Gender-Report: „Geschlechter(un-)gerechtigkeit an Hochschulen“

15. Dezember 2010

Frauen sind an den Hochschulen auf dem Vormarsch – jedoch dringender Aufholbedarf bei Spitzenpositionen / Erster Gender-Report NRW „Geschlechter(un-)gerechtigkeit an Hochschulen“

Frauen holen zwar auf, sind aber noch lange nicht auf der Überholspur – das ist das Fazit des ersten nordrhein-westfälischen Gender-Reports, den das Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung offiziell vorstellt. Die Landesregierung will, dass zukünftig 40 Prozent Frauen in Führungspositionen und Gremien vertreten sein sollen.

Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung teilt mit:

Frauen holen zwar auf, sind aber noch lange nicht auf der Überholspur – das ist das Fazit des ersten nordrhein-westfälischen Gender-Reports, den das Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung heute im Beisein von Wissenschaftsministerin Svenja Schulze offiziell vorstellt. Danach liegt der Anteil der Hochschulabsolventinnen mit 52 Prozent zwar über dem der männlichen Kommilitonen, bei den universitären Spitzen­positionen gibt es aber immer noch klaren Aufholbedarf. Der Frauen­anteil in den Rektoraten beträgt 19 Prozent, in den Leitungsgremien der Fakultäten und Fachbereiche elf Prozent. Insgesamt liegt der Anteil der Professorinnen im Jahr 2008 bei 16,6 Prozent in Nordrhein-Westfalen und ist damit im letzten Jahrzehnt um sieben Prozent gestiegen.

„Bei dem gegenwärtigen Tempo braucht es ein weiteres halbes Jahr­hundert, um zu einem ausgewogenen Verhältnis zu kommen. Das ist eine Verschwendung von Chancen und Talenten, die nicht länger mit einem Schulterzucken hingenommen werden darf“, sagte Wissen­schaftsministerin Schulze. Die Landesregierung hat sich selbst darauf verpflichtet, dass zukünftig 40 Prozent Frauen in Führungspositionen und Gremien vertreten sein sollen. „Hier sollten die Hochschulen nicht nachstehen“, appellierte Schulze.

Beate Kortendiek, Mitherausgeberin des unabhängigen Gender-Reports und Koordinatorin des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung NRW ergänzte: „Um dem Ziel der geschlechtergerechten Hochschule näher zu kommen, sind zugleich gleichstellungspolitische Geduld wie Ungeduld erforderlich. Wir verbinden mit den vorgelegten Fakten, Analysen und den hochschulspezifischen Gender-Profilen die Hoffnung, dass sowohl Fortschritte wie Handlungsbedarfe sichtbar werden.“

Der Gender-Report wurde als Forschungsbericht erstmalig 2010 von dem Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung erstellt. Es ist ge­plant, diesen zukünftig im Drei-Jahres-Rhythmus zu veröffentlichen. Der Report steht zum Download bereit unter www.geschlechtergerechte-hochschule-nrw.de/genderreport.html.

Das Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW ist ein vom Wissenschaftsministerium des Landes unterstützter Zusammenschluss von derzeit 180 Wissenschaftlerinnen an NRW-Hochschulen. Die Koordinierungs­stelle hat ihren Sitz an der Universität Duisburg-Essen. Ansprechpartnerin ist Dr. Beate Kortendiek. Ihre Kontaktdaten sowie weitere Informationen über die Arbeit des Netzwerks finden Sie unter www.netzwerk-frauenforschung.nrw.de.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung, Telefon 0211 896-4790.

Weitere

Pressemitteilungen

Weitere

Informationen

Pressefotos

Download

Keine Ergebnistreffer

Kontakt

Pressestelle

Keine Ergebnistreffer

Verwandte

Meldungen

Verwandte

Themen

Information

Downloads

Keine Ergebnistreffer

Links

Zum Thema

Information

Karte

Abonnieren

Newsletter

Abonnieren Sie hier den Newsletter der Landesregierung Nordrhein-Westfalen oder bestellen Sie ihn ab.