Dialog Landwirtschaft und Umwelt verabschiedet Positionspapier zur Senkung des Flächenverbrauchs

31. Mai 2012

Dialog Landwirtschaft und Umwelt verabschiedet Positionspapier zur Senkung des Flächenverbrauchs

Unter Leitung von Umwelt- und Landwirtschaftsminister Johannes Remmel hat der Dialog Landwirtschaft und Umwelt ein Positionspapier zur Senkung des Verbrauchs landwirtschaftlicher Flächen verabschiedet. Dass der dauerhafte Verlust fruchtbaren Acker- und Weidebodens nicht mehr hinnehmbar ist, zeigen die neuesten Zahlen zur Flächenentwicklung in NRW.

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Unter Leitung von Umwelt- und Landwirtschaftsminister Johannes Remmel hat der Dialog Landwirtschaft und Umwelt gestern Abend (30. Mai 2012) ein Positionspapier zur Senkung des Verbrauchs landwirtschaftlicher Flächen verabschiedet. Dass der dauerhafte Verlust fruchtbaren Acker- und Weidebodens nicht mehr hinnehmbar ist, zeigen die neuesten Zahlen zur Flächenentwicklung in NRW: Obwohl die tägliche Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsflächen von 11,5 Hektar im Jahr 2010 auf 10 Hektar in 2011 gesunken ist, verharrt der Verlust landwirtschaftlicher Flächen auf einem erschreckend hohem Niveau: Um 17,4 Hektar hat die Landwirtschaftsfläche 2011 täglich abgenommen, auf das Jahr gerechnet sind alleine der nordrhein-westfälischen Landwirtschaft damit weitere 40 km2 Fläche verloren gegangen.

„Diesen Verlust können wir uns angesichts des wachsenden Bedarfs an regionalen Lebensmitteln und des zunehmenden Energiebedarfs aus nachwachsenden Rohstoffen nicht mehr leisten“, erläuterte Minister Remmel. „Wir brauchen ein neues Bewusstsein für den Wert der Natur in unserer Umgebung. Fläche ist ein nicht vermehrbares Gut, der schonende Umgang eine Verpflichtung gegenüber den nachkommenden Generationen. Wir müssen die Stadtzentren für das Wohnen attraktiver machen – auch für ältere Menschen –, unser Straßennetz modernisieren, statt es auszubauen, und brachliegende Gewerbeflächen sanieren, damit sich Industrie und Gewerbe neu ansiedeln können“, so der Minister.

Die Kernforderungen des Dialogs Landwirtschaft und Umwelt sind deshalb

•  die Senkung des Flächenverbrauchs auf maximal fünf Hektar pro Tag bis 2020; langfristig darf es keinen zusätzlichen Flächenverbrauch mehr geben;

•  der Vorrang der Innenentwicklung vor der Inanspruchnahme neuer Flächen im Außenbereich;

•  der Aufbau von Flächenkatastern und Monitoringsystemen insbesondere zur Unterstützung des Flächenrecyclings;

•  die Fortschreibung des Landesentwicklungsplans mit restriktiveren Vorgaben zur Flächennutzung und einer Stärkung des Freiraumschutzes;

•  die intensivere Nutzung von Instrumenten der Landentwicklung wie der interkommunalen Zusammenarbeit, der Dorfentwicklung und der Bodenordnung.
Den Bundesgesetzgeber fordert der Dialog auf, bei der anstehenden Novelle des Baugesetzbuches die Senkung des Flächenverbrauchs als vordringliche Aufgabe einzubeziehen.

Der Dialog Landwirtschaft und Umwelt hat sich im Februar 2011 auf Initiative von Minister Remmel gegründet. Teilnehmer sind Repräsentanten von Verbänden und Institutionen aus Landwirtschaft, Umwelt- und Naturschutz, Tierschutz und Verbraucherschutz sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Diskutiert wurden in bisher vier Sitzungen Themen aus den Bereichen Agrarpolitik, Naturschutz und Gewässerschutz.

Mitglieder des Dialog Landwirtschaft und Umwelt
1. Jörn Bender, Geschäftsführer Biokreis Erzeugerring NRW stellv. für die NRW-Verbände des Ökologischen Landbaus

2. Prof. Dr. Ernst Berg, Universität Bonn, Professur für Produktions- und Umweltökonomie, Sprecher des Lehr- und Forschungsschwerpunkts Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft

3. Dr. Martin Berges, Direktor Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

4. Dr. Heinrich Bottermann, Präsident LANUV

5. Dr. Stefan Bringezu, Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie, Leiter der Forschungsgruppe „Stoffströme und Ressourcenmanagement“

6. Bernhard Burdick, Verbraucherzentrale NRW, Gruppenleiter Ernährung

7. Friedhelm Decker, Präsident Rheinischer Landwirtschaftverband (RLV)

8. Gerti Engels, Präsidentin Westfälisch-Lippischer LandFrauenverband

9. Marie Luise Fasse MdL, Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald – Landesverband NRW e.V.

10. Peer Fiesel, Präsident Landestierschutzverband Nordrhein-Westfalen

11. Johannes Frizen, Präsident Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

12. Elmar Hannen, Bundesverband deutscher Milchviehhalter (BDM), Landesteam NRW

13. Stefan Hetzer, Vorsitzender Landesarbeitsgemeinschaft der Landjugend Nordrhein

14. Heinrich Hiep, Präsident Landesverband Gartenbau Rheinland, stellv. für die rheinischen und westfälische Gartenbauverbände

15. Mark vom Hofe, Vorsitzender Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW (LNU)

16. Prof. Dr. Karin Holm-Müller, Universität Bonn, Professur für Ressourcen- und Umweltökonomik, Mitglied des Sachverständigenrats für Umweltfragen

17. Hendrik Keitlinghaus, Regionalgruppensprecher NRW, Fachverband Biogas e.V.

18. Prof. Dr. Josef Klostermann, Direktor Geologischer Dienst NRW

19. Paul Kröfges, Vorsitzender Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband NRW

20. Andreas Maaß, Vorsitzender Ring der Landjugend Westfalen-Lippe (zuvor Kristina Schmalor)

21. Thomas Muchow, Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, stellv. für die beiden Kulturlandschaftsstiftungen

22. Inge Neu, Vizepräsidentin des Rheinischer LandFrauenverbands

23. Klaus Nottmeyer, Vorsitzender Dachverband der Biologischen Stationen in NRW

24. Johannes Röring MdB, Präsident Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband (WLV)

25. Bernd Schmitz, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Landesverband NRW

26. Prof. Dr. Carola Strassner, Fachhochschule Münster, Stiftungsprofessur für nachhaltige Ernährung/Ernährungsökologie

27. Dr. Otto Strecker, Clustermanager, Cluster Ernährung.NRW

28. Josef Tumbrinck, Vorsitzender Naturschutzbund Deutschland (NABU), Landesverband NRW

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Telefon 0211 4566-719 (Wilhelm Deitermann).

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