Landesregierung stellt Seniorenpolitische Leitlinien vor

18. August 2009

Landesregierung stellt Seniorenpolitische Leitlinien vor - Minister Armin Laschet: „Wir brauchen einen Perspektivwechsel!“

Die Landesregierung hat heute ein neues, ressortübergreifendes Handlungskonzept zur Seniorenpolitik beschlossen. Ziel des Konzeptes, das den Titel „Gemeinsam in einer Gesellschaft des langen Lebens“ trägt, ist die Ver­besserung der Lebensqualität der älteren Generationen.

Das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration teilt mit:

Die Landesregierung hat heute (18. August 2009) in ihrer Kabinettssit­zung in Düsseldorf ein neues, ressortübergreifendes Handlungskonzept zur Seniorenpolitik beschlossen. Ziel des Konzeptes, das den Titel „Gemeinsam in einer Gesellschaft des langen Lebens“ trägt, ist die Ver­besserung der Lebensqualität der älteren Generationen.
Minister Armin Laschet sagte nach der Kabinettssitzung: „Die Älteren von heute sind nicht mehr die Älteren vergangener Zeiten. Die Älteren von heute sind gesund, leistungsfähig, mobil, offen für neue Erfahrun­gen und bereit, ihr eigenes Wissen und ihre eigenen Erfahrungen zum Wohl anderer einzusetzen. Deshalb verändern die Leitlinien 2025 die Perspektive: Ältere sind nicht nur im Blick der Pflege-, Krankheits- und Sozialpolitik. Ältere Menschen sind aktive Gestalter der Gesellschaft und werden im demographischen Wandel immer wichtiger.“
Die Leitlinien der Landesregierung, die die Leitlinien von Oktober 2004 ablösen, sind in acht Punkten wie folgt definiert:

1. Gemeinsam eine aktive Gesellschaft des langen Lebens gestalten.
Die Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur erfordern einen nachhaltigen Perspektivwechsel der Seniorenpolitik auf allen Ebenen und bei allen Akteuren. Ziel ist die Gemeinschaft der Generationen in einer aktiven Gesellschaft für alle Altersgruppen. Zu dieser Gestal­tungsaufgabe sind das Land, die Kommune, die Wohlfahrtspflege, weitere Akteure und alle (älteren) Bürgerinnen sowie Bürger (Bürgerschaftliches Engagement) Nordrhein-Westfalens aufgefordert.

2. Miteinander in den Dialog treten und Verantwortung für die Gesell­schaft übernehmen.

Nur durch aktive Beteiligung der zahlreichen Handelnden in senioren­politischen Belangen und auf dem Feld der sozialen Arbeit können für Nordrhein-Westfalen Weichenstelllungen vorgenommen und wirksam werden. Dies gilt im Rahmen der gemeinwesenorientierten Senioren­arbeit ebenso wie auf der Landesebene.

3. Realistische Vorstellungen über das Altern entwickeln und Altersdis­kriminierung abbauen.
Das Land unterstützt einen positiven Wandlungsprozess der Altersbil­der in der Gesellschaft. Es gilt die Vielfalt des Alters zu verdeutlichen. Eckpunkte dieser Heterogenität sind beispielsweise die Darstellung und der kreative Umgang mit den Potenzialen älterer Arbeitnehmerin­nen und Arbeitnehmer einerseits und andererseits die Unterstützung pflegender Angehöriger von hochaltrigen, demenziell erkrankten Menschen.
Offene oder verdeckte Diskriminierung aufgrund des Lebensalters ist in keinem gesellschaftlichen Bereich tolerierbar. Es gilt Altersdiskrimi­nierung aufzuzeigen und abzuschaffen.

4. Rahmenbedingungen für Selbstbestimmung und Mitgestaltung schaffen.
Alle gesellschaftlichen und politischen Bereiche sollen sich weiter öff­nen und ältere Menschen zur Mitgestaltung ermuntern. Ein Umgang miteinander auf Augenhöhe gilt dabei für alle Beteiligten. Das Selbst­bestimmungsrecht Älterer in allen Lebenslagen ist zu achten und zu sichern. Dies betrifft die Beteiligung am Verbrauchermarkt genauso wie Maßnahmen des alternsgerechten Wohnens.
Eine Grundlage der Mitgestaltung ist das Bürgerschaftliche Engage­ment. Alte und neue Verantwortungsrollen Älterer haben einen hohen gesellschaftlichen Wert und sollen besondere Anerkennung erfahren.

5. Selbstbestimmung, Selbstständigkeit und Lebensqualität Älterer för­dern.
Selbstbestimmung, Selbstständigkeit und Lebensqualität sind Ziele, die auch bei wachsendem Unterstützungsbedarf erreicht werden sol­len. Zentralen Stellenwert hierfür hat beispielsweise das vertraute Wohnumfeld mit barrierefreien Wohnungen sowie innovativen Wohn- und Betreuungskonzepten. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist darüber hinaus eine übersichtliche und abgestimmte Beratung, damit Hilfen und Angebote bedarfsgerecht in Anspruch genommen werden kön­nen. Nicht zuletzt ist die Qualität der Pflege und der geriatrischen Versorgung mit dem Ziel höchst möglicher Lebensqualität und Teil­habe für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige zu gewährleisten bzw. auszubauen.

6. Bildung als zentralen Grundstein begreifen.
Bildung im doppelten Sinne Für ein langes Leben und Ein Leben lang ist Grundstein und zugleich Motor, um eine Gesellschaft des langen Lebens zu gestalten. Bildung von und für Ältere soll mit besonderem Augenmerk auf neue medial gestützte Formen in vielfältiger Weise unterstützt werden. Hierzu zählen auch die qualitativ neuen Anforde­rungen an die soziale Arbeit (offene Altenarbeit) mit Älteren.

7. Zu sozialer Ausgewogenheit beitragen.
Einer derzeit guten Versorgungssituation vieler älterer Menschen steht eine – in Zukunft voraussichtlich wieder wachsende – Anzahl älterer Menschen mit sozialen Risiken gegenüber. Eine sozial ge­rechte Politik für Ältere muss diese Unterschiede berücksichtigen.

8. Geschlechtergerecht handeln.
Die Ausrichtung auf eine geschlechtergerechte Politik auch für Ältere ist handlungsleitend und bedarf einer entsprechenden durchgängigen Analyse von Programmen und Maßnahmen.

Diese Leitlinien, die als Grundprinzip der Politik für Ältere in Nordrhein-Westfalen zu verstehen sind, stellen gleichsam den roten Faden für die Umsetzung in den seniorenpolitischen Handlungsfeldern dar. Zu den insgesamt 19 Handlungsfeldern gehören unter anderem Neue Leitbilder, ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Partizipation, Kultur, Mobi­lität, die Wirtschaftskraft Älterer, Pflege, ebenso wie Altersdiskriminie­rung und Armut im Alter.
Die seniorenpolitischen Leitlinien sind Teil der Gesamtstrategie des Landes Nordrhein-Westfalen, mit der auf die demografischen Prozesse reagiert werden soll. Diese sollen unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger im Interesse der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und aller Generationen in Nordhrein-Westfalen gestaltet werden. Die Landesre­gierung leitet mit dem heutigen Beschluss einen Dialog-Prozess ein: Die seniorenpolitischen Leitlinien werden im nächsten Schritt unter anderem mit der Landesseniorenvertretung, den Verbänden der Freien Wohl­fahrtspflege und den Kommunen diskutiert und weiterentwickelt.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration, Telefon 0211/8618-4338.

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