„Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher“ verliehen

29. September 2009

„Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher“ geht 2009 an Autorin Patricia McCormick

Der diesjährige Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher geht an die amerikanische Autorin Patricia McCormick für ihr Buch „Verkauft“. Kinder- und Jugendminister Armin Laschet würdigte die Preisträgerin heute in Düsseldorf.

Die Landeszentrale für politische Bildung teilt mit:

Der diesjährige Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher geht an die amerikanische Autorin Patricia McCormick für ihr Buch „Verkauft“. Kinder- und Jugendminister Armin Laschet würdigte die Preisträgerin heute (29. September 2009) in Düsseldorf: „Der Autorin ist ein außerordentlich bewegender und aufrüttelnder Jugend­roman gelungen. Die Autorin fordert ihre Leser emotional sehr stark und ermöglicht ihnen zugleich durch ihre literarische Hochleistung, sich dem schwierigen Thema anzunähern.“

"Verkauft" ist ein in sehr beeindruckender Weise erzähltes Buch, in dem es um Folgendes geht: Die 13-jährige Ich-Erzählerin Lakshmi lebt mit ihrer Mutter, ihrem Stiefvater und ihrem jüngerem Bruder in einem kleinen Dorf in Nepal. Das wenige Geld, das sie haben, gibt der Stief­vater in der Teestube und beim Glücksspiel aus. Lakshmi denkt, sie soll in der nächstgelegenen Stadt als Dienstmädchen arbeiten. In Wirklichkeit aber wird sie von ihrem Stiefvater verkauft und muss als Kinderprostituierte in einem Bordell in Kalkutta arbeiten.

Bewegend schildert die Autorin das Schicksal des jungen Mädchens. Tagebuchartig und minimalistisch lässt sie Lakshmi selbst von ihren erlittenen Misshandlungen und Demütigungen erzählen. Lakshmi steht für 12.000 nepalesische Mädchen, die jährlich ein ähnliches Schicksal erleiden. Das Buch endet mit einem Hoffnungs­schimmer: Sie wird mit Unterstützung einer amerikanischen Hilfs­organisation aus dem Bordell befreit und darf in eine Schule gehen.

Der Übersetzerin Alexandra Ernst ist es zu verdanken, dass der Rhythmus und die Sprache des aufwühlenden Romans gekonnt ins Deutsche übertragen wurden.
Der Gustav-Heinemann-Friedenspreis ist die wichtigste Auszeichnung für deutschsprachige Kinder- und Jugendbücher mit friedenspolitischem Inhalt. Ausgezeichnet werden Romane oder Sachbücher, die vermitteln, wie seelische und körperliche Gewalt entsteht und wie sie sich in der Realität − in diesem Fall am Schicksal des jungen Mädchens Lakshmi dargestellt − auswirkt. Sie sollen Zivilcourage fördern und gewaltlose Formen der Konfliktlösung unterstützen. Das Preisbuch „Verkauft“ er­mutigt Kinder und Jugendliche, sich auch in die Andersartigkeit fremder Kulturen − in diesem Fall Lakshmis Leben - hinein zu versetzen.

Der Preis der nordrhein-westfälischen Landesregierung, der an das friedenspolitische und couragierte Engagement des ehemaligen Bun­despräsidenten Gustav Heinemann erinnert, wird in diesem Jahr zum 26. Mal vergeben. Er ist mit 7.500 Euro dotiert. Von dem Preisgeld erhält die Autorin 5.500 Euro, der Übersetzerin wurden 2.000 Euro zugesprochen.

Die Autorin:
Patricia McCormick hat monatelang in Indien und Nepal vor Ort für ihren Roman „Verkauft“ recherchiert. Sie interviewte Frauen in Kalkuttas Rotlichtbezirk und Mädchen, die aus dem Sexhandel befreit wurden. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in New York.

Die Übersetzerin:
Alexandra Ernst wurde 2005 und 2007 mit dem Deutschen Literaturpreis ausgezeichnet. Sie hat Literaturwissenschaft und Amerikanismus studiert. Sie arbeitet als freie Übersetzerin aus dem Englischen und als Lektorin mit dem Schwerpunkt historische Romane und Jugendliteratur.

Das Preisbuch:
Das Preisbuch „Verkauft“ ist im Verlag Fischer Schatzinsel erschienen (312 Seiten). Die amerikanische Originalausgabe erschien 2006 unter dem Titel „Sold“ im Verlag Hyperion, New York. Es wird für Jugendliche ab 14 Jahre empfohlen.
Weitere Informationen unter www. politische-bildung.nrw.de.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an das Büro der Landeszentrale für politische Bildung, Lydia Anita Jendryschik, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 0211-8618-4652.

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