Gewaltübergriffe unter Gefangenen im Justizvollzug: 2009 deutlich weniger Verdachtsfälle

29. Januar 2010

Gewaltübergriffe unter Gefangenen im Justizvollzug: 2009 deutlich weniger Verdachtsfälle - Zahl gegenüber 2007 mehr als halbiert

Die Zahl der Fälle, in denen ein Verdacht auf Gewaltübergriffe unter Gefangenen in Haftanstalten des Landes besteht, ist im vergangenen Jahr erneut deutlich gesunken. Registriert wurden 26 solcher Fälle - im Jahr 2008 waren es 41 und im Jahr 2007 noch 53. Damit hat sich die Zahl der Verdachtsfälle binnen zwei Jahren mehr als halbiert, teilte Jus­tizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter in ihrem jährlichen Bericht an die Vollzugskommission des Landtags mit.

Das Justizministerium teilt mit:

Die Zahl der Fälle, in denen ein Verdacht auf Gewaltübergriffe unter Gefangenen in Haftanstalten des Landes besteht, ist im vergangenen Jahr erneut deutlich gesunken. Registriert wurden 26 solcher Fälle - im Jahr 2008 waren es 41 und im Jahr 2007 noch 53. Damit hat sich die Zahl der Verdachtsfälle binnen zwei Jahren mehr als halbiert, teilte Jus­tizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter heute (29. Januar 2010) in ihrem jährlichen Bericht an die Vollzugskommission des Landtags mit.

„Wir müssen immer berücksichtigen, dass in unseren Justizvollzugsan­stalten täglich über 17.000 Gefangene untergebracht sind. Davon sitzen mehr als ein Drittel wegen Gewaltdelikten ein. Vor diesem Hintergrund werden sich Übergriffe unter Gefangenen leider niemals vollständig un­terbinden lassen“, erklärte die Ministerin. „Die jüngsten Fallzahlen bes­tätigen aber eindrucksvoll, dass die von uns eingeführten und konse­quent umgesetzten Maßnahmen zur Verhinderung von Gewalttaten ihre Wirkung entfalten. Das ist vor allem dem Einsatz der Bediensteten im nordrhein-westfälischen Justizvollzug zu verdanken.“

In der Statistik werden Verdachtsfälle von einigem Gewicht erfasst, so etwa bei Hinweisen auf länger andauerndes Schikanieren, auf erheb­liche Verletzungsfolgen oder auf einen sexuellen Hintergrund eines vor­geworfenen Übergriffs. Die für das Jahr 2009 berichteten 26 Ver­dachtsfälle betreffen insgesamt 16 Justizvollzugsanstalten.

Hintergrund:

Der Grund, warum in manchen Anstalten mehr, in anderen weniger oder überhaupt keine Hinweise auf mögliche Gewaltübergriffe unter Gefan­genen zu verzeichnen sind, kann beispielsweise auf Größe und Voll­streckungszuständigkeit der Anstalt zurückgeführt werden. So wurde aus den Anstalten des offenen Vollzuges insgesamt nur ein Verdachts­fall berichtet. Zwischen weiblichen Inhaftierten ist es im Jahr 2009 er­neut nicht zu berichteten Gewaltübergriffen gekommen.

Im geschlossenen Vollzug finden in jenen Anstalten, in denen in der Regel oder auch nur zeitweise schwierigere Gefangene untergebracht sind, naturgemäß mehr Gewaltübergriffe statt. In Anstalten bzw. Abtei­lungen, in denen junge männliche Gefangene untergebracht sind, sind - gemessen an deren Anteil an der Gesamtzahl der Inhaftierten - am häu­figsten Gewaltübergriffe zu verzeichnen. Dieses Phänomen ist darauf zurückzuführen, dass junge Männer auch außerhalb des Vollzuges überdurchschnittlich häufig mit Gewaltdelikten in Erscheinung treten.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Justizministeriums, Telefon 0211 8792 255 oder -464.

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