Land fördert vernetzte und innovative Mobilität: Förderbescheid für Mobilitätsprojekt übergeben – Mobilstation in Gronau eröffnet

12. Oktober 2020
PHB Verkehr Landstraße

Die Landesregierung stärkt die Vernetzung von Verkehrsträgern in den Kommunen und die Mobilität im ländlichen Raum.

Verkehr

Die Landesregierung stärkt die Vernetzung von Verkehrsträgern in den Kommunen und die Mobilität im ländlichen Raum. Verkehrsminister Hendrik Wüst hat heute einen Förderbescheid über rund eine Million Euro an die Stadt Gronau übergeben. Das Geld gibt es für das Projekt „On-Demand-Verkehr in Gronau“, mit dem sich die münsterländische Stadt erfolgreich am Landeswettbewerb „Mobil.NRW – Modellvorhaben innovativer ÖPNV im ländlichen Raum“ beteiligt hatte. In Gronau soll der Stadtbusverkehr auf ein digitales und nach Bedarf gesteuertes Angebot umgestellt und das Angebot im ÖPNV insgesamt verbessert werden. Dafür werden zunächst vier barrierefrei zugängliche und vollelektrisch betriebene Fahrzeuge mit jeweils neun Sitzplätzen eingesetzt – individuell buchbar per App, über die Website oder klassisch per Telefon.
 
„Wir nutzen die Chance in der Digitalisierung, den ÖPNV besser zu machen. On-Demand-Angebote sind individuell buchbar und orientieren sich am Bedarf der Nutzer. So machen wir den Menschen ein passgenaues Angebot. Das fördern wir gerne“, sagte Verkehrsminister Hendrik Wüst.
 
Durch das neue On-Demand-Angebot werden der Ortsteil Epe und das Gewerbegebiet mit rund 4.000 Arbeitsplätzen neu angebunden. Beide wurden bisher von Angeboten des ÖPNV nicht bedient. Feste Terminals, zum Beispiel in Supermärkten, bieten neben App, Website und Telefon eine weitere Möglichkeit, Fahrten zu buchen. In der Projekt-App sollen außer den Elektrofahrzeugen auch die weiteren ÖPNV-Angebote in Gronau wie Bahn, Regiobus oder Bürgerbus zu finden sein, um eine bessere Vernetzung mit diesen Angeboten zu ermöglichen.
 
Bahnhof wird Mobilstation
Einen wichtigen Beitrag zur vernetzten Mobilität in Gronau leisten auch zusätzliche Angebote am Bahnhof der Stadt, der mit rund 83.000 Euro Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen zu einer Mobilstation erweitert wurde. Verkehrsminister Hendrik Wüst hat die Mobilstation heute gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt Gronau Rainer Doetkotte eröffnet. Rad- und Pedelec-Fahrer profitieren von sicher abschließbaren Fahrradboxen und Ladestationen am Bahnhof Gronau. Park+Ride-Parkplätze erleichtern den Umstieg vom Pkw auf das Bus- und Bahnangebot sowie auf die neuen On-Demand-Verkehre.
 
Der Bürgermeister der Stadt Gronau, Rainer Doetkotte, betonte die Bedeutung neuer Mobilitätskonzepte für ländlich geprägte Regionen: „Die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs mit bedarfs- und nutzerorientierten Möglichkeiten ist ein innovativer und notwendiger Weg in die Mobilität der Zukunft“.
 
Die Elektrofahrzeuge des neuen On-Demand-Angebotes in Gronau sollen ab dem zweiten Quartal 2021 starten und im ersten Monat kostenfrei genutzt werden können. Danach sind die Fahrten in die bestehende Tarifstruktur integriert (Westfalentarif). Das Projekt „On-Demand-Verkehr in Gronau“ läuft insgesamt drei Jahre.
 
Hintergrund Landeswettbewerb
Das Verkehrsministerium hat im Rahmen des Landeswettbewerbs „Mobil.NRW – Modellvorhaben innovativer ÖPNV im ländlichen Raum“ Kommunen, kommunale Zweckverbände und SPNV-Aufgabenträger aufgefordert, innovative Konzepte für den ÖPNV im ländlichen Raum zu entwickeln.
Durch die Modellprojekte sollen Wege aufgezeigt werden, wie in eher ländlich geprägten oder suburbanen Räumen ÖPNV-Angebote neu geschaffen oder die bestehenden Angebote attraktiver gestaltet werden können.
 
Städte, Kreise und Gemeinden, kommunale Zweckverbände sowie die SPNV-Aufgabenträger waren aufgerufen, Projektskizzen aus zwei Kategorien einzureichen:

  1. Entwicklung und Umsetzung eines für Kunden attraktiven, leistungsfähigen und wirtschaftlich zweckmäßigen ÖPNV-Systems im ländlichen Raum;
  2. flächendeckender Einsatz von bedarfsgesteuerten Verkehren in peripheren Stadtteilen bzw. suburbanen Gebieten, wie z.B. On Demand-Lösungen.
Für die Erprobung der Modellprojekte stehen bis zum Jahr 2023 insgesamt 30 Millionen Euro bereit. 75 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten können gefördert werden. Die maximale Höhe der Zuwendung über die Laufzeit beträgt 5 Millionen Euro für ein Projekt.
 
Insgesamt wurden 38 Projektvorschläge eingereicht und in einer Jurysitzung im Februar 2020 bewertet. Dabei wurden 15 Projekte für eine Landesförderung ausgewählt.
 

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