Gewalt gegen Polizei 2010: Durch Angriffe 13 Polizisten schwer verletzt

27. Juni 2011

Gewalt gegen Polizei 2010: Durch Angriffe wurden 13 Polizisten schwer verletzt / Minister Jäger trifft sich mit Opfer Michael Frehn - „Verabscheuungswürdige Tat“

Im vergangenen Jahr wurden 13 nordrhein-westfälische Polizeibeamte so schwer verletzt, dass sie mehrere Tage oder Wochen dienstunfähig waren. Innenminister Ralf Jäger traf sich mit Michael Frehn, um im Gespräch mit ihm einen persönlichen Eindruck über die wachsende Gewalt gegen Polizeibeamte zu bekommen.

Das Ministerium für Inneres und Kommunales teilt mit:

Im vergangenen Jahr wurden 13 nordrhein-westfälische Polizeibeamte so schwer verletzt, dass sie mehrere Tage oder Wochen dienstunfähig waren. Innenminister Ralf Jäger traf sich heute in Düsseldorf mit Michael Frehn, um im Gespräch mit ihm einen persönlichen Eindruck über die wachsende Gewalt gegen Polizeibeamte zu bekommen. Der Kriminalhauptkommissar aus Mönchengladbach war am 28. August 2010 im Einsatz angegriffen worden. Er erlitt dadurch schwere Gesichts- und Schädelverletzungen. „Das war eine hinterhältige und verabscheuungswürdige Tat. Ich halte es für unerträglich, dass diejenigen, die uns schützen, angegriffen werden“, sagte der Minister.

Aus einer ersten landesweiten Untersuchung des Landeskriminalamtes (LKA) ergibt sich, dass im vergangenen Jahr insgesamt 1.734 Polizistinnen und Polizisten im Dienst durch Angriffe verletzt wurden. Von diesen Opfern waren 84,4 Prozent Polizisten im Streifendienst - wie Michael Frehn. Dieses LKA-Lagebild „Gewalt gegen Polizeibeamte“ konstatiert zunehmende Respektlosigkeit, fehlende Anerkennung staatlicher Institutionen sowie eine niedrige Hemmschwelle bei der Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten. Jäger: „Wir müssen darauf hinwirken, dass das Handeln der Polizisten wieder mehr respektiert und wertgeschätzt wird.“ Aufgabe der Politik sei es, der Polizei dafür entsprechenden Rückhalt zu geben.

Gewalt gegen Polizisten eskaliert nach Alkoholkonsum häufig aus unbedeutenden Anlässen, so wie auch im August vergangenen Jahres gegen Michael Frehn. Er wollte mit Kollegen die Personalien einer Gruppe feststellen, doch diese reagierte aggressiv. Ein eigentlich unbeteiligter 20jähriger kam dann wie aus dem Nichts herangestürmt und trat Frehn gegen den Kopf. Der Täter wurde vor kurzem zu sieben Jahren und zehn Monaten Haft wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Widerstandes verurteilt. Der Innenminister begrüßte das: „Es ist entscheidend, die Gewalttäter schnell zu bestrafen.“

„Die Sicherheit unserer Polizisten hat für mich höchste Priorität“, unterstrich Ralf Jäger nach dem Gespräch mit Frehn. Eine professionelle Aus- und Fortbildung sei zum Schutz der Beamten ebenso wichtig wie eine gute technische Ausstattung. Er verwies unter anderem auf ein neu konzipiertes Einsatztraining für den Wachdienst und die neuen Funkstreifenwagen mit Videoeigensicherungssystem. Polizisten wurden mit einer persönlichen Unterziehschutzweste sowie neuen Dienstwaffen ausgestattet, der Wachdienst auch mit Einsatzschutzhelmen.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Inneres und Kommunales, Telefon 0211 871-2300.

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