"Das Festival ist spannend, vielfältig, anspruchsvoll"

4. Mai 2011

"Das Festival ist spannend, vielfältig, anspruchsvoll"

Mit dem großen Kulturvolksfest am 1. Mai starten die Recklinghäuser Ruhrfestspiele durch. Dann folgen sechs Wochen Festival. Sechs Wochen, prall gefüllt mit Theater und Tanz, Kunst und Kabarett, Musik und mehr.

Start der 65. Ruhrfestspiele: Ein Interview mit Kulturministerin Ute Schäfer

Morgen ist es endlich wieder soweit. Mit dem großen Kulturvolksfest am 1. Mai starten die Recklinghäuser Ruhrfestspiele durch. Dann folgen sechs Wochen Festival. Sechs Wochen, prall gefüllt mit Theater und Tanz, Kunst und Kabarett, Musik und mehr. Wir präsentieren Ihnen deshalb heute nicht nur VESTIVALplus, das große Magazin zu den 65. Ruhrfestspielen, sondern auch ein Interview mit NRW-Kulturministerin Ute Schäfer. Mit ihr sprachen wir über die Vergangenheit und Zukunft des renommierten Festivals, die finanzielle Absicherung und die Erschließung neuer Publikums-Schichten.

Recklinghäuser Zeitung: Es gab immer wieder Versuche, die Ruhrfestspiele mit anderen Festivals wie beispielsweise der Ruhrtriennale zusammenzulegen, sie in dieser „aufgehen“ zu lassen. Kann die Frage der Eigenständigkeit nach den Erfolgen der letzten Jahre überhaupt noch Diskussionsstoff sein?

Ute Schäfer: Es gibt aus meiner Sicht absolut keinen Anlass, das Festival in seiner Struktur in Frage zu stellen. Trotz der Versuche, die es gegeben hat, muss man heute einfach feststellen: Ruhrfestspiele und Ruhrtriennale haben grundsätzlich unterschiedliche Profile. Sie haben damit auch eine unterschiedliche künstlerische Ausrichtung – und sie haben auch ihre eigenen Besucherströme. Beide, das ist das Allerwichtigste, sind sehr gut ausgelastet. Warum also sollte man diese Festivals zusammenlegen? Dafür sehe ich, ganz klar, überhaupt keinen Grund.

Recklinghäuser Zeitung: Heute sind die Ruhrfestspiele meist mehr als sehr gut ausgelastet, vieles ist restlos ausverkauft. Das hat definitiv etwas mit der Intendanz zu tun. Frank Hoffmann hat nach den argen Problemen und dem so unglaublichen wie unerwarteten Zuschauerschwund unter Castorf eine echte Erfolgsgeschichte geschrieben. Sowohl was die Qualität als auch Auslastung des Festivals betrifft. Nun stände 2012 ja eine Vertragsverlängerung an. Ohne vorgreifen zu wollen: Gäbe es irgendwelche Bedenken von Seiten der Landesregierung, die gegen eine Verlängerung sprächen?

Ute Schäfer: Zunächst einmal kann ich ihr Urteil nur bestätigen. Jedes Festival wird in ganz besonderer Weise von seiner Intendanz geprägt. Frank Hoffmann hat bisher hervorragende Arbeit geleistet. Natürlich muss man – wenn es jetzt um Fragen der Vertragsverlängerung geht – erst einmal mit allen Beteiligten sprechen. Aber soweit ich weiß, sind alle ausgesprochen zufrieden. Genau mit dieser Einstellung gehen wir in die kommenden Gesprächsrunden.

Recklinghäuser Zeitung: Kunst und Kohle – mal nicht im Wortsinn: Ein immer leidiges, aber wichtiges Thema sind die Finanzen. Auch da gibt es immer wieder heftige Diskussionen. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Ruhrfestspiele mit 1,18 Millionen Euro im Jahr. Können die Ruhrfestspiele auch in so schwierigen Zeiten wie heute davon ausgehen, dass es dabei bleibt?

Ute Schäfer: Nach allem, was sich bis jetzt abzeichnet, können die Ruhrfestspiele natürlich davon ausgehen, dass es so bleibt. Wir haben bis zum heutigen Tag keinerlei Kürzungen im Kultur-Etat vorgenommen. Der ist stabil. Solche Festspiele wie auch die Kultureinrichtungen haben eine ganz wichtige Funktion in unserer Gesellschaft. Allein schon deshalb werde ich mich dafür stark machen, dass es auch so bleibt.

Recklinghäuser Zeitung: Von Seiten anderer Gesellschafter wie beispielsweise dem DGB sind Ihnen auch keine negativen Signale bekannt? Da gab es ja durchaus schon Diskussionen…

Ute Schäfer: Nein, davon habe ich bisher nichts gehört. Außerdem ist es ja gerade für Gewerkschaften ein wichtiges Anliegen, sich für Kultur zu engagieren. Hier in Recklinghausen ist dadurch ein echtes Markenzeichen gesetzt worden. So etwas gibt man nicht ohne weiteres auf. Wir brauchen Spitzen-Kultur und Spitzen-Kunst. Die Ruhrfestspiele in Recklinghausen sind ein wichtiger Teil der Spitzen-Kultur in Nordrhein-Westfalen.

Recklinghäuser Zeitung: Die Ruhrfestspiele schaffen es, wie nur wenige deutsche Theater-Festivals, ein sehr breit gefächertes Publikum zu erreichen. Dazu gehört auch ein relativ junges Publikum. Das ist nicht nur beim Fringe-Festivals so, sondern auch in den anderen Angeboten und Festspiel-Genres. Was muss Theater Ihrer Meinung nach leisten und/oder verbessern, um junge Leute für Kultur zu begeistern, an Kultur heranzuführen?

Ute Schäfer: Man muss schon Kindern ganz früh den Zugang zu Kunst und Kultur ermöglichen. Sie müssen auf kindgemäße Art und Weise mit dem „Kultur- oder dem Kunst-Virus“ infiziert werden. Ist das gelungen, dann kann man  darauf aufbauen. Wichtig ist es, für adäquate Angebote zu sorgen. Da setzen die Ruhrfestspiele mit dem etwas schrägen Fringe-Festival noch einmal einen ganz besonderen Akzent. Einen, der junge Leute sehr anspricht.
Was ebenfalls wichtig ist – aber auch das läuft im Kreis Recklinghausen schon hervorragend – ist die Kooperation mit den Schulen.

Recklinghäuser Zeitung: Sehen wir Sie bei den diesjährigen Ruhrfestspielen?

Ute Schäfer: Ich bin auf jeden Fall bei der Eröffnungs-Premiere, den „Giacomo Variations“ mit John Malkovich, dabei. Ein bisschen Hollywood also. Auch Dominique Horwitz als Cyrano de Bergerac reizt mich sehr. Mich begeistert letztlich das ganze Programm. Diese sechs Wochen Festival sind einfach facettenreich, vielfältig, anspruchsvoll, qualitativ hochwertig und spannend – es macht neugierig. Ich bin sicher, dass ganz viele Menschen in NRW und darüber hinaus dem Ruf der Ruhrfestspiele folgen werden.

Das Gespräch führten Bernd Overwien und Jan Mühldorfer.
Recklinghäuser Zeitung, 30.04.2011

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