„Kultur darf kein Luxus sein“

13. August 2010

„Kultur darf kein Luxus sein“

"Kultur darf kein Luxus sein, wie ein Fünf-Gänge-Menü, das sich nur einige Wenige leisten können", sagt Kulturministerin Ute Schäfer im Interview mit der Westdeutschen Zeitung. "Kunst und Kultur müssen zu jedem Leben dazugehören wie ein gutes Frühstück zum Tag. Dabei ist mir die frühe kulturelle Bildung besonders wichtig."

INTERVIEW: Ministerin Ute Schäfer will nicht nur Spitzenkunst fördern.

Frau Schäfer, Sie leiten das Ressort für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport. Die Kultur soll dabei einen großen Raum einnehmen. Wo liegen die Akzente?

Schäfer: Wir fördern wie die alte Regierung einerseits die große Spitzenkunst in Nordrhein-Westfalen. Andererseits aber setzen wir auch einen Schwerpunkt bei der kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen. Kultur darf kein Luxus sein, wie ein Fünf-Gänge-Menü, das sich nur einige Wenige leisten können. Kunst und Kultur müssen zu jedem Leben dazugehören wie ein gutes Frühstück zum Tag. Dabei ist mir die frühe kulturelle Bildung besonders wichtig.

Was heißt das konkret in Bezug auf die Finanzen?

Schäfer: Zurzeit liegt der Kulturetat bei rund 160 Millionen Euro. Den werden wir nicht  kürzen. Im Gegenteil: Für den Kulturrucksack haben wir im Rahmen der Koalitionsverhandlungen zusätzliche Mittel vereinbart. Wir haben uns vorgenommen, jedem Kind, jedem jungen Menschen den Weg in die Kultur noch weiter zu öffnen. Der Rucksack, den wir packen wollen, soll den freien Zugang zu Museen und  Theatern umfassen sowie mehr Begegnungen mit der Kreativität der Kunst in der Kita und der Schule.

Zur Krise in der kommunalen Kulturfinanzierung: Die Einnahmen der Kommunen sinken weiter. Wuppertal zum Beispiel ist mit knapp zwei Milliarden Euro verschuldet. Die Stadt muss sich, wie etwa Bochum und Oberhausen, dem Haushaltssicherungskonzept beugen. Aus welchen Töpfen wollen Sie die Stadtkultur fördern?

Schäfer: Wir werden die Kommunen stärken, denn eines darf nicht passieren: dass bei Nothaushalten und Sparbeschlüssen Kunst und Kultur als erste dem Rotstift zum Opfer fallen. Wir prüfen – das kann ich nicht allein entscheiden – ob es ähnlich wie beim Schulbau oder Sport auch für die Kultur eine Pauschale geben kann, als eine Zweckbindung von Mitteln für Kultur innerhalb des Gemeindefinanzierungsgesetzes.

Könnte das Land das Tanztheater von Pina Bausch oder die Wuppertaler Bühnen übernehmen?

Schäfer: Das kann ich nicht zusagen. NRW hat die Kulturpolitik stets als gemeinsame Aufgabe von Städten, Gemeinden und Land gesehen. Das werden wir nicht grundsätzlich verändern.

Was wird aus dem Slogan: Jedem Kind ein Instrument?

Schäfer: Das Projekt werden wir weiterentwickeln. Es geht nicht um das Instrument allein, sondern darum, dass Kinder lernen, in einem Ensemble zu spielen, zu tanzen oder zu singen. Die zentrale Idee von Kultur ist, dass man gemeinsam etwas macht.

Das Interview führte Helga Meister
Quelle: Westdeutsche Zeitung, 13.08.2010

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