Land sichert Betreuungsuchtkranker Gefangener nach Haftentlassung

7. April 2011

Hilfe auf dem Weg zurück ins Leben - Land sichert Betreuung und Begleitung suchtkranker Gefangener nach der Haftentlassung

Suchtkranke Gefangene in Nordrhein-Westfalen sollen nach ihrer Haft­entlassung ein umfassendes Hilfs- und Beratungsangebot bekommen, um sie besser vor den Gefahren eines Rückfalls zu schützen. Dies sieht eine Rahmenvereinbarung zum so genannten Übergangsma­nagement für suchtkranke Gefangene vor, die von Vertretern des Justizministeriums sowie der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege, des Städtetages, des Städte- und Gemeindebundes sowie des Landkreistages Nordrhein-Westfalen unterzeichnet worden ist.

Das Justizministerium teilt mit:

Suchtkranke Gefangene in Nordrhein-Westfalen sollen nach ihrer Haft­entlassung ein umfassendes Hilfs- und Beratungsangebot bekommen, um sie besser vor den Gefahren eines Rückfalls zu schützen. 

Dies sieht eine Rahmenvereinbarung zum so genannten Übergangsma­nagement für suchtkranke Gefangene vor, die heute in Düsseldorf von Vertretern des Justizministeriums sowie der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege, des Städtetages, des Städte- und Gemeindebundes sowie des Landkreistages Nordrhein-Westfalen unterzeichnet worden ist.
"Gerade bei suchtkranken Gefangenen ist eine sorgfältige Betreuung und Begleitung bei und nach der Entlassung aus der Haft entschei­dend", sagte Justizminister Thomas Kutschaty. "Unter anderem wollen wir auf diese Weise erreichen, dass Behandlungserfolge, die während der Haftzeit erzielt wurden, dauerhaft sichergestellt werden können."

Demnach schließt künftig die Haftanstalt, in der der Gefangene bis zu seiner Haftentlassung einsitzt, einen Vertrag mit einer ausgewählten Hilfeeinrichtung. Dieser Vertrag enthält einen genau definierten Maßnahmenkatalog.

Die Hilfeeinrichtung als Vertragspartner verpflichtet sich, die individuell erforderlichen Beratungsangebote und Kontakte zum Hilfenetz am Wohnort des freigelassenen Gefangenen sicherzustellen. Dazu zählen beispielsweise die Unterstützung bei der Suche nach einer Wohnung, Eingliederungshilfen und Schuldnerberatung. Auch die nötigen Kontakte im Zusammenhang mit der Gesundheitsfürsorge des Entlassenen wer­den geknüpft. Hierbei geht es etwa um Versicherungsfragen, die Über­nahme von Kosten sowie um Details der medizinischen Weiterbehand­lung. Für ihre Leistungen erhält die Hilfeeinrichtung eine Fallpauschale.

Hintergrund:
Im Herbst 2010 waren in den nordrhein-westfälischen Justizvollzugsan­stalten etwa 7.000 Gefangene inhaftiert, die suchtkrank oder suchtmit­telgefährdet sind. Viele Inhaftierte haben vor der Inhaftierung verschie­dene illegale Drogen konsumiert - teilweise exzessiv, häufig risikoreich und intravenös und vielfach auch in Kombination mit legalen Suchtstof­fen, besonders mit Alkohol.

Während der Haftzeit werden diesen Gefangenen zahlreiche Hilfsange­bote unterbreitet. Dazu zählen Einzelberatungsmaßnahmen durch in­terne und externe Berater oder die Unterbringung in speziellen Abteilungen zur Vorbereitung auf eine Abstinenztherapie nach der Haftent­lassung.

Große Bedeutung haben bei Heroinabhängigen auch Maßnahmen der allgemeinen Gesundheitsfürsorge. Wichtig sind die Behandlung von Spritzenabszessen sowie die Behandlung vielfältiger sonstiger chroni­scher Krankheiten, die Drogenabhängige vor der Inhaftierung erworben haben, zum Beispiel Leberentzündungen.

Seit einigen Jahren wird darüber hinaus bei einem großen Teil der He­roinabhängigen in der Haft versucht, den Krankheitsverlauf mit einer Substitutionsbehandlung während der Inhaftierung günstig zu beeinflus­sen, um langfristig abstinentes Verhalten zu erreichen.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Justizministeriums, Telefon 0211 8792-255.

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