Großes Interesse an Schülerstipendium

5. Oktober 2009

Großes Interesse von Jugendlichen mit Migrationshintergrund an Schülerstipendium: 62 neue Stipendiaten werden aufgenommen / START in Nordrhein-Westfalen: Bewerberrekord

Gesellschaftliches Engagement und Leistungsmotivation – dadurch zeichnen sich die 39 Mädchen und 23 Jungen aus, die heute offiziell in das START-Stipendienprogramm für engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund aufgenommen werden.

Das Ministerium für Schule und Weiterbildung in teilt mit:

•   Insgesamt werden 180 Schülerinnen und Schüler durch 33 Partner in Nordrhein-Westfalen gefördert
•   Bundesweit wird in diesem Schuljahr bereits der 1.000ste Stipendiat aufgenommen

Gesellschaftliches Engagement und Leistungsmotivation – dadurch zeichnen sich die 39 Mädchen und 23 Jungen aus, die heute (5. Ok­tober 2009) im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Museum Kunstpalast in Düsseldorf offiziell in das START-Stipendienprogramm für engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund aufgenommen werden. Die 62 neuen Stipendiaten erwartet neben der materiellen Unterstützung in Form eines Bildungsgeldes in Höhe von monatlich 100 Euro und einer PC-Grundausstattung mit Internetan­schluss eine intensive ideelle Förderung im Bildungsbereich. START in Nordrhein-Westfalen ist mit einem Finanzvolumen von rund fünf Millio­nen Euro eine gemeinsame Bildungsinitiative der START-Stiftung – ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung – gGmbH, des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen und weiterer 31 Partner. Bundesweit konnte in diesem Schuljahr bereits der 1.000ste Stipendiat in das Programm aufgenommen werden.

„Ich freue mich sehr, dass sich in diesem Jahr so viele Schülerinnen und Schüler beworben haben. Das zeigt, wie viele leistungsstarke junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Nordrhein-Westfalen ihre Heimat gefunden haben. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Integra­tion und dienen als Vorbild für andere“, unterstreicht die Ministerin für Schule und Weiterbildung, Barbara Sommer, und gratuliert den neuen Stipendiaten. Ihre Herkunftsländer sind Afghanistan, Aserbaidschan, Bosnien und Herzegowina, China, Eritrea, Griechenland, Irak, Iran, Ka­sachstan, Kongo, Kosovo, Marokko, Nigeria, Pakistan, Palästina, Polen, Russland, Serbien, Somalia, Sri Lanka, Syrien, Togo, Tschetschenien, Türkei, Ukraine, USA, Venezuela und Vietnam. Die Stipendiaten sind zwischen 14 und 18 Jahre alt und besuchen 22 Gymnasien, zehn Real­schulen, sieben Hauptschulen und 19 Gesamtschulen. Durchgesetzt haben sich die Jugendlichen unter insgesamt 934 Bewerbern in Nord­rhein-Westfalen – eine noch nie dagewesene Zahl, die das große Inte­resse von Jugendlichen mit Migrationshintergrund an dieser speziellen Bildungsförderung deutlich macht. „START steht für Vielfalt, Anerken­nung, Wertschätzung und Toleranz. Die Stipendiatinnen und Stipendia­ten leisten Hervorragendes, sie sind motiviert, engagiert und talentiert und zeigen damit, dass die erfolgreiche Integration kein Selbstläufer, sondern ein aktiver Prozess ist, der von allen Beteiligten, also auch von den Menschen mit Zuwanderungsgeschichte betrieben werden muss. Sie sind die Vorbilder, die wir so sehr brauchen, um Anreize für mehr Leistungsbereitschaft, Mut und Engagement zu geben. Schon Wilhelm von Humboldt sagte einst: ‚Bilde dich selbst, und dann wirke auf andere durch das, was du bist!‘“, betont Thomas Kufen, Integrationsbeauftragter des Landes Nordrhein-Westfalen.

Dr. Kenan Önen, Geschäftsführer der START-Stiftung gGmbH, erläutert dazu: „START hat zum Ziel, die Jugendlichen auf ihrem Weg zum Abitur begleitend zu unterstützen und ihnen damit die Teilhabe an unserer Ge­sellschaft zu erleichtern. Dazu gehört für uns vor allem die ideelle För­derung: Neben grundlegenden Bildungsseminaren – z.B. zu den The­men  „Demokratie und Partizipation“, „Medien in Theorie und Praxis“ und „Rhetorik“ – erhalten sie die Möglichkeit, Wahlseminare im künstle­risch-kreativen, musikalischen und naturwissenschaftlichen Bereich zu besuchen. Den eigenen Interessen und Talenten gezielt nachzugehen und dadurch die eigene Persönlichkeit weiterentwickeln zu können hat für die Stipendiaten einen besonders hohen Wert.“

Exkursionen in privatwirtschaftliche Unternehmen und öffentliche Ver­waltungseinrichtungen, Beratungen für die Ausbildungs-, Studien- und Lebensplanung sowie die Vermittlung von Praktika ergänzen das Ange­bot. Die START-Stipendien werden zunächst für die Dauer eines Jahres gewährt, können aber bei anhaltend guten Leistungen und gesellschaft­lichem Engagement bis zum Erreichen eines höheren Bildungsab­schlusses verlängert werden.
Die Nachfrage nach dem START-Stipendium ist erfreulich hoch: Insge­samt haben sich in den 14 Bundesländern, die das Bildungsprogramm anbieten, in diesem Jahr 2.374 Schüler und Schülerinnen beworben – 61 Prozent mehr als im Vorjahr. 

Auch der Stipendiatenkreis wächst fortlaufend: Seit Beginn des Stipen­dienprogramms im Jahr 2002 konnte nun in diesem Schuljahr der 1.000ste Stipendiat aufgenommen werden. Aktuell werden insgesamt 639 Stipendiaten gefördert. Auf Nordrhein-Westfalen entfallen davon 180 Schülerinnen und Schüler. Zum Ende des vergangenen Schuljahrs wurden hier 48 Abiturienten verabschiedet. Sie zählen zu den bundes­weit insgesamt 115 Abiturienten dieses Jahres, die damit in den Alumni­verein eintreten können, der den weiteren Austausch gewährt. Das Ziel des START-Stipendienprogramms – das Abitur – erreicht eine überzeu­gende Mehrheit der Stipendiaten: 97 Prozent eines Jahrgangs legen durchschnittlich die Hochschulreife ab und eröffnen sich damit den Zu­gang zu einem Studium.
Es ist jedoch nicht nur das schulische Leistungsengagement, das bei START zählt. Auch das soziale Engagement ist wichtig, wie Bettina Windau, Vorsitzende des Vorstands der Bürgerstiftung Rheda-Wieden­brück, in Vertretung der START-Partner betont: „Wir beteiligen uns an START, weil es ein nachgewiesen erfolgreiches Programm ist. Die ge­meinsame Investition zahlreicher Partner in das wachsende Netzwerk der START-Stipendiaten führt bundesweit zu wirksamer Integration. Wir sind überzeugt, dass die START-Stipendiaten bessere Chancen in der Schule, in ihrem beruflichen und persönlichen Lebensweg haben. Durch ihren Beitrag zu unserer Gesellschaft, aber auch durch ihre Vorbildfunk­tion werden sie zu Botschaftern gelungener Integration. Zudem ist ge­rade für eine kleine Organisation wie unsere Bürgerstiftung die landes­weite Koordination von START ein großes Plus.“ Die neuen nordrhein-westfälischen Stipendiaten engagieren sich unter anderem als Klassen­sprecher, Schülersprecher, Streitschlichter, Schulsanitäter, Stadt-Ju­gend-Parlamentarier, Schiedsschüler, Jugendgruppenleiter, Rettungs­schwimmer und Mannschaftskapitän.

Die START-Stipendiatinnen und -Stipendiaten des Jahrgang 2009/2010:

Vorname

w/m

Alter

Herkunftsland

Wohnort

Daria

m

16

Irak


Aachen

Aruna

w

17


Sri Lanka

Alsdorf

Valeria

w

15

Russland


Bad Salzuflen

Kudirat

w

16


Nigeria

Baesweiler

Ilham

w

16

Marokko

Bergheim

Kastriot

m

17

Kosovo


Bergisch-Gladbach

Nofa

w

16

Irak


Bielefeld

Achman

m

17


USA


Bielefeld

Akram

m

18

Irak


Bielefeld

Müberra

w

16

Türkei


Bielefeld

Lul

w

14


Somalia


Bochum

Hamzat

m

18

Tschetschenien


Bochum

Saina

w

18


Iran

Borken

Melissa

w

16

Türkei

Brühl

Yasemin

w

16

Türkei

Brühl

Iletou-Florence

w

16


Togo


Detmold

Zahid

m

17


Pakistan


Dortmund

Gülüzar

w

17

Türkei


Dortmund

Sedat

m

17

Serbien


Duisburg

Mina

w

17

Marokko

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