Digitalfunk: Land NRW und Stadt Düsseldorf kooperieren

14. Dezember 2011

Digitalfunk: Land NRW und Stadt Düsseldorf kooperieren / Minister Ralf Jäger und Oberbürgermeister Dirk Elbers unterzeichnen Vertrag

Einen Kooperationsvertrag zum Digitalfunk für Behörden und Organisa­tionen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) haben das Ministerium für Inne­res und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen und die Landes­hauptstadt Düsseldorf abgeschlossen. Innenminister Ralf Jäger und Oberbürgermeister Dirk Elbers unterzeichneten das Vertragswerk in der Leitstelle der Düsseldorfer Feuerwehr. Die beiden Vertragspartner wer­den bei der Einführung und dem Betrieb des BOS-Digitalfunks kooperie­ren.

Das Ministerium für Inneres und Kommunales teilt mit:

Einen Kooperationsvertrag zum Digitalfunk für Behörden und Organisa­tionen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) haben das Ministerium für Inne­res und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen und die Landes­hauptstadt Düsseldorf abgeschlossen. Innenminister Ralf Jäger und Oberbürgermeister Dirk Elbers unterzeichneten das Vertragswerk in der Leitstelle der Düsseldorfer Feuerwehr. Die beiden Vertragspartner wer­den bei der Einführung und dem Betrieb des BOS-Digitalfunks kooperie­ren. „Es ist die erste Kooperation des Landes mit einem kommunalen Leitstellenbetreiber. Unsere Zusammenarbeit spart Kosten und bringt zusätzliche Sicherheit“, betonte Innenminister Ralf Jäger. „Mit der Lan­deshauptstadt Düsseldorf und seiner professionell aufgestellten Feuer­wehr hat das Land einen idealen Partner für die Einführung des BOS-Digitalfunks gefunden. Im Vertrag ist nun der gemeinschaftliche Nut­zungsumfang beider Parteien und die daraus resultierende Unterstüt­zungsleistung der Feuerwehr Düsseldorf sowie die Aufwandsentschädi­gung festgelegt“, erklärte Oberbürgermeister Dirk Elbers.

Laut Vertrag kauft die Feuerwehr der Landeshauptstadt gemeinsam mit dem Land Ausstattung und Technik ein und leistet dem Land die erfor­derliche technische Unterstützung. Dadurch ergeben sich Synergieef­fekte und eine Kosteneinsparung. So ermöglicht die Feuerwehr der Landeshauptstadt Düsseldorf dem Ministerium für Inneres und Kommu­nales NRW die Anbindung von insgesamt acht Funkbedienplätzen in deren Krisenstabsräumen in Düsseldorf und Hilden über die Leitstelle der Feuerwehr. Die Feuerwehr Düsseldorf stellt die technische Unter­stützung für die zur Verfügung gestellten Anlagen und Leitungswege. Die Kooperation beginnt am 1. Januar 2012, acht Tage vor dem Start des Probebetriebs.

Die Technikabteilung der Düsseldorfer Feuerwehr beschäftigt sich be­reits seit mehreren Jahren mit der digitalen Funktechnologie und ist für den Anfang Januar 2012 geplanten, erweiterten Probebetrieb gut auf­gestellt. Die Nachrichtentechniker haben bereits viel Pionierarbeit ge­leistet, um für die Umstellung gewappnet zu sein. Bei einigen neuen Einsatzfahrzeugen wurde die neue Digitaltechnik bereits eingebaut und erprobt. So wurden beispielsweise 2009 ein Löschfahrzeug und ein Rettungswagen mit verschiedenen Varianten der neuen Technik ausge­stattet. Die im Betrieb gesammelten Erfahrungen nutzen die Techniker nun für die Ausstattung der Leitstelle mit dem Digitalfunk. Die Vorberei­tungen für den erweiterten Probebetrieb dort sind planmäßig abge­schlossen worden. Weiterhin ist die digitale Technologie schon in rund 50 Einsatzfahrzeugen eingebaut worden. Der Umbau der übrigen 270 Fahrzeuge erfolgt nach und nach. Dafür sind in den kommenden Jahren 200.000 Euro pro Jahr veranschlagt.

Zurzeit arbeiten die Mitarbeiter der Feuerwehr am Ausbau der Technik für das Ministerium für Inneres und Kommunales, um pünktlich zum Start des Probebetriebes am 9. Januar fertig zu sein. Neben Düsseldorf und Mönchengladbach nehmen dann die Kreise Mettmann, Viersen so­wie der Rhein-Kreis Neuss den Probebetrieb auf. Das Funknetz soll sechs Monate lang auf seine Funktionsfähigkeit getestet werden. „Der Digitalfunk ist das größte deutschlandweite Technologieprojekt für die innere Sicherheit“, erläuterte Jäger. Voraussichtlich ab März wird der Großraum Köln die Testphase starten. Die anderen Teile des Landes folgen nach und nach bis zur flächendeckenden Nutzung des Digital­funks.

In der Probephase wird das neue Funknetz auf Herz und Nieren unter­sucht. Der erweiterte Probebetrieb gehört zur vertraglichen Regelung mit den Herstellern. „Nach den Berichten aus anderen Bundesländern ist es unwahrscheinlich, dass ein Systemwechsel dieser Größenord­nung völlig fehlerfrei funktioniert“, machte der Minister deutlich. Die Pro­bephase wird unterbrochen, wenn Fehler und Schwächen im System auftreten. Dann müssen die Hersteller die Probleme lösen. Erst, wenn alle Tests die volle Funktionsfähigkeit bewiesen haben, wird das Netz übernommen. Während des Probebetriebs läuft der analoge Funk pa­rallel weiter.

Die neue digitale Funktechnik zeichnet sich unter anderem durch we­sentlich bessere und klarere Übertragung von Sprache aus, zudem ist der Digitalfunk abhörsicher. Aber auch die „Hardware“ verändert sich. Die digitalen Funkgeräte sind kleiner, leichter und bieten komfortable Funktionen wie beispielsweise die Möglichkeit der Gruppenkommunika­tion oder des Einzelrufes. Telefonieren und Kurzmitteilungen versenden zu können gehört zum Leistungsumfang. Allein in Nordrhein-Westfalen rüsten 47 Kreispolizei- und drei Landesoberbehörden der Polizei sowie 422 Feuerwehren der Kommunen und Kreise, 96 Werksfeuerwehren und die Hilfsorganisationen 26.000 Fahrzeuge um und tauschen etwa 80.000 Funkgeräte aus. Auch die Leitstellen der Feuerwehr werden an die neue Technik angepasst. 40.000 Polizisten und mehr als 120.000 Angehörige von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen werden für den Digitalfunk fit gemacht.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Inneres und Kommunales, Telefon 0211 871-2300.

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