Minister Laschet: „Kunst hilft, Tabus aufzubrechen und Missstände aufzudecken“

14. März 2010

Kinopremiere „Die Fremde“ - Minister Laschet: „Kunst hilft, Tabus aufzubrechen und Missstände aufzudecken“

Integrations- und Medienminister Armin Laschet nahm an der nordrhein-westfälischen Kinopremiere des Films „Die Fremde“ im Odeon Kino in Köln teil.

Das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration teilt mit:

Integrations- und Medienminister Armin Laschet nahm heute (14. März 2010) an der nordrhein-westfälischen Kinopremiere des Films „Die Fremde“ im Odeon Kino in Köln teil. „Der Film macht sehr einfühlsam und differenziert auf das Leid einer Zuwandererfamilie aufmerksam. Die Zerrissenheit zwischen patriarchalischen Rollenbildern und dem Wohl des eigenen Kindes, das falsche Verständnis von Ehre und die schwierige Situation, in der Frauen verhaftet sein können - all das wird in leisen Bildern eindrucksvoll dargestellt“, sagte Minister Laschet. Gefördert wurde der Film von der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen.

Die Hauptdarstellerin des Films, Umay (gespielt von Sibel Kekilli), flüchtet aus einer unglücklichen Ehe zurück in ihr Elternhaus nach Berlin. Die Familie, die sie offenherzig empfängt, fängt sehr schnell an unter den Blicken des Umfeldes zu leiden, weil Umay als alleinerziehende Mutter kritisch beäugt wird. Ihr Entschluss, ihren Mann zu verlassen, wird mit einem falschen, altertümlichen Verständnis von Ehre als „inakzeptabel“ gewertet. „Szenen, die keinen Zuschauer kalt lassen“, sagte Laschet.

Letztendlich flüchtet Umay in ein Frauenhaus, in dem sie Ruhe findet. Ruhe, die, wie das Ende des Film zeigt, nicht von Dauer ist.

Minister Laschet: „Der Film macht in einer einzigartigen Art und Weise auf herrschende Missstände und Tabus aufmerksam, die wir gemeinsam beseitigen und aufbrechen müssen. Ich will, dass alle Frauen, unabhängig von ihrer Herkunft, frei und selbstbestimmt in unserem Land leben können. Ich weiß, dass das sehr viele Frauen tun. Doch es gibt leider auch immer noch Mädchen und Frauen, die Opfer patriarchalischer Denkmuster sind. Wir dürfen sie mit ihrem Leid nicht alleine lassen.“

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt Frauen in Not mit einem gut ausgebauten Hilfenetz, an das sie sich vertrauensvoll wenden können: Neben 62 landesgeförderten Frauenhäusern, in denen auch viele Frauen mit Zuwanderungsgeschichte Zuflucht finden, bieten 55 allgemeine Frauenberatungsstellen und 47 Frauen-Notrufe kompetente Beratung und Hilfe. Für minderjährige Mädchen, die von Zwangsheirat bedroht sind, hält das Land fünf spezielle Unterbringungsplätze in drei verteilten Jugendhilfeeinrichtungen bereit.

Darüber hinaus erhalten Opfer von Zwangsheirat passgenaue Hilfen bis hin zur akuten Krisenintervention durch die seit 2007 tätige Online-Beratung zum Schutz vor Zwangsheirat in Trägerschaft des Mädchenhauses Bielefeld. Seit Gründung der Einrichtung bis Ende des vergangenen Jahres wurden bereits 443 Personen beraten. Es ist bundesweit die einzige Einrichtung dieser Art, die allein mit Landesmitteln gefördert wird.

„Gerade im Hinblick auf diesen präventiven Bereich bin ich besonders froh über diesen Film. Er ist sehr geeignet Menschen anzurühren, sie zum Nachdenken über dieses schwierige Thema zu bringen und miteinander ins Gespräch zu führen. Das verdankt er der äußerst behutsamen Arbeit von Frau Feo Aladag, die mit diesem Kinodebüt sehr beeindruckt. Nicht zuletzt aber auch der großartigen Leistung der Schauspielerinnen und Schauspieler. Die Mimik von Sibel Kekilli spiegelt jede einzelne Kränkung und Demütigung wider. Ihr Schmerz und ihre Tränen haben selbst die Komparsen bei den Dreharbeiten angerührt und man ahnt: Sie weiß um das, was sie da spielt“, so der Minister.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration, Telefon 0211 8618 4338.

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