Erstmals grenzüberschreitende Bekämpfung von Tierseuchen

15. Juli 2009

INTERREG Projekt „SafeGuard“: Erstmals grenzüberschreitende Bekämpfung von Tierseuchen

In der deutsch-niederländischen Grenzregion sollen jetzt Tierseuchen und Zoonosen, das heißt von Tier zu Mensch und von Mensch zu Tier übertragbare Infektionskrankheiten, grenzüberschreitend systematisch bekämpft werden.

Das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und das Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie teilen mit:

In der deutsch-niederländischen Grenzregion sollen jetzt Tierseuchen und Zoonosen, das heißt von Tier zu Mensch und von Mensch zu Tier übertragbare Infektionskrankheiten, grenzüberschreitend systematisch bekämpft werden. In den nächsten viereinhalb Jahren werden die Pro­jektpartner GIQS (Grenzüberschreitende Integrierte Qualitätssicherung e.V.) und 35 Organisationen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Behör­den in dem Projekt „SafeGuard“ Maßnahmen und Konzepte entwickeln, um die Lebensmittelsicherheit und -qualität einschließlich Tiergesund­heit für eine der bevölkerungsreichsten und viehdichtesten Regionen Europas weiter zu verbessern. Auf deutscher Seite die Länder Nord­rhein-Westfalen und Niedersachsen sowie die Niederlande und die Eu­ropäische Union fördern das Projekt mit insgesamt 9,35 Millionen Euro aus Mitteln des INTERREG-Programms Deutschland-Nederland. Die EU beteiligt sich mit 50 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit rund 600.000 Euro.

Im Rahmen von „SafeGuard“ sollen Präventions-, Kontroll- und Überwa­chungsmaßnahmen aber auch das Krisenmanagement beiderseits der Grenze weiter verbessert und die vorhandenen Ressourcen noch bes­ser miteinander vernetzt werden. Zu den Maßnahmen gehören insbe­sondere der Aufbau internetbasierter Lösungen für den unternehmens- und behördenübergreifenden Datenaustausch, die Analyse der Kombi­nierbarkeit staatlicher und privatwirtschaftlicher Kontrollen, die Entwick­lung und Erprobung neuer Fortbildungskonzepte für Landwirte und Hof­tierärzte, die Analyse der Transportströme innerhalb des Programmge­bietes auf der Basis Geografischer-Informations-Systeme, die Entwick­lung von Frühwarnsystemen für Tierseuchen (z.B. Schweinepest, etc.) und Zoonosen (z.B. Salmonellen sowie Antibiotika resistente Erreger) oder der Aufbau deutsch-niederländischer Fortbildungsprogramme zur Qualifizierung von Tierärzten für den grenzüberschreitenden Austausch.

Neben der Entwicklung neuer gemeinsamer Technologien und Verfah­ren zur Erkennung und Abwehr von Risiken wird im Verlauf des Projek­tes auch der Ernstfall erprobt. Daher werden in grenzüberschreitenden Tierseuchen-Übungen alle verantwortlichen Behörden und Organisatio­nen aus den Niederlanden, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen beteiligt, um neue Kenntnisse aus der Projektarbeit zu erwerben sowie von den Erfahrungen der Kollegen profitieren zu können. Eine derart umfangreiche Übung hat es bislang im Grenzgebiet noch nicht gegeben. Auf diese Weise sollen potenzielle Abstimmungsprobleme zwischen den beiden Ländern vermieden werden.

Zusätzlich sollen Früherkennungssysteme für „neuartige“ Krankheiten erarbeitet werden, die aufgrund des Klimawandels und des verstärkten globalen Handels zunehmend an Bedeutung gewinnen. Hierbei werden neue Diagnosemethoden entwickelt und dafür gesorgt, dass die zustän­digen Stellen direkt – auch über Staatsgrenzen hinweg - über die neuar­tige Krankheit und Vorbeugemaßnahmen informiert werden können. Dabei wird wertvolle Zeit gewonnen.

Die wirtschaftlichen Dimensionen von Zoonosen und Tierseuchenaus­brüchen sind enorm: Allein in der Europäischen Union verursachen Er­krankungen durch Erreger, die vom Tier auf den Menschen übergehen, jedes Jahr Kosten in Höhe von über sechs Milliarden Euro. In Nord­rhein-Westfalen verursachte die Schweinepest 2006 Kosten von rund 24 Millionen Euro für Entschädigungen oder Beihilfen sowie wirtschaftliche Verluste in Höhe von rund 20-60 Millionen Euro. Hinzu kamen sehr hohe Einbußen durch das mehr als dreimonatige Transportverbot von Nordrhein-Westfalen in die benachbarten Niederlande.

Aktuelle Informationen zum Projekt finden Sie hier: http://giqs.org/projects/SafeGuard/index.php

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