Keine Religion befürwortet Mädchen- und Frauenbeschneidung

4. Februar 2010

Keine Religion befürwortet Mädchen- und Frauenbeschneidung

Am 6. Februar, dem Internationalen Tag gegen Mädchenbeschneidung, weist der Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Thomas Kufen, darauf hin, dass weltweit schätzungsweise 130 Millionen Mädchen und Frauen von Genitalverstümmelung betroffen sind. Für Nordrhein-Westfalen schätzt man die Zahl der potenziell betroffenen Mädchen und Frauen auf über 5.000.

Der Integrationsbeauftragte der nordrhein-westfälischen Landesregierung, Thomas Kufen, teilt mit:

Am 6. Februar, dem Internationalen Tag gegen Mädchenbeschneidung, weist der Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Thomas Kufen, darauf hin, dass weltweit schätzungsweise 130 Millionen Mädchen und Frauen von Genitalverstümmelung betroffen sind. Täglich kommen mehr als 6.000 Mädchen und junge Frauen hinzu. Obwohl die Praxis inzwischen in den betroffenen Ländern vielfach verboten ist und Initiativen sich gegen dieses Ritual engagieren, wird Genital­verstümmelung weiterhin in verschiedenen Ländern des afrikanischen Kontinents und des Nahen Ostens praktiziert. Durch Wanderungs­bewegungen wird das Problem auch nach Europa getragen. Für Nordrhein-Westfalen schätzt man die Zahl der potenziell betroffenen Mädchen und Frauen auf über 5.000.

„Mädchenbeschneidung ist eine Menschenrechtsverletzung und ein massiver Eingriff in die körperliche Unversehrtheit. In keiner Religion finden wir Grundlagen oder Rechtfertigungen für ein solches Ritual. Neben rechtlichen Bemühungen für einen besseren Schutz der Frauen und Mädchen sind für den Erfolg gegen Mädchenbeschneidung Auf­klärungs- und Informationskampagnen entscheidend, die sich gezielt an Lehrer, Sozialarbeiter, medizinisches Personal, Ärzte oder religiöse Führer richten“, führt Thomas Kufen weiter aus.

Für den Integrationsbeauftragten ist die Problematik der Genitalver­stümmelung schon länger ein wichtiges Thema. Er ist Mitglied und Unterstützer des „Runden Tisches NRW gegen Beschneidung von Mädchen“. Seit 2007 bildet der Runde Tisch eine Plattform zur Ver­netzung und zum fachlichen Austausch u. a. von afrikanischen Vereinen, Ärzten und Frauengruppen in Nordrhein-Westfalen. Inzwischen entstehen in vielen Städten in Nordrhein-Westfalen kommunale Runde Tische, die vor Ort aufklären und unterstützen. Bei der Frühjahrskonferenz der Ausländer- und Integrationsbeauftragten der Länder Ende Juni 2009 in Hannover wurde ebenfalls auf Initiative Nordrhein-Westfalens ein Beschluss zum Thema Genitalverstümmelung verabschiedet. Die Ausländer- und Integrationsbeauftragten haben sich u. a. dafür ausgesprochen, dass schon bei den Aufnahmeformalitäten von Flüchtlingen aus Ländern, in denen Genitalverstümmelung praktiziert wird, bereits zu Beginn durch die zuständigen Behörden aufklärend darauf hingewiesen wird, das diese in Deutschlands eine schwere Straftat darstellt.

„Wichtig ist uns dabei, dass wir nicht die betroffenen Mädchen und Frauen stigmatisieren, sondern dass wir die Praxis verurteilen und gleichzeitig den betroffenen Frauen Unterstützung anbieten. Dieses tabuisierte Thema können wir nur durch Aufklärung, Information und vertrauensbildende Maßnahmen brechen, die die Männer mit einbe­ziehen“, erklärt Kufen.

Die Broschüre „Genitale Beschneidung / genitale Verstümmelung bei Mädchen und Frauen - Eine Informationsschrift für Fachkräfte und Interessierte zur Unterstützung von betroffenen Frauen und Mädchen in Nordrhein-Westfalen“, die der Integrationsbeauftragte herausgegeben hat, liefert Basisinformationen und wichtige Kontaktadressen und kann unter IB.Info@mgffi.nrw.de bestellt werden.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an das Büro des Integrationsbeauftragten der Landesregierung Nordrhein-Westfalen, Thomas Kufen, Telefon 0211 8618-3336, Telefax 0211 8618-53336.

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