Köln beschreitet neuen Weg im Kampf gegen Jugendkriminalität

12. Juni 2009

Köln beschreitet neuen Weg im Kampf gegen Jugendkriminalität - Justizministerin Müller-Piepenkötter und Innenminister Wolf eröffnen „Haus des Jugendrechts“

Köln beschreitet neuen Weg im Kampf gegen Jugendkriminalität - Justizministerin Müller-Piepenkötter und Innenminister Wolf eröffnen „Haus des Jugendrechts“

Das Justiz- und das Innenministerium teilen mit:

In Köln haben sich erstmals in Nordrhein-Westfalen Polizei, Staatsanwaltschaft, Jugendamt und Jugendgerichtshilfe gemeinsam unter einem Dach im Kampf gegen die Jugendkriminalität zusammengeschlossen.

Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter und Innenminister Dr. Ingo Wolf eröffneten heute (12. Juni 2009) in der größten Stadt des Landes das „Haus des Jugendrechts“. „Hier wird das Prinzip der zusammen geschobenen Schreibtische im Kampf gegen die Jugendkriminalität verfolgt“, sagte der Innenminister. Die Justizministerin betonte: „Erst dieses konzentrierte und auf aktuellem Stand gehaltene Wissen versetzt einen Jugendrichter in die Lage, dem jungen Beschuldigten schnell und spürbar eine ‚passende‘ Antwort auf seine Straftaten zu geben. Das ist sowohl aus erzieherischen Gründen als auch im Hinblick auf das Sicherheitsinteresse der Bevölkerung geboten.“

Die Bekämpfung der Jugendkriminalität habe eine hohe Priorität in der Landesregierung, so Wolf. „Wir wissen sehr zu schätzen, dass in Köln dieses vorbildliche Konzept vertrauensvoller Zusammenarbeit ganz praktisch umgesetzt wird. Damit starten wir ein für Nordrhein-Westfalen wegweisendes Projekt zur Bekämpfung der Jugendkriminalität.“ Der Umfang der registrierten Jugendkriminalität hält sich in Nordrhein-Westfalen seit Jahren auf einem gleichbleibenden Niveau.

Die Justizministerin hob hervor: „In der neuen Einrichtung werden seitens Justiz, Polizei und Jugendbehörden besonders intensive Anstrengungen unternommen, um den Jugendlichen in seiner persönlichen und sozialen Lage konkret zu unterstützen, ihn zugleich aber auch zu kontrollieren und ihm erforderlichenfalls sehr schnell zu zeigen, wo es lang geht.“ So stünden gerade auch dann alle Informationen rasch zur Verfügung, wenn es für den Jugendlichen „eng“ werde, etwa wenn seine Inhaftierung drohe. „Informationen des Jugendamts über den jugendlichen Beschuldigten und seine Familie sowie über die Möglichkeit seiner Unterbringung in einem Heim der Jugendhilfe als Alternative zur Untersuchungshaft werden ebenso bereitgehalten wie etwa die Erkenntnisse von Polizei und Staatsanwaltschaft zu seiner Strafbarkeit und über seine Kriminalprognose.“

Wird ein Jugendlicher als Intensivtäter eingestuft, erhält er einen festen Ansprechpartner der jeweiligen Institution. Danach greifen Instrumente der Vorbeugung und der konsequenten Strafverfolgung wie zum Beispiel Gefährderansprachen oder schnelle Sanktionen. „Der Jugendliche soll merken, dass er unter Beobachtung steht, und die Folgen seiner Tat sofort zu spüren bekommen. Die Behörden gehen offensiv auf ihn und seine Eltern zu“, erklärte der Innenminister.

Hintergrund:

In Nordrhein-Westfalen gibt es aktuell 1370 Personen unter 21 Jahren, die von Polizei und Justiz als Intensivtäter eingestuft sind, darunter 28 Kinder, 745 Jugendliche und 597 Heranwachsende. Jugendkriminalität beeinträchtigt in hohem Maße das Sicherheitsgefühl, weil sie überwiegend in der Öffentlichkeit stattfindet und weil Jugendliche Gewalttaten und schwere Eigentumsdelikte meistens aus Gruppen heraus begehen. In Nordrhein-Westfalen gibt es in jeder Kreispolizeibehörde Ordnungspartnerschaften zwischen Polizei, Justiz und städtischen Einrichtungen zur Bekämpfung der Jugendkriminalität.

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