Düsseldorfer Schauspielhaus
12. Februar 2019

Düsseldorfer Schauspielhaus: Stadt und Land verlängern frühzeitig Intendanz bis 2026

Erfolgreiche Doppelspitze mit Generalintendant Wilfried Schulz und Kaufmännischer Geschäftsführerin Claudia Schmitz

Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen und Oberbürgermeister Thomas Geisel haben in einem Pressegespräch über die Vertragsverlängerung der erfolgreichen Doppelspitze der Neue Schauspiel GmbH berichtet.

 
Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft teilt mit:

Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen und Oberbürgermeister Thomas Geisel haben in einem Pressegespräch über die Vertragsverlängerung der erfolgreichen Doppelspitze der Neue Schauspiel GmbH berichtet. Die Verträge von Generalintendant Wilfried Schulz und der Kaufmännischen Geschäftsführerin Claudia Schmitz werden ab der Spielzeit 2021/22 bis zur Spielzeit 2025/26 verlängert. Dies haben der Aufsichtsrat des Düsseldorfer Schauspielhauses und die Gesellschafter, die Landeshauptstadt Düsseldorf und das Land Nordrhein-Westfalen, einstimmig beschlossen. Wilfried Schulz und Claudia Schmitz haben im Beisein von Ministerin Pfeiffer-Poensgen und Oberbürgermeister Thomas Geisel die Verträge am Dienstag, 12. Februar 2019, unterzeichnet.
 
Stadt und Land hatten dem Aufsichtsrat die frühzeitige Verlängerung der Doppelspitze vorgeschlagen. Für die Aufsichtsratsvorsitzende, Ministerin Pfeiffer-Poensgen, ist vor allem eine klare Perspektive angesichts der ausgezeichneten künstlerischen Arbeit wichtig: „Wilfried Schulz hat gemeinsam mit Claudia Schmitz das Düsseldorfer Schauspiel nach einer tiefen Krise zu einem der führenden Häuser in Deutschland gemacht, dessen Produktionen auch international beachtet werden. Daher ist es mir sehr wichtig, dem Leitungsteam und den herausragenden Künstlerinnen und Künstlern am Schauspielhaus frühzeitig eine Sicherheit für die Planungen zu geben.“
 
Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende des Düsseldorfer Schauspielhauses, Oberbürgermeister Thomas Geisel: „Wilfried Schulz und Claudia Schmitz haben es mit großem Engagement und Einfallsreichtum geschafft, die Sanierungsphase am Gründgens-Platz zu einer Erfolgsgeschichte für das Schauspielhaus zu machen. Sie haben das Programm des Theaters an viele spannende Orte der Stadt hinaus getragen, und mit vielen wunderbaren Inszenierungen ein breites Publikum angesprochen. Das hat mir imponiert, und deshalb freue ich mich auf die weitere Zusammenarbeit.“
 
„Unter den schwierigsten äußeren Bedingungen haben hochengagierte Künstler*innen und ein neugieriges Düsseldorfer Publikum in den letzten Spielzeiten zueinander gefunden. Mit der Rückkehr in das Haus am Gustaf-Gründgens-Platz gibt es wieder einen zentralen gemeinsamen Ort, an dem wir die Frage, wie wir miteinander leben wollen, verhandeln können, ein geschichtsbewusstes, sich der Gegenwart stellendes und die Zukunft suchendes Theater für alle Generationen, alle Communities und Schichten dieser Stadt. Ich freue mich auf die Arbeit, die sich dort mit den vielen das Haus tragenden Mitarbeiter*innen fortsetzt – noch einmal neu und immer wieder anders. Und ich danke für das Vertrauen“, sagte Wilfried Schulz.
 
„Natürlich freut mich persönlich die Verlängerung meines Vertrages. Aber vor allem freut mich, dass mit der Verlängerung unserer Verträge auch die Rahmenbedingungen für das Düsseldorfer Schauspielhaus bis 2026 gesichert sind und wir nun mit der Spielzeit 2019/2020 anfangen das zu tun, wofür wir im August 2016 angetreten sind: das Düsseldorfer Schauspielhaus am Gustaf Gründgens Platz für die Menschen in der Stadt und Region neu zu öffnen“, sagte Claudia Schmitz.
 
Renommierte Regisseurinnen und Regisseure wie Robert Wilson, Roger Vontobel, Bernadette Sonnenbichler, Armin Petras, Joanna Praml und Andreas Kriegenburg stehen auf dem Spielplan. Erstklassige Schauspielerinnen und Schauspieler, die Gründung der Bürgerbühne sowie die ausgezeichnete Arbeit des Jungen Schauspiels prägen die ersten Jahre der Intendanz. Der Erfolg hat nicht nur Folgen für die Wahrnehmung der künstlerischen Leistung und die Bedeutung des Theaters, sondern auch für die ökonomische Situation des Hauses. Eine ausgezeichnete Auslastung, erfolgreiche Gastspieleinladungen wie zuletzt nach Shanghai sowie Zusatzförderungen von Stiftungen für die Kunst und Sponsoren für die Baumaßnahmen stärken die Basis für die künstlerische Arbeit.
 
Intendanz, Leitungsteam und Ensemble schaffen damit quer durch die Generationen und Gesellschaftsschichten einen wichtigen öffentlichen Ort der Kunst, der Begegnung, des Diskurses und der kulturellen Bildung. Dies ermöglicht eine breite Teilhabe und Öffnung des Theaters für alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt.
 
Kurzvita Wilfried Schulz
Wilfried Schulz (*1952) war von 1988 bis 1993 als Chefdramaturg des Theaters Basel und von 1993 bis 2000 als Chefdramaturg des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg tätig. Das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg wurde mehrfach zum „Theater des Jahres“ gewählt.
 
2000 – 2009 war Wilfried Schulz Intendant des „schauspielhannover“. In der Spielzeit 2007/2008 gründete er das „junge schauspielhannover“ als eigene Jugendtheatersparte. 2009 – 2016 war Schulz Intendant des Staatsschauspiels Dresden. Unter seiner Intendanz ist das Staatsschauspiel Dresden u. a. mit einer Einladung zum Berliner Theatertreffen und dem Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ ausgezeichnet worden. In Dresden rief Schulz die „Bürgerbühne“ als eigenständige partizipative Sparte ins Leben – ein europaweit nachgeahmtes Erfolgsmodell.
 
Seit der Spielzeit 2016/17 leitet er das Düsseldorfer Schauspielhaus als Generalintendant, begründete die Bürgerbühne als eigene Sparte und holte das Festival „Theater der Welt 2020“ nach Düsseldorf. Verschiedene Produktionen wurden zu wichtigen Festivals und internationalen Gastspielen eingeladen.
 
Kurzvita Claudia Schmitz
Claudia Schmitz (*1970) war von 1996 bis 2000 am Nationaltheater Mannheim als Referentin des Generalintendanten tätig. Sie leitete von 2000 bis 2002 das Künstlerische Betriebsbüro am Musiktheater der Theater und Philharmonie Essen.
 
Von 2002 bis 2006 war sie als Verwaltungs- und Organisationsleiterin mitverantwortlich für die Gründung des Jungen Ensemble Stuttgart, einem kommunal geförderten Kinder- und Jugendtheater der Stadt Stuttgart. Anschließend war die Volljuristin von 2006 bis 2011 als Verwaltungsdirektorin und Geschäftsführerin des Deutschen Theaters in Göttingen tätig, bevor sie 2011 als Verwaltungsdirektorin und stellvertretende Generalintendantin ans Staatstheater Braunschweig wechselte. Seit der Spielzeit 2016/17 ist sie als Kaufmännische Geschäftsführerin am Düsseldorfer Schauspielhaus tätig.
 

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