Förderung der Freien Theater in Nordrhein-Westfalen

14. November 2011

Förderung der Freien Theater in Nordrhein-Westfalen

Das Bundesland Nordrhein-Westfalen ist ein starker Produktionsstandort für freischaffende Künstler und Ensembles. NRW hat seit den 70er und 80er Jahren eine bundesweite Vorreiterfunktion. Die "freie Szene" hat sich zu einem nicht mehr weg zu denkenden Bestandteil der Theaterlandschaft und der kritischen Öffentlichkeit entwickelt. Das MFKJKS hat nun eine neue Konzeption der Förderung freier Theater in NRW erarbeitet.

Neukonzeption und Aufstockung der Förderbereiche

Die neue Konzeption der Förderung freier Theater in NRW zielt insbesondere ab auf eine künstlerische Stärkung der freien Szene, ihrer Ensembles und Produktionshäuser sowie die Steigerung ihrer regionalen und internationalen Relevanz. Bestehende Förderbereiche und Investitionen im Bereich freie Darstellende Kunst werden neu strukturiert und sinnvoll ergänzt. Neue Synergien der Einzelförderbereiche werden geschaffen. Produktion und Recherche, Gastspielaustausch und Vernetzung werden gestärkt.

Arbeitsbereiche

Aufstockung Produktion, Recherche und Präsentation im Jugend- und Erwachsenenbereich

Spitzenförderung Ensembles

Kooperation 

Abspielförderung    

Weiterbildung und Nachwuchsförderung   

Honorarempfehlungen   

Künstlerische Arbeit mit Jugendlichen und partizipatorische Projekte   

Verbesserte Abstimmung der Förderfristen    

Gesamtkonzept "Freie Theater in NRW"

Arbeitssituation und Förderung der freien Theaterhäuser, Künstler und Ensembles werden durch die konzeptionelle Überarbeitung der bestehenden Förderstruktur seit 2011 deutlich verbessert. Hierbei geht es nicht darum, in Zeiten knapper Kassen lediglich Förderbudgets aufzustocken. Vielmehr soll mit einer differenzierten und gezielten Reihe von Fördermaßnahmen die Gesamtstruktur an die aktuellen Bedingungen zeitgenössischer Kunstproduktion angepasst und verbessert werden. Die Kunstproduktion bekommt in Bereichen, die derzeit unterentwickelt sind, durch spezielle Maßnahmen notwendige Bedingungen, so etwa die Förderung junger Künstlerinnen und Künstler an der Schnittstelle von Ausbildung und Beruf.

Wesentlich ist, dass heute Künstlerinnen und Künstler in verschiedenen Kontexten arbeiten, im Kommunaltheater wie in der Off-Szene, abhängig von Konzepten und Notwendigkeiten. Die freie Szene ist nach wie vor ein starkes Produktionsfeld, das nicht zuletzt auch den Nachwuchs der Kommunaltheater mit generiert. Sie kann wesentlich mehr Strahlkraft für das Land haben, wenn ihre Förderung stabiler ist und zugleich in beweglichen Strukturen in Veränderung bleibt.

Ein auf nationalem und internationalem Niveau tragfähiges neues Gesamtkonzept "Freie Theater in Nordrhein-Westfalen" wurde erarbeitet. Die Stärkung der freien Szene ist im Koalitionsvertrag 2010 festgehalten. Im Haushaltsplan ist eine Aufstockung der Förderung im Bereich freie Theater um insgesamt rund 1,64 Millionen Euro vereinbart.

Mit insgesamt rund 6,4 Millionen Euro nimmt Nordrhein-Westfalen so mit Berlin die Spitzenposition unter den Ländern im Bereich der Förderung freier Darstellender Kunst ein.

Freie Szene

Nordrhein-Westfalen ist ein starker Produktionsstandort für freischaffende Künstlerinnen, Künstler und Ensembles. NRW besitzt seit den 70er- und 80er-Jahren eine bundesweite Vorreiterfunktion. Die "freie Szene" hat sich zu einem nicht mehr weg zu denkenden Bestandteil der Theaterlandschaft und der kritischen Öffentlichkeit entwickelt. Eine lebhafte künstlerische Entwicklung von Kollektiven der Off-Szene, ihrer Spielstätten in umgenutzten Industriearealen, ihrer Festivals und Netzwerke ging stark von Nordrhein-Westfalen aus. Subkultur, Soziokultur und Off-Künstler erkannten die enormen Möglichkeiten von Produktionsstätten mit Leerstand, die potentiellen Freiräume denkmalgeschützter Industriehallen. Dabei ist die freie Szene grundsätzlich interdisziplinär ausgerichtet, lokal stark verankert sowie überregional und international gut vernetzt.

Bestandsaufnahme:
Eine Bestandsaufnahme wurde vom MFKJKS mit initiiert und gefördert, vom NRW Landesbüro Freie Kultur mit der Kulturpolitischen Gesellschaft durchgeführt und durch einen Beirat aus Vertretern der Theater, des Ministeriums, des NRW Kultursekretariats und des Theaterwissenschaftlichen Instituts der RUB / Bochum begleitet.

Download der Studie Bestandsaufnahme und Situation der Freien Theater in NRW   

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