„DU PACKST ES!“: Auftakt zu „Anstoß für ein neues Leben“

12. April 2011

„DU PACKST ES!“: Auftakt zu „Anstoß für ein neues Leben“ mit Minister Kutschaty und Torwart-Legende Kahn in Iserlohn

Justizminister Thomas Kutschaty und Torwart-Legende Oliver Kahn haben heute in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Iserlohn den Startschuss für das neu ausgerichtete Projekt "Anstoß für ein neues Leben" ge­geben. Der 67-malige Nationalspieler und Vize-Weltmeister war als Bot­schafter der Sepp-Herberger-Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nach Iserlohn gekommen.

Das Justizministerium teilt mit:

Justizminister Thomas Kutschaty und Torwart-Legende Oliver Kahn haben heute in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Iserlohn den Startschuss für das neu ausgerichtete Projekt "Anstoß für ein neues Leben" ge­geben. Der 67-malige Nationalspieler und Vize-Weltmeister war als Bot­schafter der Sepp-Herberger-Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nach Iserlohn gekommen.

Ziel ist es, jungen Gefangenen und Haftentlassenen systematische Unterstützung bei der sozialen und beruflichen Wiedereingliederung durch Akteure aus Sport, Justiz und Arbeitsmarkt zu geben. In Zusam­menarbeit mit dem Justizministerium, der Bundesagentur für Arbeit, dem Westdeutschen Handwerkskammertag, dem Deutschen Handwerksblatt und MABiS.NeT hat die Sepp-Herberger-Stiftung dieses bundesweit einzigartige Projekt in die Wege geleitet. Nach einer 2008 gestarteten Pilotphase wurde der Ansatz noch einmal verändert und das von Kahn entwickelte Motivationsprogramm „DU PACKST ES!“ integriert. Bis zum Finale am 3. September 2011 soll die erweiterte Projektkonzeption in den sechs Jugendstrafanstalten Nordrhein-Westfalens erprobt werden.

Den 66 Projekteilnehmern/innen stehen künftig in den Kategorien Fuß­ball, Arbeit/Beruf und Soziales verschiedene Fortbildungsangebote zur Verfügung: Dazu zählen Trainer- und Schiedsrichterausbildungen sowie Bewerber- und Anti-Gewalt-Trainings. Über das wöchentliche Fußball­training hinaus wird es mindestens einmal monatlich eine Fortbildung aus den drei Bereichen geben.

„Für mich ist besonders wichtig, dass das Projekt langfristig angelegt ist und kontinuierlich weiterentwickelt wird. Damit erhält der Justizvollzug auf lange Zeit verlässliche Partner für die Resozialisierungsarbeit. Dabei kommt uns die integrative Kraft König Fußball zu Gute - ihm gelingt es immer wieder, Menschen und Institutionen zu einem guten Zweck zu­sammenzuführen“, betonte Justizminister Kutschaty. „Alle Bemühungen können aber nur dann erfolgreich sein, wenn die jungen Gefangenen bereit sind, ihre Chance zu nutzen und sich aktiv in das Projekt ein­zubringen. Ich finde es daher eine tolle Idee, das Projekt durch ein spezifisches Motivationsprogramm zu ergänzen."

Als Unterstützer neu dabei ist die Bundesagentur für Arbeit (BA). „Ich freue mich, dass es aufbauend auf den bisherigen Kooperationen zwischen dem DFB und der Bundesagentur für Arbeit gelungen ist, die BA als weiteren wichtigen Anstoß-Partner zu gewinnen. Gemeinsam wollen wir den Jugendlichen Chancen und Möglichkeiten bieten, nach der Haft direkt in die Gesellschaft zurück zu finden", so Horst R. Schmidt, stellvertretender Vorsitzender der Sepp-Herberger-Stiftung.

Alle Teilnehmer/innen werden durch die JVAen nach bestimmten, ein­heitlichen Kriterien ausgewählt. Dabei spielen eine gute Sozialprognose sowie die Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt eine bedeutende Rolle. „Der Bedarf an gut ausgebildeten Arbeitskräften steigt kontinuierlich. Das ist eine große Chance für die jungen Leute, sich schon während der Inhaftierung die Grundlage für eine berufliche Perspektive zu erarbeiten. Den erfolgreichen Übergang müssen wir frühzeitig und systematisch einleiten", erklärte Christiane Schönefeld, Vorsitzende der Geschäfts­führung der NRW-Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit.

Auch Willi Hesse, Präsident des Westdeutschen Handwerkskammer­tages, zählt zu den Unterstützern: „Mit der bundesweiten Aktion 'Das Handwerk. Die Wirtschaftmacht. Von Nebenan.' zeigen wir derzeit, was das Handwerk tatsächlich leistet. Diejenigen, die ausbildungsfähig sind und den Willen haben etwas zu erreichen, sind in den Betrieben nicht nur herzlich willkommen, sondern vielerorts händeringend gesucht."

In den Anstalten Iserlohn, Siegburg, Herford, Heinsberg, Hövelhof (männliche Gefangene) und Köln (weibliche Gefangene) werden die jeweils 11 Jugendlichen von Teams aus Sportbeamten, Mitarbeitern des Sozialdienstes und MABiS.NeT betreut. Begleitet werden sie durch prominente Paten aus dem Fußball.

Dagmar Freitag, die Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, lobte: „’Anstoß für ein neues Leben' ist ein tolles Projekt, das für junge Gefangene eine Brücke schlägt in den neuen Lebens­abschnitt nach dem Jugendstrafvollzug und das ihnen durch ein Engagement im und für den Sport neue Perspektiven bietet".

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Justizministeriums, Telefon 0211 8792-255 oder -464.

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