Medienkunst: Tina Tonagel und Kerstin Ergenzinger erhalten Stipendium

14. Juni 2010

Kölner Medienkünstlerinnen Tina Tonagel und Kerstin Ergenzinger erhalten NRW-Medienkunststipendien 2010 und 2011

Die beiden Kölner Medienkünstlerinnen Tina Tonagel und Kerstin Ergenzinger erhalten die nächsten Stipendien für Medienkunst des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen. "Mit diesen Stipendien wollen wir Künstlerinnen der noch jungen Kunstsparte Medienkunst dabei unterstützen, neue Projekte zu realisieren“, sagte Kulturstaatssekretär Grosse-Brockhoff.

Die Staatskanzlei teilt mit:

Die beiden Kölner Medienkünstlerinnen Tina Tonagel und Kerstin Ergenzinger erhalten die nächsten Stipendien für Medienkunst des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Künstlerin Tina Tonagel erhält das erste am 1. Juli beginnende Stipendium für das Jahr 2010. Medienkünstlerin Kerstin Ergenzinger das am 1. Februar 2011 beginnende zweite Stipendium für das Jahr 2011. Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff sagte dazu heute (14. Juni 2010) in Düsseldorf: „Medienkunst hat in Nordrhein-Westfalen immer eine ganz besondere Rolle gespielt und wird mit dem neuen Dortmunder U hoffentlich einen vollkommenen neuen Popularitätsschub in unserem Land erhalten. Mit diesen Stipendien wollen wir Künstlerinnen der noch jungen Kunstsparte Medienkunst dabei unterstützen, neue Projekte zu realisieren.“ Die seit dem Jahr 2000 bestehenden Stipendien werden seit 2004 alle zwei Jahre ausgeschrieben. Sie sind jeweils mit 7.660 Euro dotiert. Die Stipendiatinnen erhalten jeweils 6 Monate lang eine Unterstützung von monatlich 1.000 Euro sowie eine einmalige Materialpauschale in Höhe von 1.660 Euro. Betreut werden die Künstlerinnen vom Hartware MedienKunstVerein aus Dortmund.

Eine Fachjury bestehend aus Susanne Weirich (Berlin), Künstlerin und NRW-Medienkunst-Stipendiatin 2008, Thibaut de Ruyter (Berlin), Kunstkritiker, und Dr. Inke Arns (Dortmund), künstlerische Leiterin des HMKV, entscheidet über die Vergabe des Stipendiums. Bisherige Stipendiatinnen waren: Agnes Meyer-Brandis (2009), Susanne Weirich (2008), Rena Tangens (2007), Anne Pöhlmann (2006), Rosa Barba (2005), Philine Sollmann (2004), Aurelia Mihai (2003), Anja Kreysing (2002), Bettina Lockemann (2001), Ilona Johanna Plattner (2000).

Das Stipendium richtet sich an Medienkünstlerinnen, die in NRW ihren Wohnsitz haben. Voraussetzung ist, dass diese ein neues Projekt realisieren möchten und sich mit einem entsprechenden Konzept bewerben. Nach Abschluss des Stipendiums, an das keine Residenzpflicht gebunden ist, findet eine Präsentation der Ergebnisse statt. Die Stipendien haben keine Altersbegrenzung.

Tina Tonagel (*1973) studierte an der Universität Bielefeld und an der Kunsthochschule für Medien Köln (Abschluss 2004). Sie erhielt u. a. 2004 den Milla und Partner-Preis für Medien im Raum (Stuttgarter Filmwinter), 2008 den 5. Marler Video-Installations-Preis (Skulpturenmuseum Glaskasten Marl) und 2009 ein Stipendium der Kunststiftung NRW (Nachwuchsförderung).

Kerstin Ergenzinger (*1975) studierte an der Universität der Künste in Berlin, am Chelsea College of Art and Design in London und an der Kunsthochschule für Medien Köln (Abschluss 2007). Preise und Stipendien u. a.: 2008 Förderpreis des Landes NRW (Medienkunst), 2008-2010 Atelierstipendium des Kölnischen Kunstvereins und der Imhoff Stiftung,  2009 Arbeitsstipendium Kunstfonds Bonn.

Jury-Statement zu Tina Tonagel (Stipendium 2010):
Die Künstlerin Tina Tonagel (Köln) entwickelt seit einigen Jahren experimentelle Arbeiten mit Overhead-Projektoren. Ausgehend von zunächst rein visuellen Installationen, bei denen kinetischen Aufbauten auf den Projektoren Bilder in Echtzeit erzeugten, ist die Künstlerin seit kurzem dazu übergegangen, diese raumbezogenen Installationen durch Klangelemente zu erweitern. Tina Tonagels Projektvorhaben „Himalaya-Variationen“ ist eine audiovisuelle Performance mit zwei Overhead-Projektoren. Auf die Auflageflächen der Projektoren werden selbstgebaute Klangerzeuger/Musikinstrumente gelegt, diese Instrumente werden live gespielt und in Echtzeit visualisiert. Das Konzept für diese „kinetische Overhead-Installation“ sowie die Experimentierfreudigkeit, der Humor und der intelligente Witz dieser Künstlerin haben die Jury überzeugt.

Jury-Statement zu Kerstin Ergenzinger (Stipendium 2011):
Kerstin Ergenzinger (Köln) schafft raumbezogene, reaktive Installationen, wie z.B. die beeindruckende Lichtinstallation ..W / ..O KEINGRADWESTUNDKEINGRADOST, (2006), die aus einer begehbaren Kiste bestand, deren Ecken durch projizierte Linien visualisiert wurden, welche sich kaum merklich verschoben. Auch die raumgreifende kinetische Installation Studie zur Sehnsucht (2007-2009), die seismologische Daten in sich langsam verändernde Berg- und Bodenformationen übertrug, beeindruckte die Jury.

Kerstin Ergenzingers Projekt „Rotes Rauschen“ ist eine experimentelle Installation, ein pseudo-wissenschaftliches Arrangement, eine künstlerische Studie zur Erforschung des Rohmaterials unserer Wahrnehmung – und eine Skulptur. Die Künstlerin plant, einen Raum in einem alleinstehenden, nicht unterkellerten Gebäude in einen „Raumseismometer und Zustands- und Unruhemesser“ umwandeln. Dieser „lauscht den Neigungen – also den Gewichtsverlagerungen in seinem Inneren – sowie den langsamen Frequenzen des allgegenwärtigen seismischen Rauschens, das unter ihm durch den Boden wandert.“ Jeder, der einen solchen Raumseismometer betritt, verändert die Gewichtsverteilung des Ortes und verschiebt das Beziehungsgefüge im Raum.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Geschäftsbereichs Kultur in der Staatskanzlei, Telefon 0211 837-1136.

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