Eine erfolgreiche Therapie ist der beste Opferschutz

22. Oktober 2009

„Eine erfolgreiche Therapie ist der beste Opferschutz“ - Justizministerin und Gesundheitsminister stellen zwei neue Projekte zur ambulanten psychiatrischen Nachsorge Haftentlassener vor

Die psychiatrische und psychotherapeutische Nachsorge für entlassene Strafgefangene in Nordrhein-Westfalen wird weiter verbessert. Ab dem 1. November werden an den Rheinischen Kliniken in Langen­feld und beim Evangelischen Krankenhaus in Bielefeld Fachambulanzen eingerichtet, die sich im Zuge der Führungsaufsicht intensiv um psychische Probleme entlassener Häftlinge kümmern sollen.

Das Justizministerium und das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales teilen mit:

Die psychiatrische und psychotherapeutische Nachsorge für entlassene Strafgefangene in Nordrhein-Westfalen wird weiter verbessert.

Ab dem 1. November werden an den Rheinischen Kliniken in Langen­feld und beim Evangelischen Krankenhaus in Bielefeld Fachambulanzen eingerichtet, die sich im Zuge der Führungsaufsicht intensiv um psychische Probleme entlassener Häftlinge kümmern sollen. Dies teilten Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann heute (Donnerstag, 22. Oktober 2009) in Düssel­dorf mit. In beiden Kliniken werden als Modellprojekte je 20 Therapie­plätze bereitgestellt. Beide Projekte sind zunächst auf drei Jahre befristet. Sie sollen mit ihren Erfahrungen als Vorbilder für weitere Ein­richtungen dienen. Die Finanzierung übernimmt das Justizministerium.

„Die Einrichtung der Fachambulanzen ist ein großer Schritt nach vorne. Eine erfolgreiche Therapie ist der beste Opferschutz. Wir haben es hier mit einer schwierigen Klientel zu tun, die ihre Haftstrafe vollständig ver­büßen musste, weil Richter und Gutachter sie weiterhin für rückfall­gefährdet halten. Es geht um Sexualstraftäter und Täter mit psychischen Störungen, für die wir professionelle Behandlungsmethoden einsetzen müssen“, betonten die Justizministerin und der Gesundheitsminister.
Solche Straftäter stehen nach ihrer Entlassung kraft Gesetzes unter so genannter Führungsaufsicht. Das Gericht kann den Entlassenen anwei­sen, sich psychiatrisch und psychotherapeutisch behandeln zu lassen. Dies kann bei niedergelassenen Ärzten und Therapeuten oder bei Forensischen Fachambulanzen geschehen. Spezialisierte niederge­lassene Therapeuten sind für diesen Personenkreis allerdings nicht immer zeitnah zu finden.

„Wir brauchen eine organisierte Nachsorge, um riskante Entwicklungen bei solchen ‚Vollverbüßern’ frühzeitig erkennen und therapieren zu können. Zusammen mit den beiden Kliniken haben wir jetzt Möglich­keiten geschaffen, um an den dort eingerichteten Fachambulanzen Haftentlassene in Freiheit psychotherapeutisch und psychiatrisch zu betreuen“, erklärten die Justizministerin und der Gesundheitsminister.

Grundlage der Projekte ist eine Konzeption des Justizministeriums, die in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium, dem Landes­beauftragten für den Maßregelvollzug und den beiden Projektbetreibern entwickelt worden ist. „Unser ausdrücklicher Dank gilt den Mitarbeiterin­nen und Mitarbeitern der Projekte in Langenfeld und in Bielefeld“, so beide Minister weiter. „Deren Aufgabe besteht in der Sicherstellung und Kontrolle medizinisch-therapeutischer, psychosozialer und pflegerischer Behandlung, Betreuung und Begleitung. Sie müssen Risikobewertungen vornehmen, Medikationen überwachen, Drogenscreenings vornehmen und zugleich zu allgemeinen Fragen der Lebensbewältigung beraten. Nur mit Hilfe ausgewiesener Fachleute können wir sowohl im Sinne der individuellen Rückfallprävention als auch im Sinne des damit verbun­denen Schutzes der Allgemeinheit ein solch anspruchsvolles Nach­sorgeprogramm durchführen.“

Hintergrund:
Mit dem Gesetz zur Reform der Führungsaufsicht und zur Änderung der Vor­schriften über die nachträgliche Sicherungsverwahrung vom 13. April 2007 wurden die Aufgaben und Befugnisse der Führungsaufsicht erweitert. Im Rahmen des neu formulierten § 68a Abs. 7 StGB können jetzt auch so ge­nannte forensische Ambulanzen bei der Durchführung von Therapieweisungen zur verbesserten Nachsorge Haftentlassener (§ 68b Abs. 2 Satz 2 und 3 StGB) eingebunden werden. Dies gilt nunmehr auch für „Vollverbüßer“ gemäß § 68f Abs. 1 StGB, die eine mindestens zweijährige Haftstrafe vollständig absitzen mussten – bei Sexualstraftätern reicht bereits die vollständige Verbüßung einer einjährigen Haftstrafe (Freiheits- oder Jugendstrafe).

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Justiz­ministeriums, Telefon 0211 8792-255 oder -464 oder an die Pressestelle des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Telefon 0211/855 3118.

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