Neue Perspektiven durch intensivere Zusammenarbeit

23. Juli 2009

Intensivere Zusammenarbeit von Handwerk und Tourismus bringt neue Perspektiven / Land will Entwicklung von Netzwerken in Modellregionen unterstützen

Das Land Nordrhein-Westfalen will eine engere regionale Zusammen­arbeit von Handwerk und Tourismus fördern. Ziel ist, neue Perspektiven für beide Wirtschaftsbereiche und die regionale Wirtschaftsentwicklung im Land zu entwickeln. Wirtschaftsministerin Thoben: "Dem regionalen Handwerk werden sich neue Entwicklungsperspektiven eröffnen und die Regionen erhalten aus tourismuswirtschaftlicher Sicht zusätzliche Impulse.“

Das Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie teilt mit:

Das Land Nordrhein-Westfalen will eine engere regionale Zusammen­arbeit von Handwerk und Tourismus fördern. Ziel ist, neue Perspektiven für beide Wirtschaftsbereiche und die regionale Wirtschaftsentwicklung im Land zu entwickeln.

Die Kooperation zwischen Handwerk und Tourismus im Land steht der­zeit erst am Anfang. Handwerker sind häufig als “Einzelkämpfer“ aktiv und ihre Angebote den touristischen Informationsstellen nicht bekannt. Durch eine stärkere Vernetzung auf kleinräumiger Ebene könnten die Produkte gemeinsam präsentiert und besser vermarktet werden. Auch ist es notwendig, das Beratungsangebot des Tourismus für die touristisch aktiven Handwerker auszubauen. Das sind Ergebnisse der aktuellen Studie „Handwerk und Tourismus in Nordrhein-Westfalen“, die der Westdeutsche Handwerkskammertag mit Unterstützung des NRW-Wirtschaftsministeriums in Auftrag gegeben hat.

Das NRW-Wirtschaftsministerium will jetzt 3 Modellregionen im Land bei der Weiterentwicklung der handwerkstouristischen Netzwerke finanziell unterstützen und die Empfehlungen des Gutachters in die Praxis umsetzen.

„Wir wollen Handwerk und Tourismus regional enger zusammenbringen. Beide Partner können dabei nur gewinnen. Dem regionalen Handwerk werden sich neue Entwicklungsperspektiven eröffnen und die Regionen erhalten aus tourismuswirtschaftlicher Sicht zusätzliche Impulse“, sagte Wirtschaftsministerin Christa Thoben.

„Bei Handwerk und Tourismus wird zuviel an bayrische und öster­reichische Idyllen oder thüringisches Kunsthandwerk gedacht - das ist falsch. Nicht nur, dass Nordrhein-Westfalen wunderschöne Seiten und ein hochmodernes Handwerk hat; in der verstärkten Verknüpfung von Handwerk und Tourismus liegen auch erhebliche wirtschaftliche Poten­tiale," sagte Franz-Josef Knieps, Präsident des Westdeutschen Hand­werkskammertages.

Im Rahmen der Studie wurden insgesamt 841 handwerks-touristische Einrichtungen und Veranstaltungen erfasst. Davon waren 257 touristisch orientierte Betriebe, 404 Museen und museale Einrichtungen, 24 Messen, 10 Themen- und Reiserouten, 120 Märkte und Sonderveranstaltungen und 24 Theater und Opernhäuser.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

•       In Nordrhein-Westfalen arbeiten bereits heute die Branchen Hand­werk und Tourismus vielfach zusammen. Dabei profitiert die Haupt­zahl der Handwerksbetriebe wirtschaftlich vom Tourismus, etwa durch seine Vorleistungen z.B. im Bau- und Ausbaubereich touris­tischer Einrichtungen oder durch die Zulieferverflechtungen zwischen Bäckereien, Konditoreien oder Metzgereien und der Hotellerie und Gastronomie. Die Entwicklung handwerkstouris­tischer Angebote steht aber noch am Anfang. Dies bietet den Handwerkern großen Spielraum bei der Produktentwicklung.

•       Zu den touristisch aktivsten Handwerksbetrieben zählen die Brauereien, Bäckereien, das Töpferhandwerk und die Glaskunst. Die bestehenden handwerkstouristischen Angebote reichen als Grundlage für weitere Entwicklungsschritte aus. Insbesondere im Hochsauerlandkreis, dem Kreis Borken und dem Rhein-Sieg Kreis gibt es bereits eine Vielzahl an Angeboten. Es gilt nun, in den Regionen Netzwerke auf kleinräumiger Ebene zu errichten. Land­kreise mit besonderem Potential können dabei als Pilotregionen fungieren.

•       Eine nachhaltige Zusammenarbeit beider Branchen bewirkt positive Effekte für beide Seiten. So können Handwerksbetriebe bereits tou­ristische Attraktionen darstellen und die Angebote des Handwerks durch Angebote für Besucher neue Absatzmärkte erschließen. Durch eine intensivere Zusammenarbeit können der Bekanntheits­grad gesteigert und neue Zielgruppen gewonnen werden. Derzeit findet die Vermarktung des Handwerks von Seiten der regionalen Tourismusverbände nur vereinzelt statt, z.B. die Besichtigung einer Printenbäckerei in Aachen oder einen Tagesausflug „Rheinisches Steinzeug – von der Töpferscheibe zur Keramik“ im Rhein-Erft-Kreis.

•       Die handwerklichen Angebote sind derzeit nur marginal Bestandteil der touristischen Vermarktung etwa in den Internetauftritten und den Katalogen. Häufig liegt dies unter anderem am mangelnden Kenntnisstand der Touristiker über bereits bestehende handwerks­touristische Angebote. Auch werden die Angebote von der Hand­werkerseite nicht ausreichend bekannt gemacht bzw. der Kontakt zu den touristischen Anlaufstellen nicht ausreichend gesucht. Eine zentrale Online-Datenbank für alle Akteure sollte bereitgestellt werden.

Weitere Ergebnisse der Studie:

Derzeit bieten 1,5 Promille aller Handwerksbetriebe im Land regel­mäßige handwerkstouristische Angebote an. Die meisten touristisch ak­tiven Handwerker finden sich in den ländlich geprägten Ferienregionen Münsterland und Sauerland. Das Ruhrgebiet und der Teutoburger Wald folgten, die Ferienregion Niederrhein und Bonn/Rhein Sieg bilden das Mittelfeld. Die wenigsten Betriebe wurden in den Regionen Köln/Rhein-Erftkreis, Bergisches Städtedreieck, Düsseldorf und Mettmann, Siegerland-Wittgenstein sowie Bergischem Land gefunden.

Zu den häufigsten Aktionen der Handwerker gehört die Öffnung ihrer Betriebe für  Besucher um wirtschaftliche Effekte zu erzielen, wie etwa einer Holzschuhmacherwerkstatt in Legden, einer Kunstschmiede in Hellenthal, einer Senfmühle in Monschau, einer Glashütte in Bad Driburg einer Landbäckerei in Bad Berleburg oder einer Töpferei in Langerwehe (Beispiele sind in der Studie beschrieben). Darüber hinaus werden Workshops, Seminare oder Kurse angeboten von Schmiede­kursen, Seminaren über Pralinenherstellung bis hin zu Uhrenseminaren oder Krimilesungen in der Trauerhalle.

Handwerksbetriebe stellen zudem einen Großteil der Teilnehmer Markt und Sonderveranstaltungen wie etwa der „Flachsmarkt“ in Krefeld oder die vielerorts veranstalteten Töpfermärkte, Kunsthandwerkermärkte wie „Europamarkt der Kunsthandwerker“ in Aachen, oder auf Weihnachts-, Oster- oder Pfingstmärkte.

Inzwischen gibt es auch touristische Themen- und Reiserouten, die regionale Attraktionen zu einem Thema zusammenfassen und diese unter einer Dachmarke vermarkten. Themenrouten mit handwerklichem Bezug wie etwa der Handwerkspfad OWL in Ostwestfalen Lippe oder der Kölner Brauhaus Wanderweg.

Im Handwerk waren in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2007 in über 177.000 Betrieben über eine Million Personen beschäftigt. Insgesamt erwirtschaftete das Handwerk einen Gesamtumsatz von rund 105 Mil­liarden Euro. In der nordrhein-westfälischen Tourismuswirtschaft werden rund 22,6 Milliarden Euro umgesetzt. Rund 530.000 Beschäftigte sind in dieser Branche hauptberuflich tätig. Damit kommt sowohl dem Hand­werk als auch dem Tourismus auf lokaler wie auf landesweiter Ebene eine wichtige wirtschaftspolitische wie auch beschäftigungspolitische Bedeutung zu.

Die Studie „Handwerk und Tourismus in Nordrhein-Westfalen“ kann heruntergeladen werden unter www.wirtschaft.nrw.de.

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