterläden auf und Josef und Robert Rösgen schlagen die Scheiben der Haustüre und der Fenster ein, damit das Wasser ablaufen kann. Der andere Polizeibeamte fordert über die Leitstelle Unterstützung an. Josef und Robert Rösgen suchen mit einer Taschenlampe im Haus nach der Tante. Auf erneutes Rufen meldet sich eine schwache Stimme aus dem Schlafzimmer im Erdgeschoss. Bei ihrem Weg ins Schlafszimmer müssen die Männer sich im bauchtiefen Wasser an schwim­menden Möbeln vorbei durch Küche und Flur kämpfen. Zu zweit tragen sie die Tante dann bis zum Schlafzimmerfenster. Dort nehmen die Polizeibeamten die alte Dame entgegen und bringen sie zum Rettungswagen. Mit zahlreichen Blutergüssen, unterkühlt und durch den Schock orientierungslos wird sie sofort ins Krankenhaus gebracht.

Rettungsmedaille für Dennis Weidenauer

Am 6.Juli 2008 gegen ein Uhr nachts befindet sich Dennis Weidenauer an Bord der MS Drachenfels – er macht gerade eine Ausbildung als Schiffsjunge – auf dem Rhein vor der Kölner Altstadt. Plötzlich bemerkt er eine Frau, die sich im Wasser an der Kette eines Bootsanlegers festhält. Sie hatte früher vor Passanten am Ufer angekündigt, sich umbringen zu wollen.

Dennis Weidenauer zögert nicht, springt ins Wasser, bekommt die Frau zu fassen, kann sie aber zunächst nicht festhalten. Beide werden von der starken Strömung  abgetrieben. Irgendwann gelingt es Dennis Weidenauer, sich selbst an der Kette des Anlegers festzuhalten, die entkräftete Frau zu sich zu ziehen und über Wasser zu halten. Zu diesem Zeitpunkt ist sie so erschöpft, dass sie sich aus eigener Kraft nicht mehr länger hätte über Wasser halten können. Passanten haben inzwischen Feuerwehr und Notarzt informiert. Der Feuer­wehr und Rettungsschwimmern gelingt es unter größter Anstrengung, die beiden völlig entkräfteten Menschen an Land zu bringen. Beide kommen mit leichter Unterkühlung ins Krankenhaus.

Rettungsmedaille für Andreas Wollenberg

Am 16. August 2008 gegen 13.00 Uhr hört Andreas Wollenberg das Signal eines Rauchmelders und Hilferufe aus der Wohnung eines Hauses in Ratingen. Zunächst versucht Andreas Wollenberg zusammen mit einer An­wohnerin mit Hilfe eines Schraubenziehers das Türschloss der Wohnung zu öffnen. Als das misslingt, tritt er kurz entschlossen die Wohnungstür ein. Die Wohnung ist bereits stark verraucht. In der Küche steht eine Kunststoffschüs­sel auf dem Herd, die Feuer gefangen hat. Die 60jährige, körperbehinderte Mieterin sitzt im Rollstuhl in ihrem Wohnzimmer. Sie ist leicht verwirrt, hat Mühe zu atmen und ist deshalb nicht der Lage, die Wohnung eigenständig zu verlassen. Andreas Wollenberg bringt die Frau ins Treppenhaus und schaltet den Herd aus. Der Rettungsdienst bringt die Frau mit einem Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus.

Rettungsmedaille für Melanie Franken, Sebastian Brune und Wilfried Bahners

Am 21. August 2008 gegen 14.00 Uhr gerät in Meerbusch-Osterath aufgrund eines implodierten Fernsehers ein Wohnhaus in Brand. Wilfried Bahners, seit 25 Jahren Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, erhält von der Leitstelle über Funk seinen Einsatzbefehl. Da er in unmittelbarer Nähe der Brandstelle ist, eilt er sofort zum Einsatzort, ohne vorher auf der Feuerwache Schutzkleidung an­zulegen.

Nachbarn informieren ihn darüber, dass sich noch zwei Frauen in dem bren­nenden Haus befinden. Auf Zuruf reichen ihm die Nachbarn feuchte Tücher als Mundschutz; dann rennt er ins Haus. Dort hört er laute Hilferufe einer Frau aus dem Obergeschoss. Er stürmt die Treppe hoch. Die 88jährige Bewohnerin ist wegen des starken Rauches im Flur zusammengebrochen. Wilfried Bahners zieht die Frau in Richtung Treppe; er selbst muss vor dem Rauch fliehen und das Haus verlassen. Die Polizeibeamtin Melanie Franken trifft ein und erfährt von Wilfried Bahners, wo genau die Frau liegt. Melanie Franken ertastet die Seniorin in dem verqualmten Treppenhaus und zieht sie auf die Treppe. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Sebastian Brune tragen sie die geschwächte Bewohnerin aus dem Haus. Wilfried Bahners hat inzwischen eine Leiter besorgt und rettet die zweite Bewohnerin durch ein Fenster aus dem Ober­geschoss eines hinteren Gebäudeteils.

Sowohl die beiden Bewohnerinnen als auch die drei Retter werden mit Rauch­gasvergiftungen in ein Krankenhaus eingeliefert.

Für ihren Einsatz wollen wir uns bei den drei Rettern bedanken.

Rettungsmedaille für Hassan Moghaddam, Gerd Gohlke, Smail Sakiri und Marcel Korn

Am 23. August 2008 gegen 14 Uhr kommt es auf dem Schulhof in Sankt Augustin zu einem Familiendrama. Hier haben sich eine Mutter und ihr Lebensgefährte mit Bekannten verabredet, um gemeinsam mit ihren Kindern zu einer Geburtstagsfeier aufzubrechen. Der getrennt lebende Ehemann hat davon erfahren und lauert seiner Noch-Ehefrau auf dem Schulhof auf.

Zwischen dem Ehemann und dem neuen Lebensgefährten der Frau, Marcel Korn, kommt es zu einem Wortgefecht. Irgendwann wird der Ehemann hand­greiflich. Als seine Frau versucht, den Streit zu schlichten, zieht der Ehemann ein Messer und sticht ihr mehrfach in den Hals. Marcel Korn versucht sofort, die Blutungen zu stoppen. Der Bruder der Frau, Smail Sakiri, will zur Hilfe eilen, wird aber von dem Ehemann niedergestochen.

Hassan Moghaddam, ein Bekannter der Familie, trifft ein und versucht, den Täter zu entwaffnen. Das gelingt ihm zunächst nicht. Gerd Gohlke, Mitglied der freiwilligen Feuerwehr in Niederpleis, der sich zufällig in der Nähe des Tatortes aufhält, bemerkt das Gerangel und eilt herbei. Es kommt zu einem Kampf mit dem Ehemann. Schließlich gelingt es Gerd Gohlke und Hassan Moghaddam gemeinsam, den Täter zu überwältigen und ihm das Messer aus der Hand zu schlagen. Der Mann kann später von der Polizei festgenommen werden. Der Rettungsdienst bringt die schwerverletzte Frau in die Universitätsklinik Bonn.

Rettungsmedaille für Monika Steinhauer-Maaß
Öffentliche Belobigung für Anne Maaß

Am späten Nachmittag des 10. Dezember 2008 fährt Monika Steinhauer-Maaß mit  ihrer 13jährigen Tochter Anne mit dem Wagen an der Eisenbahnstrecke Mönchengladbach-Rheydt vorbei. Plötzlich sieht Anne auf dem Bahndamm eine Frau. Auf ihre Bitte hält Monika Steinhauer-Maaß sofort an und klettert mit Anne den dicht bewachsenen Damm hinauf. Oben angekommen sehen sie eine Seniorin, die - offenbar in Selbstmordabsicht - mitten auf den Schienen sitzt. Anne läuft zurück auf die Straße, um Hilfe zu holen. Monika Steinhauer-Maaß eilt sofort zu der alten Dame und versucht vergeblich, sie von den Gleisen zu holen. Mit aller Gewalt zieht sie die lebensmüde Frau hoch und zerrt sie von den Schienen. Unmittelbar danach fährt ein Zug mit hoher Ge­schwindigkeit an ihnen vorbei. Die Frau fest im Griff, bringt Monika Steinhauer-Maaß sie auf dem Bürgersteig in Sicherheit. Mit einer Hand alarmiert die Retterin über ihr Handy die Polizei, mit der anderen hält sie die Seniorin fest, die sich immer wieder Richtung Schienen loszureißen will. Nach dem Ein­treffen der Polizei wird die alte Dame von den Beamten in die Rheinische Klinik Viersen-Süchteln gebracht. Monika Steinhauer-Maaß erleidet bei der Rettungstat glücklicherweise nur einen leichten Schock.

Rettungsmedaille für Tim Loebel und Maik Hölscher

Eine überhitze Herdplatte löst in der Nacht des 15. Januar 2009 in der Erd­geschosswohnung in der Kohlenstraße 231 in Bochum einen Brand aus. Die beiden Polizeikommissare Tim Loebel und Maik Hölscher sind als erste vor Ort. Sie versuchen, den Bewohner der Wohnung durch Schellen, Rufen und Klopfen auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Als der nicht reagiert, treten sie die Wohnungstür ein. Dunkler Rauch quillt ihnen entgegen. Bei ihrer Suche nach dem Bewohner müssen sie immer wieder in den Hausflur zurücklaufen, um atmen zu können. Nach mehreren Anläufen findet Polizeikommissar Hölscher den Bewohner bewusstlos auf dem Sofa. Er hatte sich für einen Augenblick hingelegt, während er darauf wartete, dass sein Wasser auf dem Herd kocht. Darüber war er eingeschlafen. Gemeinsam mit Polizeikommissar Loebel zieht er ihn in den Hausflur. Dort kommt der Mann wieder zu Bewusstsein. Die Rettungskräfte übernehmen die weitere Versorgung und bringen ihn ins Krankenhaus Bergmannsheil. Der Mann wird mehrere Tage stationär behandelt.

Tim Loebel und Maik Hölscher ziehen sich bei ihrer Rettung eine leichte Rauchgasvergiftung zu.

Rettungsmedaille für Lothar Amendt

Am 27. Januar 2009 geht Lothar Amendt um die Mittagszeit über die Straße „Steeger Dyk“ Richtung Hüls. In dem Moment kommt ein Kleinwagen von der Fahrspur ab, prallt gegen einen Baum und fängt sofort Feuer. Ohne zu zögern, läuft Lothar Amendt zum Auto. Unter großen Schwierigkeiten gelingt es ihm, den Fensterrahmen der Fahrertür so weit aufzubiegen, dass er die Fahrerin unter beide Arme packen und durch den schmalen Spalt aus dem Auto ziehen kann. In sicherer Entfernung legt er die Schwerverletzte auf den Boden und deckt sie mit seiner Jacke zu. Anschließend informiert er über sein Handy die Polizei und den Rettungsdienst.

Rettungsmedaille für Stefan Hitzke, Dirk Imhof und Polly Schumacher

Am 26. Februar 2009 gegen 7.00 Uhr morgens springt eine 34jährige Frau von der Düsseldorfer Flughafenbrücke in den Rhein. Die Polizeifliegerstaffel Nord­rhein-Westfalen macht sich auf die Suche und entdeckt die Frau, die leblos im Wasser treibt. Der Rhein gehört an dieser Stelle zu den am meisten befah­renen Wasserstraßen Deutschlands. Das Wasser ist 7 Grad kalt.

Der Pilot, Polizeioberkommissar Polly Schumacher, steuert den Hubschrauber seitlich vor die regungslos treibende Frau. Der Copilot, Polizeihauptkommissar Dirk Imhof dirigiert den Piloten, so dass er den Hubschrauber dicht über der welligen Wasseroberfläche und im Tempo der Fließgeschwindigkeit des Rheins manövrieren kann. Dirk Imhof erkennt, dass die Frau noch lebt.

Polizeioberkommissar Stefan Hitzke, auch ein Besatzungsmitglied, hakt seinen Rettungsgurt ein und kletterte nach draußen auf die Trittstufe des Hubschrau­bers. Von dort lotst er seine Kollegen zentimetergenau an die Unglücksstelle heran. Schließlich gelingt es ihm, die bewusstlose Frau zu fassen. Auf der Trittstufe sitzend, zieht er die Frau aus dem Wasser. Die Frau ist stark unter­kühlt und wird von einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen.

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