Beispielhafte Konzepte zur kulturellen Bildung ausgezeichnet

26. November 2009

Kunst und Kultur für Kinder und Jugendliche: Grosse-Brockhoff zeichnet 10 Städte und Gemeinden und einen Städteverbund für beispielhafte Konzepte zur kulturellen Bildung aus

Für ihre vorbildlichen Konzepte im Bereich der kulturellen Bildung hat Staatssekretär Grosse-Brockhoff zehn Städte und Gemeinden ausgezeichnet. Die Gewinner des Wettbewerbs in diesem Jahr sind Dortmund, Düsseldorf, Herne, Mülheim, Herten, Moers, Unna, Warendorf, Altenberge und Sendenhorst.

Die Staatskanzlei teilt mit:

Für ihre vorbildlichen Konzepte im Bereich der kulturellen Bildung hat der nordrhein-westfälische Staatssekretär für Kultur Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff heute (26. November 2009) zehn Städte und Gemeinden ausgezeichnet. Die Gewinner des Wettbewerbs in diesem Jahr sind Dortmund, Düsseldorf, Herne, Mülheim, Herten, Moers, Unna, Warendorf, Altenberge und Sendenhorst. Einen Sonderpreis erhalten die Städte Lohmar, Overath, Rösrath und Troisdorf für ihre gemeinsame Bewerbung. Kulturstaatssekretär Grosse-Brockhoff sagte im Rahmen Preisverleihung in Düsseldorf: „Jedes Kind und jeder Jugendliche sollte im Laufe seiner Kindergarten - und Schulzeit die Chance haben, mit jeder Kunstsparte und jedem Kulturinstitut seiner Stadt oder seines Kreises passiv und aktiv in Berührung zu kommen. Damit das gelingen kann, brauchen Kulturprojekte für Kinder und Jugendliche die Unter­stützung vieler Partner vor Ort. Die Preise sollen alle Städte und Gemeinden dazu ermutigen, sich im Bereich der kulturellen Bildung zu vernetzen und ganzheitliche Bildungskonzepte zu entwickeln.“

Im Rahmen des Wettbewerbs „Kommunale Gesamtkonzepte für Kulturelle Bildung“ hatten sich insgesamt 22 Städte und Gemeinden beworben. Preisträger aus dem Jahr 2007 konnten sich erstmals erneut bewerben. Die zum zweiten Mal ausgezeichneten Kommunen erhalten die Hälfte des Preisgeldes. Die Preise sind entsprechend der Ein­wohnerzahl gestaffelt.

Mit der Verankerung der kulturellen Bildung im kommunalen Leitbild und der Vernetzung wichtiger Akteure leisten die Preisträger einen wesent­lichen Beitrag zur Stärkung der kulturellen Bildung in Nordrhein-Westfalen. Kultureinrichtungen öffnen sich für Kinder und Jugendliche – mit Projekten für die künstlerisch-kulturelle Bildung in Kooperation von Künstlerinnen und Künstlern, mit Kindergärten und Schulen. Eltern, ehrenamtlich engagierte Bürger und die Wirtschaft gestalten Kunst- und Kulturprojekte auf kommunaler Ebene mit.

Ausgezeichnet werden folgende Kommunen:

Bis 25.000 Einwohner, Preis in Höhe von 10.000 Euro:

  • Altenberge (Preisträger 2007: 5.000 Euro) 
  • Sendenhorst

Ab 25.000 Einwohner, Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro

  • Warendorf

Ab 60.000 Einwohner, Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro

  • Herten
  • Moers (Preisträger 2007: 10.000)
  • Unna (Preisträger 2007: 10.000)

Ab 150.000 Einwohner, Preisgeld in Höhe von 30.000 Euro

  • Dortmund (Preisträger 2007: 15.000 Euro)
  • Düsseldorf (Preisträger 2007: 15.000 Euro)
  • Herne
  • Mülheim an der Ruhr (Preisträger 2007: 15.000 Euro)

Sonderpreis für gemeinsame Bewerbung in Höhe von 20.000 Euro

  • Lohmar, Overath, Rösrath und Troisdorf (Preisträger 2007)

Bilder von der Preisverleihung stehen morgen zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Auszüge aus der Jurybegründung

Bis 25.000 Einwohner – 10.000 Euro

Altenberge (5000 Euro)

KEK – nennt sich das „Kommunale Entwicklungskonzept für kulturelle Bildung“ in Altenberge, mit dem sich die Gemeinde bereits im Jahr 2007 an dem Wettbewerb beteiligt hat. Der Grundgedanke ist, über die Vernetzung der verschiedenen Vereine und Institutionen einen Prozess in Gang zu bringen, der möglichst Vielen die Teilhabe an kultureller Bildung ermöglicht  -  „Kultur von allen für alle“. Ein freier Trägerverein, die „Kulturwerkstatt Altenberge e.V.“(Jugendkunstschule), initiiert seit 2003 die kulturellen Aktivitäten in der Gemeinde.

Zur Intensivierung der Kulturarbeit wurde im Jahr 2008 die Stelle einer Kulturbeauftragten geschaffen und das Preisgeld aus dem Jahr 2007 (in Höhe von 10.000 Euro) in einen Kulturfonds überführt. Die Gemeinde Altenberge nimmt die Herausforderungen einer sich verändernden Gesellschaft an und geht neue Wege in der kommunalen Bildungs- und Kulturpolitik. Anerkennung durch Beteiligung der Gremien, die Bereitstellung finanzieller Mittel und die Unterstützung seitens der Verwaltung bilden die Basis für einen demokratischen Prozess in der kommunalen Kulturpolitik.

Sendenhorst – Stadt der Stimmen (10.000 Euro)

Die Stadt Sendenhorst zeichnet sich durch eine Vielzahl von kulturellen Angeboten aus. Ein wesentliches Merkmal kultureller Bildung vor Ort ist die Zusammenarbeit der Schulen mit Künstlerinnen und Künstlern. Dieser Schwerpunkt soll im Rahmen der Konzeptentwicklung für das Projekt „Sendenhorst – Stadt der Stimmen“ ausgebaut werden. Auslöser für die Entwicklung der Stadt Sendenhorst zur Kulturstadt war der A-Capella-Bundeskontest im Mai 2008. Die im Projekt angelegten Vernetzungs- und Kooperationsstrukturen sollen für die Entwicklung eines kommunalen Konzeptes für kulturelle Bildung genutzt werden.

Die Stadtkonferenz Kulturelle Bildung soll als dauerhaft einzurichtendes Gremium den kommunalen Entwicklungsprozess begleiten. Die Verabschiedung des kommunalen Leitbildes für kulturelle Bildung ist für Anfang 2010 geplant.

Ab 25.000 Einwohner  – 15.000 Euro

Warendorf  (15.000 Euro)

Ausgangspunkt für die Entwicklung der Stadt Warendorf zur Bildungskommune war das Projekt Medienpartner Bibliothek und Schule in den Jahren 2002 -2004. Weitere Bildungspartner kamen dazu und im November 2006 machte es sich die erste Bildungswerkstatt zur Aufgabe, die Bildungs- und Zukunftschancen der Kinder und Jugendlichen gemeinsam zu verbessern. Dies bedeutete eine Bündelung der lokalen Kräfte und Stärken, man suchte den Dialog mit den Partnern, um voneinander zu lernen und miteinander Lösungen zu finden. Im April 2009 nahm die 1. Warendorfer Bildungskonferenz Ihre Arbeit auf. Die Stadt Warendorf will der kulturellen Bildung in all ihren Facetten Raum geben und ihre Bedeutung sichtbar machen, indem sie wie ganz selbstverständlich in andere Bildungsthemen eingebunden wird.

Ab 60.000 Einwohner – 20.000 Euro

Moers (10.000 Euro)

Die Stadtentwicklung orientiert sich an dem Leitbild Moers 2020.

Bildung und Kultur sind zwei von sechs Handlungsfeldern, deren vorrangiges Ziel die Förderung der kulturellen Bildung ist. Die Stadt verpflichtet sich, eine qualitativ hochwertige Kulturarbeit in ihrer ganzen Vielfalt nachhaltig  zu fördern und zu sichern. Die Moerser Bildungslandschaft soll zukunftsfähig weiterentwickelt und gesichert werden. Investitionen in Bildung werden als Investitionen in der Zukunft der Stadt gesehen. Im Zuge des neuen Kulturmanagements wurde eine Koordinierungs- und Kontaktstelle – Kulturbüro – eingerichtet.  Hauptaufgabe ist die Vernetzung von Kulturangeboten und die Förderung der Zusammenarbeit von freien Kulturträgern und öffentlichen Institutionen. Das Kulturbüro tritt als Kooperationspartner überregionaler Kultur- und Städtenetzwerke auf und trägt mit kulturellen Konzepten zur Kultur- und Stadtentwicklungsplanung bei.

Unna (10.000 Euro)

Die Stadt Unna hat sich zum zweiten Mal an dem Wettbewerb „Kommunale Gesamtkonzepte für kulturelle Bildung“ in der Gewissheit beteiligt, mit den konkreten Realisierungen ein wegweisendes und notwendiges Vernetzungsinstrument in die Kommunalstruktur implementiert zu haben. Nach Gewährung des Preisgeldes in Höhe von 20.000 Euro im Jahr 2007 wurde die Servicestelle Jugend-Kultur-Schule eingerichtet mit der Aufgabe, ein Netzwerk aller Akteure in der kulturellen Bildung zu gründen und bereits bestehende Strukturen zu stärken. All diese Aktivitäten richten sich auf die längerfristige Stärkung der kommunalen Bildungslandschaft Unnas.

Herten (20.000 Euro)

Die Entwicklung der kommunalen Kultur- und Bildungslandschaft ist derzeit in der Stadt Herten ein zentrales Zukunftsthema. Deshalb wird dem Ausbau der Bildungseinrichtungen, der Modernisierung der Infrastruktur und dem Aufbau von Kooperationsstrukturen oberste Priorität gegeben. Durch die organisatorische Zusammenführung der außerschulischen Bildungs- und Kultureinrichtungen in einem Fachbereich - Bildung, Kultur und Sport - ist ein Kommunales Bildungsnetzwerk gewachsen. Städt. Institute und Einrichtungen der außerschulischen Bildung wie Bibliothek, Volkshochschule, CreativWerkstatt, Musikschule und Jugendkunstschule vernetzen sich durch praktische Angebote und werden Partner für Kindertagesstätten und Schulen. KulturScouts treten als Vermittler zwischen Schulen und dem Kulturbüro auf, das seit Jahren kulturpädagogische Projekte durchführt.

Für die Weiterentwicklung des Gesamtkonzeptes kultureller Bildung und der Hertener Bildungslandschaft sind Schlüsselprojekte definiert worden, das sind u. a. Kultur macht Schule, die Kultur- und Bildungsbörse, der Hertener Kinder- und Jugendbuchpreis, Jedem Kind ein Instrument, - Buch, - ein Sportverein. Alle diese Aktivitäten zielen darauf, die kulturelle Bildung und ihre Einrichtungen  fest in der Hertener Bildungslandschaft zu verankern.

Ab 150.000 Einwohner – 30.000 Euro

Dortmund (15.000 Euro)

„Die Auszeichnung ist für uns ein Ansporn, unser Konzept weiter zu verfolgen“ – das sagte die Vorsitzende  des Ausschusses für Kultur, Sport und Freizeit, Frau Bürgermeisterin Birgit Jöder, anlässlich der Preisverleihung im Jahr 2007. Die Stadt Dortmund hat sich auf den Weg gemacht, um zur Modellstadt für Kulturelle Bildung zu werden. Seit April 2008 wird der Prozess begleitet durch einen Steuerungskreis und einen Beirat aus Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen und freien Kulturträger. Seit März 2008 koordiniert die zentrale Kontaktstelle für kulturelle Bildung beim städtischen Kulturbüro die Vielzahl von Initiativen und Projekten zur Umsetzung des kommunalen Gesamtkonzeptes.

In der Fortentwicklung des Kommunalen Gesamtkonzeptes werden einige Aspekte vertieft und neue kommen hinzu wie die Stärkung der kulturellen Bildung in den Kindertagesstätten.

Düsseldorf (15.000 Euro)

Das Thema „Kulturelle Bildung“ ist seit dem Jahr 2000 eines der Schwerpunktthemen der Landeshauptstadt. Die in den drei Bildungsoffensiven vom Rat der Stadt beschlossenen Programme zur Stärkung der künstlerischen-kulturellen Bildung stellen den bildungspolitischen Auftrag an die Verwaltung dar. In Düsseldorf arbeiten alle an Bildung beteiligten Ämter und Akteure eng und spartenübergreifend zusammen. Die Zusammenarbeit von Kultur und Schule wird durch neue Projekte zur musischen Erziehung ergänzt. Dabei werden zwei ineinander verzahnte und sich gegenseitig bedingende Prozesse berücksichtigt – zum einen die Rolle des Künstlers in neuen Vermittlungskontexten und die wachsende Akzeptanz von Künstlern im Bereich Schule. Künstler sollen nicht länger das Besondere sein, sondern mit der anderen Profession einen festen Ort in dem System erhalten. Im Rahmen der Bildungsoffensive III (seit Oktober 2003) geht es um die Vernetzung von schulischer und vorschulischer Bildung, um ein ganzheitliches Bildungsangebot zu entwickeln. Das Kulturamt fungiert in dem Zusammenspiel mit anderen städtischen Ämtern, Schulen, Kulturinstituten und Künstlern als Initiator, Vermittler und Katalysator. 

Mülheim an der Ruhr (15.000 Euro)

Der Stellenwert von  Kunst und Kultur in der kommunalen Bildungslandschaft wurde für die Stadt Mülheim im KulturDialog 1 (2002– 2007) - einem zukunftsorientierten Konzept – definiert, seitdem kontinuierlich weiter entwickelt und fortgeführt im KulturDialog 2. Ein besonderer Schwerpunkt in der Kulturarbeit wird auf den demographischen Wandel, das bürgerschaftliche Engagement, die Entwicklung der Kulturwirtschaft und die Sozialraumorientierung sowie die Integration von Migrantinnen und Migranten gelegt. Der städtische Kulturbetrieb versteht sich in diesem Prozess als Moderator und Dienstleister für die vielfältigen Kulturprojekte und kulturelle Initiativen. Eine Herausforderung an die kommunale Kulturarbeit stellt die Beteiligung an der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 dar.

Herne (30.000 Euro)

Eine Ruhrgebietsstadt in der Emscherzone, jahrzehntelang durch den Bergbau geprägt, befindet sich die Stadt nach wie vor im Strukturwandel. Die Zukunftschancen der Stadt sind in den Leitlinien zur Stadtentwicklung 2015 festgeschrieben und weisen dem kommunalen Handlungsfeld Bildung eine besondere Bedeutung zu. Im Fachbereich Kultur wurde eine Koordinierungsstelle für kulturelle Bildungs-entwicklung eingerichtet, die sich insbesondere mit dem Arbeitsschwerpunkt „Schule und Kultur“ befasst. Mit dem „Herner Bildungsmodell der Zukunft – ein Leben lang lernen“ hat sich die Stadt um eine Beteiligung am Programm des BMBF „Lernen vor Ort“ erfolgreich beworben. Ziel ist ein anspruchvolles Bildungsmanagement, welches in einem Gesamtsystem alle Akteure im Sinne eines gemeinsam verantworteten und abgestimmten Handelns miteinander verbindet.

Lohmar, Overath, Rösrath, Troisdorf (20.000 Euro)

Mit dem Projekt „KennenLernenUmwelt“ haben sich die vier Städte auf einen gemeinsamen Weg in der Bereitstellung von Bildungs-Infrastruktur gemacht. Vier Bildungswerkstätten bieten 27 Offenen Ganztagsgrundschulen Raum für erlebendes Lernen, individuelle Förderung und Projektarbeit. Das gemeinsame Bildungsprogramm ist auf das Curriculum abgestimmt, damit die Lehrkräfte die Angebote sinnvoll mit ihrem Unterricht verknüpfen und nutzen können. Der Transfer zwischen  Schulen und Bildungswerkstätten wird in Verantwortung der Kommunen übernommen. Die interkommunale Zusammenarbeit wird durch einen Lenkungskreis begleitet, in dem die zuständigen Beigeordneten und die Projektkoordinatoren für Bildung und Landschaft vertreten sind. Die gemeinsamen Planungen setzen immer wieder starke Impulse, da die beteiligten Kommunen unterschiedliche Voraussetzungen, Erfahrungen und Möglichkeiten einbringen.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an das Kulturreferat, Dr. Stefanie Jenkner, Telefon 0211 837-1136.

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