Dem Insektenschwund auf den Grund gehen

8. Februar 2018

Dem Insektenschwund auf den Grund gehen

Ministerin Christina Schulze Föcking besucht Entomologischen Verein Krefeld: Weniger Insekten, weniger Blütenpflanzen und Singvögel, weniger Vielfalt – diese Negativkette müssen wir gemeinsam durchbrechen

 
Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Mit Sorge sieht Christina Schulze Föcking, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, die Gefahr des zunehmenden Insektenschwundes. „Weniger Insekten, weniger Blütenpflanzen und Singvögel, weniger Vielfalt. Diese Negativkette müssen wir gemeinsam durchbrechen“, sagte die Ministerin bei einem Besuch des Entomologischen Vereins Krefeld e.V.. Der Entomologische Verein untersucht seit 1989 den Rückgang der Biomasse bei Fluginsekten und veröffentlicht die Ergebnisse. Danach sind stellenweise Rückgänge um bis zu 75 Prozent zu verzeichnen.
 
In Krefeld sprach die Ministerin mit den ehrenamtlichen Fachexpertinnen und –experten über die Forschung des Vereins und die möglichen Ursachen des Insektenschwunds. Aufbauend auf den Erfahrungen der Krefelder Entomologen hat das Umweltministerium das Landesumweltamt (LANUV) mit der Erstellung eines erweiterten, flächendeckenden Insektenmonitorings beauftragt. Auf 120 repräsentativ ausgewählten Probeflächen soll die Biomasse von fliegenden, blütenbestäubenden Insekten wie z.B. Bienen, Hummeln und Schmetterlingen untersucht werden. „Weil mehrere Faktoren im Verdacht stehen, zum Rückgang der Insekten beizutragen, ist die Ursachenforschung das Gebot der Stunde. In der Stichprobe werden fast alle unsere Landnutzungsformen einbezogen“, sagte Schulze Föcking.
 
Damit ist Nordrhein-Westfalen das erste Bundesland, das die Rückgänge bei Insekten systematisch in der Fläche in einer mehrjährigen Studie untersucht. Die abschließenden Ergebnisse der Langzeitstudie sollen bis Ende 2022 vorliegen. Die Untersuchung bietet eine statistisch valide Datengrundlage für weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Insektenrückgangs. Zurzeit wird ein multifaktorieller Ursachenkomplex angenommen: Neben dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln werden der Verlust blütenreicher Lebensräume („bunte Wiesen“), Nährstoffeinträge aus der Luft, Lichtverschmutzung, der Verlust von ungenutzten Brachflächen und blütenreichen Wegrainen sowie kräuterreichen Gärten und Parks und nicht zuletzt auch Effekte des Klimawandels diskutiert.
 
Schulze Föcking würdigte die Arbeit der Expertinnen und Experten in Krefeld: „Die ehrenamtliche Leistung des Vereins über so viele Jahre kann nicht hoch genug wertgeschätzt werden.“ Rückgänge bei Insekten sind ein aktuelles europaweites und offenbar auch weltweites Phänomen, das hat Anfang 2016 eine internationale Studie des „Weltrats für Biodiversität“ bestätigt.
 

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