Japanischer Botschafter informiert sich über Projekte der Energiewende

23. April 2012

Japanischer Botschafter informiert sich über Projekte der Energiewende in NRW – Minister Remmel: NRW ist Vorreiter bei Erneuerbaren Energien / Solarsiedlung in Köln ist die 17. Etappe der NRW-Klimaschutztour

Der japanische Botschafter in Deutschland, Takeshi Nakane, hat sich mit Klimaschutzminister Johannes Remmel über Projekte der be­schleunigten Energiewende in NRW informiert.

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Der japanische Botschafter in Deutschland, Takeshi Nakane, hat sich mit Klimaschutzminister Johannes Remmel über Projekte der be­schleunigten Energiewende in NRW informiert. „Ich freue mich, dass der gute Ruf von NRW als Vorreiter bei Klimaschutz und Energiewende bis nach Japan gedrungen ist. Wir stehen vor den gleichen Herausfor­derungen“, sagte Remmel beim Besuch der Solarsiedlung Köln-Niehl. Zur hochrangig besetzten japanischen Delegation gehörten neben Bot­schafter Nakane auch die vier Generalkonsuln in Deutschland Kiyoshi Koinuma, Akira Mizutani, Toyoei Shigeeda und Setsuo Kosaka sowie Konsul Hideki Chiba. „Den Atomausstieg haben wir geschafft, jetzt ist es wichtig, dass wir die Energiewende weiter beschleunigen“, sagte Remmel. „NRW hat sich ehrgeizige Klimaschutzziele gesetzt. Um die zu erreichen, brauchen wir die Erneuerbaren Energien, Kraft-Wärme-Kopplung, Energieeffizienz und vor allem sanierte Gebäude wie hier in der Ford-Siedlung.“

Die japanischen Diplomaten besuchten Erneuerbare Energien-Projekte wie das Windtestfeld Grevenbroich und das Solarturmkraftwerk Jülich. Vor allem aber bei der Gebäudesanierung hat Japan – wie NRW – einen großen Aufholbedarf. Die Solarsiedlung Köln-Niehl wurde in den 50er-Jahren für die Arbeiter der Ford-Werke gebaut und jetzt komplett energetisch saniert. Bei den Häuserzeilen wurden unter anderem Wände gedämmt, Fenster erneuert und Grundrisse verändert. Seit der Fertigstellung 2010 wird im Altbestand der Energiestandard für Neu­bauten erreicht. Die Wohnungen werden durch Nahwärmezentralen mit Gasbrennwerttechnik und mit Unterstützung von Solarthermie geheizt.

Auf der 17. Etappe der NRW-Klimaschutztour in der sanierten Ford-Siedlung in Köln-Niehl sagte Klimaschutzminister Johannes Remmel „Hier in Köln sehen wir, dass wir für die beschleunigte Energiewende ein Programm für Gebäudesanierung brauchen. Die Sanierung der Werks­siedlung hat dazu geführt, dass die Häuser jetzt nur noch ein Bruchteil der bisher genutzten Energie brauchen. Das ist nicht nur sozial, die Ford-Siedlung ist auch Sinnbild der Entwicklung der Industrie in Nord­rhein-Westfalen. Das ist Energiewende und Klimaschutz – made in NRW.“ Der NRW-Klimaschutzminister kritisierte in dem Zusammenhang: „Die Bundesregierung kürzt erst die Solarbranche kaputt und blockiert dann noch bei der weiteren Förderung der Gebäudesanierung. Mit einer solchen Politik können wir eine schnelle Energiewende nicht schaffen.“ NRW dagegen sei Vorreiter beim Klimaschutz in Deutschland. „Wir haben die richtigen Leitentscheidungen für die Umsetzung der be­schleunigten Energiewende gestellt“, sagte Minister Remmel. „Mit dem geplanten Klimaschutzgesetz, dem Klimaschutzplan, dem Windenergie-Erlass und vielen weiteren Vorhaben wollen wir ein neues Energie­zeitalter eröffnen und können damit wichtige Leitentscheidungen für die nächsten 30 bis 40 Jahre treffen. Das ist Energiewende – made in NRW.“

Die Solarsiedlung „Köln Niehl“ ist Teil des Projektes „50 Solarsiedlungen in NRW“, das die EnergieAgentur.NRW im Auftrag des nordrhein-westfälischen Klimaschutzministeriums durchführt. 37 Solarsiedlungen sind in NRW bezogen, weitere 14 sind kurz vor Fertigstellung. Mittler­weile wohnen mehr als 9.000 Menschen in Solarsiedlungen an Rhein und Ruhr. „Diese Art des klimagerechten Bauens wird sich in Zeiten der beschleunigten Energiewende durchsetzen“, prognostizierte Andreas Gries, Projektleiter „50 Solarsiedlungen in NRW“ der Energie­Agentur.NRW.

In NRW gibt es rund 8,6 Millionen Wohnungen, von denen drei Viertel vor 1978 und damit vor Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung errichtet worden sind. Vor allem Altbauten sind Energiefresser: Häuser aus den 1950er oder 1960er Jahren verbrauchen über 200 Kilowatt­stunden Heizenergie pro Quadratmeter und Jahr. „Die Sanierung alter Gebäude lohnt sich: Es wird Energie gespart, das Klima wird geschützt und die Gebäude nachhaltig aufgewertet“, sagte Remmel. „Die Sanie­rung von Altbauten zeigt, dass der Klimaschutz ein Fortschrittsmotor für Wirtschaft und Umwelt ist.“

Köln ist die 17. Station der „NRW-Klimaschutztour“ von Minister Remmel. Ziel der Besuchsreihe ist es, das Augenmerk der Öffentlichkeit auf wichtige Zukunftstechnologien, Wachstumsmärkte und innovative Firmen im Bereich der Wirtschaft zu lenken, aber auch wichtige Projekte des Klimaschutzes, der Klimaanpassung und der beschleunigten Energiewende zu präsentieren sowie auf den fortschreitenden Klima­wandel in NRW hinzuweisen. Der Auftakt der Tour war im Juli 2011. Im Fokus der Klimaschutztour 2012 von Minister Remmel steht im ersten Halbjahr der Klimawandel und wie die Folgen für NRW abgemildert werden können: Die Landwirtschaft muss sich auf veränderte Vege­tationsperioden einstellen, Städte müssen ihre Bürgerinnen und Bürger vor den Folgen von Hitzeperioden in den Sommermonaten schützen, steigende Temperaturen von Flüssen stellen im Sommer Kraftwerks­betreiber vor Probleme und auch die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten verändert sich durch die Erwärmung. Das Umweltministerium lässt die Folgen des Klimawandels regelmäßig untersuchen und hat eine Vielzahl an Anpassungsmaßnahmen eingeleitet.

Weitere Informationen:
www.klimaschutztour.nrw.de
www.klimaschutz.nrw.de
www.EnergieAgentur.NRW.de

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Telefon 0211 4566-748 (Stephan Malessa).

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