Lage der Wirtschaft besser als erwartet

18. Januar 2010

Lage der Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen besser als erwartet / Land hält Schritt mit der Entwicklung im Bund / Globale Überlebens­technologien zentrales industriepolitisches Thema der kommenden Monate

„Zu Beginn des Jahres 2010 zeigen sich Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen in deutlich besserer Verfassung als viele Fachleute noch vor zwölf Monaten vermutet hatten. Das zeigt: Gewerkschaften und Unternehmen waren mit den außerordentlich flexiblen Tarif­verträgen, die sie nach der letzten Rezession ausgehandelt haben, bestens auf die aktuelle Krise vorbereitet. Das erklärte Wirtschaftsministerin Christa Thoben bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts 2010.

Das Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie teilt mit:

„Zu Beginn des Jahres 2010 zeigen sich Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen in deutlich besserer Verfassung als viele Fachleute noch vor zwölf Monaten vermutet hatten. Das zeigt: Gewerkschaften und Unternehmen waren mit den außerordentlich flexiblen Tarif­verträgen, die sie nach der letzten Rezession ausgehandelt haben, bestens auf die aktuelle Krise vorbereitet. Bundes- und Landesregierung haben diesen Prozess durch eine Vielzahl von Maßnahmen flankiert und wir werden weiter gemeinsam mit den Sozialpartnern alles tun, um auch die kommenden Monate zu bewältigen. Dabei ist mir nicht wichtig, wer den größeren Anteil am Erfolg hat, wichtig ist nur, dass es weiterhin gelingt.“ Das erklärte Wirtschaftsministerin Christa Thoben heute, 18. Januar 2010, bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts 2010.

Die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen wird sich nach Einschätzung des Präsidenten des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsfor­schung Essen (RWI), Prof. Christoph M. Schmidt, auch im Jahr 2010 voraussichtlich wieder genauso entwickeln wie im Bundesgebiet. Für den Bund hat das RWI ein Wachstum der Wirtschaftsleistung von 1,6 Prozent prognostiziert: „Nordrhein-Westfalen hält seit einigen Jahren Schritt mit der Entwicklung im Bund. Das zeigt, dass die Sonder­faktoren, die uns früher hier an Rhein und Ruhr belastet haben, keine große Rolle mehr spielen. Insgesamt geht es langsam aufwärts, es ist sogar durchaus denkbar, dass wir eine kleine Überraschung erleben und sich die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen besser entwickelt als erwartet“, so der RWI-Chef.

Der Grund: Genauso wie die stark exportabhängige Wirtschaft des Landes wegen des Zusammenbruchs des Weltmärkte besonders schnell in Mitleidenschaft gezogen worden ist, könnte sie jetzt bei einer Besserung der internationalen Situation eher davon profitieren als andere. Nach Auffassung von Prof. Christoph M. Schmidt wird es mittel­fristig vor allem darauf ankommen, dass die politisch Verantwortlichen den richtigen Zeitpunkt finden, sich aus den seiner Ansicht nach noch erforderlichen Unterstützungsmaßnahmen für die Wirtschaft zu verab­schieden und sich wieder der Haushaltskonsolidierung zuzuwenden.

Der Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen ist 2009 stabil geblieben. Trotz der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise beträgt die Arbeitslosen­quote im Jahresdurchschnitt 8,9 Prozent. Seit August (9, 2 Prozent) ist die Quote nicht mehr gestiegen,  sondern zuletzt auf 8,7 Prozent im Dezember gesunken. Im Jahresmittel waren in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2009, wie vom RWI im Januar 2009 prognostiziert, rund 42.000 Menschen mehr ohne Beschäftigung als im Jahr 2008.

Bis zum Jahreswechsel haben mehr als 13.000 kleine und mittlere Unternehmen im Land die Förder-, Kredit- und Bürgschaftsprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau, der NRW.Bank und der Bürg­schaftsbank des Landes bzw. Landesbürgschaften (Volumen von mehr als 1,25 Millionen Euro) in Anspruch genommen.

Beste Chancen hat die Industrie des Landes auf den internationalen Märkten für globale Überleben stechnologien. Nach einer Studie von Prof. Dr. Björn Bloching von der Roland Berger Unternehmensberatung ist Nordrhein-Westfalen als Industriestandort bereits heute „exzellent“ in den globalen Überlebenstechnologien positioniert. Nach den Befunden des Hamburger Wissenschaftlers zieht sich die zentrale Stärke der Wirt­schaft Nordrhein-Westfalens auf diesen Märkten durch alle Unterneh­mensgrößen – vom Handwerk über den stark aufgestellten Mittelstand bis hin zu den global agierenden Konzernen.

Deren Wachstumspotentiale sind beträchtlich: So sollen allein in den USA in den nächsten zehn Jahren mindestens 150 Milliarden US-Dollar in einen umfassenden ökologischen Umbau der Wirtschaft investiert werden. Für Deutschland rechnen Studien bis 2020 mit Investitionen der Kommunen von mehr als 700 Milliarden Euro in eine umweltschonende Infrastruktur. Die chinesische Regierung will im gleichen Zeitraum 300 Milliarden in den Ausbau erneuerbarer Energien investieren. Allerdings könne diese industriepolitische Stärke Nordrhein-Westfalens nur erfolg­reich genutzt werden, wenn der entsprechende Ausbau der industriellen Kapazitäten gesellschaftlich akzeptiert werde. Dabei mangele es in Deutschland an vielen Stellen, die Bedeutung der Industrie für den Wohlstand der Gesellschaft, für Wachstum und Beschäftigung werde oft genug noch verkannt.

Wirtschaftsministerin Christa Thoben erklärte dazu: „Wir wollen diese Chance nutzen. Deshalb haben wir im vergangenen Sommer zusam­men mit Gewerkschaften, Unternehmen, Wirtschaftsverbänden sowie Industrie- und Handelskammern die „Allianz Pro Industrie und Nachhal­tigkeit“ ins Leben gerufen, mit der sich alle Beteiligten zum Industrie­standort Nordrhein-Westfalen bekennen. Wir wissen, dass die großen Menschheitsprobleme – Hunger, Durst, Gesundheit oder Klimaschutz - Dimensionen haben, die nur mit industriellen Lösungen bewältigt werden können. Hier liegen unglaubliche Wachstum-, Export- und Beschäftigungschancen, für die wir Akzeptanz und Unterstützung brauchen.“

Den kompletten Jahreswirtschaftsbericht 2010 finden Sie im Internet unter www.wirtschaft.nrw.de.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Energie, Telefon 0211 837-2417.

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