Kampfmittelräumdienst machte 918 Bomben unschädlich

16. April 2014

Kampfmittelräumdienst machte 918 Bomben unschädlich

Die Experten des Kampfmittelräumdienstes haben im vergangenen Jahr 918 Bomben in Nordrhein-Westfalen entdeckt und unschädlich gemacht. „Die Kampfmittelbeseitigung ist fast 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges immer noch eine Mammutaufgabe. Und das wird auch noch die nächsten Jahrzehnte so bleiben“, sagte Innenminister Ralf Jäger. Zufallsfunde spielen eine immer geringere Rolle. In der Regel werden die Blindgänger bei der systematischen Suche der Experten vom Kampfmittelräumdienst entdeckt, vor allem durch die Auswertung von Luftbildern der Alliierten.

Innenminister Jäger: Auch fast 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs noch eine Mammutaufgabe

Das Ministerium für Inneres und Kommunales teilt mit:

Die Experten des Kampfmittelräumdienstes haben im vergangenen Jahr 918 Bomben in Nordrhein-Westfalen entdeckt und unschädlich gemacht.
„Die Kampfmittelbeseitigung ist fast 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges immer noch eine Mammutaufgabe. Und das wird auch noch die nächsten Jahrzehnte so bleiben“, sagte Innenminister Ralf Jäger. Zufallsfunde spielen eine immer geringere Rolle. In der Regel werden die Blindgänger bei der systematischen Suche der Experten vom Kampfmittelräumdienst entdeckt, vor allem durch die Auswertung von Luftbildern der Alliierten.

2013 erkannten die Experten in 120 Fällen Weltkriegsbomben auf den Luftbildern und räumten sie anschließend. Weitere 22 Blindgänger wurden entdeckt, weil die Aufnahmen Verdachtsmomente lieferten. Bei Bauvorhaben wertet der Kampfmittelräumdienst gezielt Luftbilder aus. Wird eine nicht detonierte Weltkriegsbombe vermutet, überprüfen die Entschärfer den Baugrund. 2013 gab es in NRW 17.555 Anfragen durch Bauherren (Vorjahr: 14.635) an die Kampfmittelräumdienste in Düsseldorf und Arnsberg. In 1.754 Fällen wurden Granaten, Bomben oder andere Sprengmittel zufällig entdeckt (1.811). „Auch Munitionsteile, die harmlos erscheinen, sind lebensgefährlich. Bei verdächtigen Gegenständen müssen Ordnungskräfte oder Polizei sofort informiert werden,“ warnte der Innenminister. „Dann können die Experten vom Kampfmittelräumdienst das Kriegsmaterial entschärfen".

Im vergangenen Jahr entschärften die Fachleute 918 Bomben (Vorjahr: 706). Dazu zählen neben den 228 (239) Bomben mit einem Gewicht von 50 Kilogramm und mehr, auch Nebel-, Brand-, Splitter- und kleinere Sprengbomben. Insgesamt wurden 11.831 Kampfmittel (6.412) geräumt, darunter 8.345 Granaten (4.611), 861 Handgranaten (709), 144 Minen (63) und 1.563 (1.032) andere Sprengmittel. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Anzahl deutlich erhöht. Fünf Bomben mussten vor Ort wegen ihres Zünderzustands oder besonders kritischer Langzeitzünder gesprengt werden.

Im November 2013 fand in Dortmund die größte Evakuierung seit Ende des Zweiten Weltkriegs statt. Dort war ein Blindgänger bei der Luftbildauswertung für ein Bauvorhaben auf dem Gelände eines Industrieunternehmens entdeckt worden. Die Kampfmittelräumer rückten aus und fanden eine britische Luftmine mit einem Gewicht von ca. 1,8 Tonnen vor. Wegen der Größe der Mine und der Menge des enthaltenen Sprengstoffs musste im Radius von 1500 Metern geräumt werden. Rund 20.000 Menschen verließen ihre Häuser, ein Krankenhaus und ein Altenheim wurden evakuiert. Kräfte aus ganz NRW waren in Dortmund im Einsatz, allein 1200 Helfer der Feuerwehren und Hilfsorganisationen. Der ursprünglich angedachte Entschärfungszeitpunkt musste mehrmals verschoben werden, weil einige Menschen das Gebiet nicht verlassen wollten. „Es ist wichtig, bei einer Evakuierung zügig das Haus zu verlassen. Nur so kann die Entschärfung schnell und sicher erfolgen“, mahnte Innenminister Jäger.

Im Januar dieses Jahres geschah in einem Bauschutt-Recyclingbetrieb in Euskirchen ein tragischer Unfall. Ein Baggerfahrer kam bei der Explosion eines Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg ums Leben, 13 Menschen wurden verletzt. Wahrscheinlich kam die Luftmine zusammen mit Bauschutt unbemerkt auf das Betriebsgelände. Auch hier handelte es sich um eine britische Luftmine. Bei einer Größe von 76 Zentimetern Durchmesser und mehr als zwei Meter Länge ähnelt diese eher einem Industriebehälter als einer Weltkriegsbombe. Möglicherweise erkannte der Baggerfahrer deshalb nicht die Gefahr. Der exakte Unfallhergang konnte bisher nicht aufgeklärt werden.

Die Folgen des Zweiten Weltkriegs verursachen weiter hohe Kosten. Im vergangenen Jahr zahlte das Land rund 17,1 Millionen Euro, um Kampfmittel zu beseitigen und die Entsorgungstechnik zu modernisieren. Der Bund erstattete etwa 1,3 Millionen Euro für die Beseitigung der ehemals reichseigenen Munition. An private Räumfirmen vergab Nordrhein-Westfalen Aufträge in Höhe von 5,5 Millionen Euro.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Inneres und Kommunales, Telefon: 0211 871-2300.

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