Land vergibt Preis an Künstlerinnen und Künstler

18. November 2009

Land vergibt Preis „Kultur prägt! Künstlerinnen und Künstler begegnen Kindern und Jugendlichen“ an zehn Kulturschaffende, vier Schulen und eine Kindertagesstätte aus Nordrhein-Westfalen

Für ihre besonders gelungenen Projekte mit jungen Menschen erhalten zehn Kulturschaffende, vier Schulen und eine Kindertagesstätte aus Nordrhein-Westfalen den Preis „Kultur prägt! Künstlerinnen und Künstler begegnen Kindern und Jugendlichen“.

Die Staatskanzlei teilt mit:

Für ihre besonders gelungenen Projekte mit jungen Menschen erhalten zehn Kulturschaffende, vier Schulen und eine Kindertagesstätte aus Nordrhein-Westfalen den Preis „Kultur prägt! Künstlerinnen und Künstler begegnen Kindern und Jugendlichen“. Das gab der nordrhein-west­fälische Staatssekretär für Kultur Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff heute (18. November 2009) in Düsseldorf bekannt. Mit dem Preis wird die Zu­sammenarbeit von Künstlerinnen und Künstlern mit jungen Menschen in den Bildungs- und Kultureinrichtungen des Landes ausgezeichnet. Grosse-Brockhoff: „Die direkte Begegnung mit Künstlerinnen und Künstlern ist für Kinder und Jugendliche nicht nur ein besonders authentischer und motivierender Zugang zu Kunst und Kultur. Sie ist für Künstler und Kinder gleichermaßen die Chance unverschulte künst­lerische Erfahrungen machen zu können. Wir halten die heute prämier­ten Projekte deshalb für eine unverzichtbar wertvolle Ergänzung zum schulischen Alltag von Kindern und Jugendlichen.“

Die ausgewählten zehn Projekte werden mit jeweils 2.500 Euro prämiiert. Die Preise für die Schulen und die Kindertagesstätte mit einem Kulturprofil sind mit 3.000 Euro dotiert. Ziel des Wettbewerbs „Kultur prägt!“ ist es, hervorragende Projekte, die Künstlerinnen und Künstler in den Bildungs- und Kultureinrichtungen des Landes mit Kindern und Jugend­lichen - auch im Rahmen des Landesprogramms Kultur und Schule - durchgeführt haben, durch das Preisgeld zu unterstützen. Gleichzeitig will die Landesregierung durch die Preisverleihung Modellprojekte be­kannt machen und zur Nachahmung anregen. Orte dieser Begegnung können sowohl Schulen als auch außerschulische Lernorte sein wie Theater, Literaturhaus, Bibliothek, soziokulturelles Zentrum, Filmhaus oder Oper. In Düsseldorf überreicht wurden die Preise vom Kulturabteilungsleiter des Landes Nordrhein-Westfalen Peter Landmann.

Die diesjährigen Projektpreisträger sind:

·        Silke Bachner „Sammlung in Bewegung“, (Dortmund)
·        Gertraude Enkeler „Alles aus Papier“, (Remscheid)
·        Sabrina Görg „Europäische Kultur des Barocks und des Jugendstils, (Aachen)
·        Julia Siegmund, Ellen Gernun „100 Himmel – Malerei und Poesie“, (Münster)
·        Wolfgang Brenner „Inszenierte Fotografie“, (Borchen)
·        Till Nachtmann, Stefan Silies „Musikvideo-Workshop Poseidon“, (Hürth)
·        Annette Bieker „Die Odyssee – akustischeTurbulenzen für Stimmbänder und Instrumente“, (Remscheid)
·        Susanne Adler, Gundula Schmidt „ Nibelungen“, (Bonn)
·        Claudia Puller „Balance“, (Münster)
·        Hauptschule Wermelskirchen „Leseclub – Do it – read a book! “. (Wermelskirchen)

Preise erhalten außerdem vier Schulen mit einem Kulturprofil und eine Kindertagesstätte.

·        Gemeinschaftsgrundschule Südallee in Düsseldorf,
·        Städt. Gemeinschaftsgrundschule Wiehl,
·        Fritz-Winter-Gesamtschule Ahlen,
·        Ratsgymnasium Minden,
·        Jüd. Familienzentrum Hagescher Brückenkindertagesstätte Dortmund.

Beigefügt finden Sie die Kurzbeschreibungen aller Projekte:

Silke Bachner - „Sammlung in Bewegung“ Führungen für alle Sinne
Albrecht-Brinkmann-GS - Busenberg-GS - Lessing-GS - Siegfried-Drupp-Schule
Ein spartenübergreifendes Projekt in Zusammenarbeit mit 4 Dortmunder Grundschulen und dem Museum am Ostwall. Die Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klassen setzten sich mit Kunstwerken aus der Sammlung des Museums auseinander und deuteten sie mit Mitteln der Bildenden Kunst - Malerei, Fotografie, Film/ Neue Medien - und der darstellenden Kunst - Tanz, Gesang, Schauspiel und Musik. Das Projekt mündet in eine Veranstaltungsreihe, bei der die Schulen ihre künstlerischen Interpretationen präsentieren.

Gertraude Enkeler - Alles aus Papier
Gemeinschaftsgrundschule Adolf Clarenbach,  Remscheid
Unter der sachkundigen Leitung von Frau Enkeler erlebten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 1 – 4 die Entstehung eines Buches vom Papierschöpfen über die inhaltliche Gestaltung bis hin zum Endprodukt – das eigene Buch. Folgende Tätig­keiten standen im Mittelpunkt:
Ø       buchbinderische Arbeit mit einfacher Fadenheftung,
Ø       die persönliche Gestaltung der Titel- und Innenseiten,
Ø        selbst ausgedachte Geschichten,
Ø       eigene Motive malen und diese ins Buch einkleben.

Sabrina Görg - Europäische Kultur des Barocks und Jugendstils
Kaiser-Karls-Gymnasium, Aachen
Die Schülerinnen des Kaiser-Karls-Gymnasium erarbeiteten eine literarische, musika­lische Reise durch die Kultur des Barocks und Jugendstils und stellten diese szenisch dar. Die Darsteller trugen in selbst gefertigten Kostümen aus den Epochen kurze Gedichte aus den Werken von Hermann Hesse, Rainer-Maria Rilke (Jugendstil) und z. B. Grimmelshausen (Barock) vor untermalt mit kleinen Gesangseinlagen. Die Schülerinnen erstellten ein Bühnenbild in der Technik der Seidenmalerei. Große Seidenstoffbahnen wurden mit ornamentalen Originalzeichnungen aus der Zeit des Barocks und Jugendstils bemalt – es entstand ein bewegliches „in Wind und Licht“ fließendes Bühnenbild. Mit dieser Projektarbeit bereiten sich die Schülerinnen auf einen Schüleraustausch mit einer Schule in China vor.

Julia Siegmund und Ellen Gernun - 100 Himmel-Malerei und Poesie
Adolph-Kolping-Berufskolleg, Münster
„Mit Worten malen, mit Farben schreiben“. In diesem Projekt werden zwei künst­lerische Ansätze zu einem Kunsterleben – so die Wertung der Jury. In einer Schreib­werkstatt entstanden poetische Texte zu Themen wie Kindheitserinnerungen, Heimat, Urlaub. Das Thema Himmel wurde bildnerisch umgesetzt und die Texte wurden typographisch in Malerei integriert. So entstand ein Bilder-Text-Buch, das von der Schülerfirma „artothek“ herausgegeben wird.

Sparte: Film/ Neue Medien
Wolfgang Brenner - Inszenierte Fotografie

Gemeinschaftsgrundschule Dörenhagen, Borchen
Inszenierte Fotografie ist das Gegenteil eines Schnappschusses. Der Fotograf arrangiert Objekte zu Kompositionen und inszeniert Personen – diese Aufgabe haben in dem Projekt die Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klassen der Grundschule Dörenhagen übernommen. Sie haben Erfahrungen im Umgang mit der digitalen Kamera gemacht und Fotos als etwas Einzigartiges und Wertvolles erschaffen. Die Kinder haben „Inszenierungen“ zu folgenden Themen erarbeitet:
Ø       Ich mehrfach
Ø       Meine Schule – Perspektivwechsel
Ø       Einbruch
Ø       Plastik-Phantastik
Ø       Op-art
Die Bilder wurden auf zwei Ausstellungen präsentiert und in einem Katalog veröffent­licht.

Till Nachtmann und Stefan Silies - Musikvideo-Workshop Poseidon
Albert-Schweizer-Gymnasium, Hürth
Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 – 12 erarbeiteten zusammen mit den Regisseuren die Dramaturgie eines Musikvideos. Die wesentlichen Elemente des Workshops waren:
Ideenfindung - Konzeption
Entwicklung spezifischer Dramaturgien
Abstimmung Form – Inhalt
Ausstattung der Drehorte (Kostüm, Maske, Requisite)
Technische Realisierung
Entstanden sind vier unterschiedliche Musikvideos. Die Bandbreite reicht von einem spektakulären, mit einer Hochgeschwindigkeitskamera aufgenommenen Video der Band  „Kassette“ über die Produktion mit Hilfe eines Stoptrickfilms bis hin zu zwei Beiträgen zum Thema: „Das Außergewöhnliche im Alltäglichen“.

Sparte: Literatur
Städt. Hauptschule Wermelskirchen,
Leseclub “Do it – read a book!”
– Projektleiterin: Marie-Louise Lichtenberg
Der Leseclub „Do it - read a book“  der Gemeinschaftshauptschule wird für seine seit Jahren erfolgreiche Leseförderung ausgezeichnet. Der Leseclub ist aus dem seit 2003 laufenden Projekt „Wermelskirchener Kinder- und Jugendliteraturpreis“ in Kooperation mit einer örtlichen Buchhandlung entstanden. Die vielfältigen Aktivitäten des Leseclubs vermitteln den Schülerinnen und Schülern weit mehr als Lesekompetenz; sie überzeugen durch Teamfähigkeit, Kreativität und literarisches Urteilsvermögen.
Angebote des Leseclubs sind:
Ø       Wöchentliche Leseförderstunde
Ø       Autorenlesungen
Ø       Vorlesestunden für Schüler und Senioren

Sparte Musik:
Annette Bieker – Die Odyssee – akustische Turbulenzen für Stimmbänder
Sophie-Scholl-Gesamtschule , Remscheid
Theater Kontrapunkt Düsseldorf
44 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 8 und 20 Jahren haben sich auf eine musikalische Irrfahrt ohne festgeschriebene Noten begeben. Die Teilnehmer asso­ziierten zu Grafiken, sammelten Klänge und Geräusche, entdeckten die Musikalität ihres eigenen Körpers und entwickelten eigene Choreografien. Entstanden ist ein Werk, das in vielerlei Hinsicht grenzüberschreitend ist:
Umsetzung von Grafik in Bewegung und Klang
Auslotung von Text, Geräusch und Gesang
Schaffung eines Musik-Theater-Kunstwerks

Sparte: Theater
Susanne Adler und Gundula Schmidt – Nibelungen

Christopherusschule Bonn  (Förderschule)
Inspiriert vom Nibelungenlied erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Theaterstück. In der Auseinandersetzung mit den Themen des Nibelungenliedes ver­knüpfen die Schülerinnen und Schüler eigene Erfahrungen und Emotionen mit der literarischen Vorlage und bearbeiten sie künstlerisch. Dabei erprobten sie die Welt des Theaters von der Idee bis zur Aufführung und lernten die unterschiedlichen Bereiche der Theaterarbeit  kennen.

Claudia Puller – Balance
Waldschule Kinderhaus:            Silvia Jedrusiak und Judith Suermann
Fürstenbergschule:                      Alban Renz und Katharina Grützmacher
Geistschule:                                   Barbara Kemmler und Julio Eyimi Mangue
Gast:                                                Schule am Bagno, Steinfurt
„Balance“ – was bedeutet das für mich, für das Miteinander, für die Gesellschaft? Dieser Frage sind Jugendliche an vier Münsteraner Schulen mit unterschiedlichen künstlerischen Methoden auf den Grund gegangen. Aus den Elementen Tanz, Musik, Literatur, Körpertheater und Improvisation ist ein politisch engagiertes Straßentheater (Outdoor-Performance) entstanden, dass mehrfach im Rathausinnenhof der Stadt Münster öffentlich aufgeführt wurde.

Schulen mit Kulturprofil
Ratsgymnasium der Stadt Minden
„Kultur macht Schule – Schule macht Kultur“

Schulleitung: Karl-Friedrich Schmitt, Stellvertreterin: Cordula Küppers
Das Schulprofil des Ratsgymnasiums Minden wird durch einen Schwerpunkt im Bereich der musisch-ästhetischen Erziehung geprägt. Die Kooperation mit außer­schulischen Partnern auch im Rahmen des Landesprogramms Kultur und Schule ist elementarer Bestandteil des Schulprogramms. Als „Kulturschule“ bringt sich das Ratsgymnasium Minden in die Planung und Gestaltung des kulturellen Lebens der Stadt Minden ein. Dadurch verändert sich Schule und wird in der Region zum kultur­schaffenden Teil der Kommune.

Gemeinschaftsgrundschule Südallee Düsseldorf 
SL: Richard Schmitz  Projektleiterin: Inge Schmerbeck
An der Grundschule Südallee wird seit März 2005 KULTUR groß geschrieben. Zu diesem Zeitpunkt startete unter Leitung von Frau Inge Schmerbeck das Projekt „Kulturführerschein für Kids“. Seit dem Schuljahr 2007/2008 ist der Kulturführerschein ein Arbeitsschwerpunkt im Schulprogramm. Alle Schülerinnen und Schüler besuchen während ihrer Schulzeit kulturelle Einrichtungen wie zum Beispiel Museen, Theater, Bibliotheken etc. Sie erhalten pädagogische  Führungen, dürfen hinter die Kulissen schauen und sich mit Künstlerinnen und Künstlern aller Sparten unterhalten. Es geht bei diesem Projekt nicht nur darum, Kultur zu konsumieren, sondern vor allem darum, aktiv mitzuarbeiten und zu gestalten, wie z. B. nach der Besichtigung des Filmmuseums dort selber einen kleinen Trickfilm herzustellen.

Gemeinschaftsgrundschule Wiehl - Kulturwochen 
SL: Johannes Hunold
Das Schulprogramm der Offenen Ganztagsgrundschule Wiehl wird geprägt durch  Arbeitsschwerpunkte in den Bereichen Theater, Musik und Literatur.
Die Schule pflegt seit Jahren die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern, unter anderem mit der Musikschule der Homburgischen Gemeinden und dem Schau­spielstudio Oberberg. Die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler aus der Musical AG, der Theater-AG und dem Leseforum werden während der „Kulturwochen der Gemein­schaftsgrundschule Wiehl“ einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Damit leistet die Schule einen wesentlichen Beitrag zur Gestaltung des kulturellen Lebens der Stadt Wiehl.

Fritz-Winter-Gesamtschule Ahlen –
Eine Schule mit einem Kulturprofil, das prägt!

SL: Alois Brinkkötter
Für diese Schule ist der Name Programm – Der Künstler Fritz Winter wurde als Namensgeber gewählt, weil sich das Gymnasium der künstlerisch-kulturellen Bildung verpflichtet fühlt. Die Schülerinnen und Schüler erleben kulturelle Bildung in ihrem schulischen Alltag und im Dialog mit regionalen Kultureinrichtungen, Künstlerinnen und Künstlern. Die Schule wurde bereits im Jahr 2007 für das Projekt „Fritz-Winter-Kids“ ausgezeichnet. Seitdem wurde der Schwerpunkt kulturelle Bildung im Schulprogramm ausgeweitet. Für die Organisation und Präsentation der vielfältigen kulturellen Akti­vitäten an der Schule wurde eine Koordinatorenstelle geschaffen. Mit der Einrichtung einer Kunstklasse seit dem Schuljahr 2007/2008 ergeben sich neben den bestehenden und bewährten Projekten neue Möglichkeiten zur Vernetzung mit der Öffentlichkeit.

Kindertagesstätte mit Kulturprofil
Jüdisches Familienzentrum Hagescher
Brückenkindertagesstätte

Leitung: Monika Röse
Museumskinder – Wir erleben kulturelle Vielfalt!
In der Brückenkindertagesstätte wird kulturelle Vielfalt von Anfang an gelebt. Diese kulturelle Tatsache wird als Potential für die Arbeit in der Einrichtung verstanden und spiegelt sich in der Auseinandersetzung mit verschiedenen künstlerischen Ausdrucks­formen und Kunstpraktiken wider. Im Arbeitsprogramm der KiTa ist die Förderung einer aktiven, gestalterischen Kunstaneignung bei den Kindern ein wesentlicher Schwerpunkt. Das benachbarte Museum am Ostwall wird kontinuierlich als kreativi­tätsfördernder Lernort genutzt. Die thematischen Grundlagen für die Museumsbesuche sind die jeweils aktuellen Themen im KiTaprogramm. Das Museum wurde im Laufe des Kindergartenjahres von einem fremden zum „eigenen, vertrauten“ Raum für die Kinder, weil eine direkte Beziehung zwischen dem Kulturangebot und dem Kindergartenalltag besteht.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an das Kulturreferat, Frau Dr. Stefanie Jenkner, Tel.: 0211/837 1136.

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