Kohlendioxid-Abscheidung wichtige industriepolitische Chance

29. Juni 2009

Kohlendioxid-Abscheidung wichtige industriepolitische Chance / Düsseldorfer Klimaschutztagung: Wissenschaft und Politik diskutieren CCS-Technologie

Die Abscheidung und unterirdische Speicherung von Kohlendioxid aus Kohlekraftwerken (Carbon Capture and Storage, CCS) ist nach den Worten der nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerin Christa Thoben „eine wichtige industriepolitische Chance, die wir nicht ver­passen wollen. Auf mittlere Sicht ist die Stromerzeugung aus Kohle un­verzichtbar".

Das Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie teilt mit:

Die Abscheidung und unterirdische Speicherung von Kohlendioxid aus Kohlekraftwerken (Carbon Capture and Storage, CCS) ist nach den Worten der nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerin Christa Thoben „eine wichtige industriepolitische Chance, die wir nicht ver­passen wollen. Auf mittlere Sicht ist die Stromerzeugung aus Kohle un­verzichtbar. Die Akzeptanz von Kohlekraftwerken in der Bevölkerung erreichen wir aber nur, wenn wir alle Anstrengungen unternehmen, um den Kohlendioxidausstoß weltweit drastisch zu reduzieren. Auf dem Weg da hin kann die CCS-Technologie ein wichtiger Schritt sein.“ Das erklärte die Wirtschaftsministerin heute, 29. Juni 2009, anlässlich der Düsseldorfer Tagung „Klimaschutz durch Kohlendioxid-Speicherung“, bei der Politiker, international anerkannte Wissenschaftler und Techniker über diese Technologie diskutierten.

Derzeit gibt es in Deutschland Pläne für zwei Pilotanlagen: der schwe­dische Energiekonzern Vattenfall verfolgt ein entsprechendes Projekt in Ostdeutschland, die RWE Power AG will ein 450-MW-Kraftwerk mit CCS-Technologie in Hürth bei Köln bauen. Das dort anfallende CO2 soll bis zu 90 Prozent abgeschieden und über eine rund 500 km lange Pipe­line nach Schleswig-Holstein transportiert werden und dort in geeignete unterirdische Gesteinsformationen gepresst werden.

Nach Plänen der Europäischen Kommission in Brüssel sollen bis 2020 europaweit eine Reihe von Anlagen mit CCS-Technologie entstehen. Eine entsprechende Richtlinie der EU aus dem April 2009 ist vor we­nigen Tagen im europäischen Amtsblatt veröffentlicht worden. Diese Richtlinie muss in nationales Recht umgesetzt werden, ein ent­sprechender Gesetzentwurf der Bundesregierung liegt vor und wir zurzeit in den Fraktionen des deutschen Bundestags beraten. Der Bundesrat hat bereits am 15. Mai grundsätzlich zugestimmt. Für Forschung und Entwicklung wird die EU Fördermittel in Höhe von 1,25 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Davon sind 250 Millionen Euro für die beiden deutschen Projekte vorgesehen.

„Was wir jetzt dringend brauchen, ist eine umfassende, sachliche und nachhaltige Aufklärung der Bevölkerung über die Chancen dieser Technologie für den Klimaschutz. Dabei dürfen aber auch die Risiken nicht verschwiegen werden. Die Landesregierung hat hierzu bereits sehr engagierte Beiträge geleistet, wir stellen uns offen, vorurteilsfrei und fair dieser Diskussion. Die Landesregierung hat schon vor Wochen einen breit angelegten industriepolitischen Dialog mit Unternehmen, Verbän­den und Gewerkschaften ins Leben gerufen. Ich bin sicher, dass auch in Norddeutschland eine solche Initiative zum Erfolg führen kann. Unsere Erfahrung ist: Eine frühzeitige, sensible Information und Transparenz werden von den Bürgerinnen und Bürgern honoriert“, so noch einmal die Wirtschaftsministerin.

Weitgehende Einigkeit herrschte bei der Düsseldorfer Klimaschutz­tagung darüber, dass wenigstens mittelfristig die Stromerzeugung aus Kohle zur Deckung der weltweit steigenden Stromnachfrage unverzicht­bar sein wird. Denn nach jüngsten Prognosen der Internationalen Ener­gieagentur (IEA) wird sich die globale Stromerzeugung bis 2030 nahezu verdoppeln. 70 Prozent der globalen und 60 Prozent der europäischen Stromproduktion werden auch dann noch aus fossilen Brennstoffen erfolgen.

Trotz der Erfolge bei der Effizienzsteigerung des Kraftwerksprozesses gelangen bei der Verbrennung von Kohle und anderen fossilen primären Energieträgern weiterhin große Mengen Kohlendioxid in die Atmo­sphäre. „Allen Fachleuten ist klar, dass wir auf die Stromerzeugung aus Kohle nicht verzichten können. Deshalb brauchen wir schnell mutige Schritte bei der CO2-Reduktion, dazu gehören neben der Effizienz­steigerung im Kraftwerksbereich auch Technologien wie die CO2-Ab­scheidung und  Einlagerung. Wenn wir hier zu praktikablen Lösungen kommen, sichern wir nicht nur die wirtschaftliche Nutzung unserer heimischen Braunkohle, sondern wir sichern uns auch Exportchancen für modernste Umwelt- und Kraftwerkstechnologien“, so Wirtschafts­ministerin Christa Thoben.

Die EnergieAgentur.NRW hat anlässlich der Veranstaltung die Broschüre „Kohlendioxidabtrennung und –speicherung.Fakten zu CCS“ und ein Internetportal erstellt. Die Broschüre ist erhältlich unter 01803 19 0000.

Weitere Informationen: www.energieagentur.nrw.de/ccs-tagung

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