Landeszentrale für politische Bildung wirbt für ein differenziertes Islambild

1. September 2009

„Islam ist nicht Islamismus“ – Vortrag der Landeszentrale für politische Bildung wirbt für ein differenziertes Islambild

Seit dem Terroranschlag vom 11. September 2001 wird auch in Nord­rhein-Westfalen in der öffentlichen Debatte die Religion des Islam oft gleichgesetzt mit politisch motiviertem Islamismus. Dem muss mit Information und Aufklärung entgegengewirkt werden.

Die Landeszentrale für politische Bildung teilt mit:

Die Begriffe Islam und Islamismus dürfen nicht gleichgesetzt werden. Diese Tatsache vor allem Jugendlichen deutlich zu machen, ist eine wichtige Aufgabe der politischen Bildung. Aus diesem Grund lädt die Landeszentrale für politische Bildung zusammen mit dem Innenministe­rium des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen einer Informations­reihe zu einem Informationstag am 15. September2009 zum Thema: „Islam? Islamismus? − Herausforderungen für Pädagogik und Gesell­schaft“ nach Bochum ein.

Seit dem Terroranschlag vom 11. September 2001 wird auch in Nord­rhein-Westfalen in der öffentlichen Debatte die Religion des Islam oft gleichgesetzt mit politisch motiviertem Islamismus. Dem muss mit Information und Aufklärung entgegengewirkt werden.

Die Religionsfreiheit ist ein wichtiger Wesenszug unseres Grundgeset­zes. Mit 60 Jahren Grundgesetz werden auch 60 Jahre Religionsfreiheit gefeiert. Es ist Teil unserer Demokratie, den Muslimen den Freiraum zu garantieren, innerhalb unserer Gesellschaft ihren Glauben im Rahmen der freiheitlichen demokratischen Grundordnung zu leben. Zugleich muss der Islamismus als das behandelt werden, was er ist: politisch motivierter Extremismus. Und es ist ebenso ein Teil unserer Demokratie, gegen politischen Extremismus vorzugehen.

Referenten der Veranstaltung sind Wael El-Gayar und Dr. Korkut Bug­day. Wael El-Gayar, Islamwissenschaftler und Referent im Integrati­onsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, gibt in seinem Vortrag einen Einblick in die Grundlagen des Islams. El-Gayar: „Die Mehrheit der in unserem Land lebenden Muslime lebt ihren Glauben friedlich und ist verfassungstreu. Es muss eindeutig zwischen Muslimen und Isla­misten unterschieden werden. In der Öffentlichkeit wird viel zu wenig differenziert."

Dr. Korkut Bugday, Referent im Innenministerium des Landes Nord­rhein-Westfalen, spricht vom Missbrauch des Islam durch den Islamismus: „Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob man den Islam als eine für unterschiedliche Auslegungen offene Religion oder als ein geschlosse­nes, unveränderbares Weltbild versteht. Der Islamismus will alle Berei­che des menschlichen Lebens streng regeln, gerade eben auch die politischen und staatlichen Teile. Das hat nichts mit Religionsfreiheit zu tun.“

Für die Landeszentrale muss die Aufklärung über Islam und Islamismus besonders Jugendliche erreichen: Gerade muslimische Jugendliche sind für islamistische Propaganda empfänglich, vor allem dann, wenn sie sich ausgegrenzt fühlen. Darum wendet sich die Landeszentrale mit ihrem Informationsangebot besonders an Multiplikatoren von Schulen und außerschulischen Bildungseinrichtungen. Dabei wird auch konkret über Strategien im Umgang mit gefährdeten Jugendlichen informiert.

Der Vortrag „Islam? Islamismus? − Herausforderungen für Pädagogik und Gesellschaft“ beginnt am Dienstag, 15. September 2009 um 14.00 Uhr im Ramada Hotel, Stadionring 22, in Bochum.
Wegen der begrenzten Platzzahl wird um Anmeldung gebeten unter:
Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen
Herr Cormann
Horionplatz 1, 40213 Düsseldorf,
Tel. 0211-8618 4622,
E-Mail: herbert.cormann@mgffi.nrw.de
Weitere Informationen unter www.politische-bildung.nrw.de

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an das Büro der Landeszentrale für politische Bildung, Lydia Anita Jendryschik, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 0211-8618-4652.

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