Kulturstaatssekretär stellt Kulturförderbericht 2008 vor

3. Juli 2009

Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff stellt Kultur-förderbericht 2008 vor: „Westfalen hat Rheinland in der Kultur­förderung überholt“ / Mit weit über 300.000 Besuchern positive Bilanz der Kultursaison ARTENTION in Frankreich

Staatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff hat den zweiten Kulturförderbericht des Landes vorgestellt. Grosse-Brockhoff: „Der Bericht dokumen­tiert die kontinuierlich steigende Kulturförderung des Landes.Trotz der Wirt­schaftskrise halten wir fest an der schrittweisen Verdoppelung unseres Kulturförderetats."

Die Staatskanzlei teilt mit:

Den zweiten Kulturförderbericht des Landes Nordrhein-Westfalen hat der nordrhein-westfälische Staatssekretär für Kultur, Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, heute (3. Juli 2009) in Düsseldorf vorgestellt. Grosse-Brockhoff: „Bei Regierungsantritt haben wir versprochen, die von der Kulturszene seit langem geforderte Transparenz der Kulturförderung Jahr für Jahr zu liefern. Mit diesem zweiten Bericht ist es gelungen, das Versprechen mehr als zügig erneut einzulösen. Der Bericht dokumen­tiert die kontinuierlich steigende Kulturförderung des Landes seit dem Regierungswechsel im Jahr 2005 bis zum Jahr 2008. Trotz der Wirt­schaftskrise halten wir fest an der schrittweisen Verdoppelung unseres Kulturförderetats. Im Vergleich der Regionen belegt der Bericht, dass die Landesregierung die Kulturförderung in Westfalen ständig gesteigert hat. Entgegen anderslautender Annahmen aus der Region übertrifft im Jahr 2008 die jährliche Pro-Kopf-Förderung in Westfalen mit 6,15 Euro sogar den Pro-Kopf-Anteil des Rheinlandes mit 5,90 Euro. Auch 2007 lag Westfalen mit 5,93 Euro pro Kopf schon vor dem Rheinland mit 5,24 Euro pro Kopf.“ Erhielt Westfalen im Jahr 2005 rund 37 Millionen Euro Kulturfördermittel, waren es im Jahr 2008 rund 52 Millionen. Mit rund 57 Millionen Fördermitteln für das Rheinland im Jahr 2008 hat sich damit auch in den absoluten Zahlen der Abstand stark relativiert.“

Der Kulturstaatssekretär zog zugleich eine positive Bilanz der nordrhein-westfälischen Kultursaison ARTENTION, die im Mittelpunkt des Frank­reich-Nordrhein-Westfalen-Jahres stand. Grosse-Brockhoff: “Mit weit über 300.000 Besuchern war die Kultursaison ein in Inhalt und Umfang für das Land bislang einmaliges internationales Kulturprojekt. Zwischen Juni 2008 und Juni 2009 bot ARTENTION in etwa 120 Veranstaltungen Kunst aus Nordrhein-Westfalen in Paris und weiteren Städten Frank­reichs an. Beteiligt waren deutsche und französische, staatliche und private Kulturinstitutionen sowie Akteure aller Kunstsparten. Einen ersten eindrucksvollen Höhepunkt bildeten die Ereignisse am ersten Oktoberwochenende 2008 um den Tag der deutschen Einheit und die Kulturnacht „Nuit Blanche“ in Paris.” Die französische Regierung nahm ARTENTION als deutschen Beitrag zur „Saison culturelle européenne“ anlässlich ihrer EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2008 auf. Schirmherren des Projektes waren Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und der französische Premierminister François Fillon. Das Festival wurde mit 2,1 Millionen Euro Landesmitteln unterstützt.

Als zentrale Schwerpunkte der Kulturpolitik ging der Staatssekretär auf die Bereiche Substanzerhalt und Kulturelle Bildung ein. Grosse-Brockhoff: „Das Unglück von Köln hat das Bewusstsein für Bestands­erhalt in der breiten Öffentlichkeit geschärft. Denn es sind unermess­liche Schätze unseres kulturellen Gedächtnisses, die in allen unseren Archiven bewahrt werden und denen der langsame Zerfall droht. Die Initiative der Landesregierung mit bislang knapp zwölf Millionen Euro (2006 bis 2009) für den Substanzerhalt wurde nicht zuletzt in den ver­gangenen Wochen von internationalen Experten mehrfach gewürdigt. Dabei werden historische Dokumente in den Archiven mit 2,1 Millionen Blatt pro Jahr konserviert. Aber auch Werke der Bildenden Kunst und einzigartige Filmschätze werden mit Mitteln des Landes restauriert und erhalten. Mit dem Staatlichen Museum Auschwitz haben wir ein ge­meinsames Projekt zur Erhaltung der so genannten „Mengele-Akten“ begonnen.“

„Mit mehr als zwölf Millionen Euro im Jahr 2008 steht die Kulturarbeit für Kinder und Jugendliche im Zentrum unserer Kulturpolitik“, betonte Grosse-Brockhoff. „Jeder zehnte Euro des Kulturetats der Staatskanzlei wird in die kulturelle Bildung investiert. Denn wir glauben, dass die Kreativität eine Schlüsselqualifikation für die Zukunft ist. Auch für die Persönlichkeitsentwicklung ist die ästhetische Erziehung von großer Bedeutung. Deshalb möchten wir jedem Kind die Chance geben, Kunst mit eigener Erfahrung und eigenem Tun kennen zu lernen. Im Rahmen unseres Landesprogramms „Kultur und Schule“ arbeiten mehr als 1000 Künstlerinnen und Künstler aller Sparten in den Schulen unseres Landes.

43.300 Kinder an 522 Grundschulen werden nach den Ferien an dem erfolgreichen Modellprogramm „Jedem Kind ein Instrument“ im Ruhr­gebiet teilnehmen. Darunter sind 27.700 Erstklässler. Von den im Schuljahr 2008/2009 erstmals teilnehmenden Kindern werden 11.600 angehende Zweitklässler ein Instrument erlernen. Weitere 4000 Dritt­klässler erhalten Ensemble- und Instrumentalunterricht. „Gerade das Instrumentalspiel und insbesondere das gemeinsame Musizieren in Ensembles wirkt auf Kinder positiv,” sagte Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff. Das Modellprojekt „Jedem Kind ein Instrument“ (JeKi) ist Teil der Aktivitäten zur Kulturhauptstadt Europas 2010. Bis 2010 soll allen Grundschulkindern der ersten Klasse im Ruhrgebiet ermöglicht werden, das Spielen eines Instruments zu erlernen. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert das Projekt bis 2011 mit 15,4 Millionen Euro. Es ist geplant, das Projekt nach 2010 schrittweise auf ganz Nordrhein-Westfalen auszuweiten.

Grosse-Brockhoff dankte dem Leiter des Instituts, Dr. Norbert Sievers, und allen Mitwirkenden für die umfangreiche Arbeit an dem Kultur­förderbericht: “Bei der Erstellung des Berichts war das „Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft“ mit Sitz in Bonn feder­führend. Für die von Ihnen geleistete Arbeit möchte ich Ihnen aufrichtig danken.“

Kulturförderbericht, pdf-Datei

Der Kulturbericht kann auch telefonisch bestellt werden unter Tel. 0180-3100114 oder per Mail unter stk@gwn-neuss.de.

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