„Biomasseaktionsplan NRW“ vorgestellt

14. September 2009

„Biomasseaktionsplan NRW“ vorgestellt: Landesregierung will Strom- und Wärmeproduktion aus Biomasse bis 2020 verdoppeln

Nordrhein-Westfalen setzt sich neue Ziele beim Ausbau der Bioenergie. Die Landesregierung will die Strom- und Wärmeproduktion aus Biomasse bis zum Jahr 2020 von knapp neun Milliarden Kilowattstunden auf fast 18 Milliarden Kilowattstunden verdoppeln. Damit können 20 Prozent des Strombedarfs und zehn Prozent des Wärmebedarfs der Privathaushalte Nordrhein-Westfalens abgedeckt werden.

Das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und das Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie teilen mit:

Nordrhein-Westfalen setzt sich neue Ziele beim Ausbau der Bioenergie. Umweltminister Eckard Uhlenberg, Wirtschaftsministerin Christa Thoben, der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes Franz-Josef Möllers sowie Markus Schmidt vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft Landesgruppe NRW haben heute (14. September 2009) den neuen Biomasseaktionsplanes vorgestellt.

Die Landesregierung will die Strom- und Wärmeproduktion aus Biomasse bis zum Jahr 2020 von knapp neun Milliarden Kilowattstunden auf fast 18 Milliarden Kilowattstunden verdoppeln. Damit können 20 Prozent des Strombedarfs und zehn Prozent des Wärmebedarfs der Privathaushalte Nordrhein-Westfalens abgedeckt werden. „Gerade im Bereich der Biomasse können wir in Nordrhein-Westfalen sowohl energie- als auch industriepolitisch noch einiges bewegen“, betonte Ministerin Thoben.

Über 60 Prozent der Ausbaupotenziale sollen aus Rest- und Abfallstoffen oder der Verbesserung von Wirkungsgraden gewonnen werden, um Konkurrenzen um den knappen Rohstoff zu minimieren. Ausbauziele für Biotreibstoffe setzt sich das Land nicht, da schon heute die hierfür erforderlichen Rohstoffe weitgehend importiert werden müssen. "Biomasse muss daher mit hoher energetischer und volkswirtschaftlicher Effizienz eingesetzt werden. Das bedeutet konkret, die Biomasse erst stofflich zu verwerten, z.B. das Holz erst zu Möbeln zu verarbeiten und nach dieser Nutzungsphase über weitere Zwischennutzungen (Furnier oder Spanplatten) zuletzt die Reste einer energetischen Verwertung, d. h. die Erzeugung von Energie beispielsweise durch Verbrennung im Kraftwerk, zuzuführen", führte Ministerin Thoben aus.

Aus Sicht der Energiewirtschaft betonte Schmidt die Bedeutung von Planungssicherheit und langfristiger Rohstoffversorgung. „Mit dem Biomasseaktionsplan setzt die Landesregierung ein deutliches Signal für Energieproduzenten und Investoren“, erklärte Schmidt. „Die jetzt unterzeichnete Rahmenvereinbarung zur Erzeugung von Bioenergie ist ein erster Schritt zur konkreten Umsetzung von Bioenergieprojekten“, so Möllers und Schmidt. „Insbesondere freut uns, dass die Rahmenvereinbarung Rücksicht auf die regionalen und lokalen Nutzungskonkurrenzen zwischen der Nahrungsmittelproduktion einerseits und der Bioenergieerzeugung anderseits nimmt.“, sagte der WLV-Präsident.

Als weitere Maßnahmen des Biomasseaktionsplanes stellte Minister Uhlenberg ein verbessertes Informationsangebot durch die EnergieAgentur.NRW und die Förderung eines Bioenergiemanagements auf Kreisebene in Aussicht. „Wir kennen nun die Potenziale, aber wir wissen, dass die Umsetzung der Ziele wesentlich vom örtlichen Engagement abhängen. Deshalb fördern wir Menschen, statt die x-te wissenschaftliche Potenzialstudie“, erläuterte Uhlenberg den neuen Handlungsschwerpunkt, der zunächst in sechs Kreisen als Pilotprojekt angelegt ist. Die Anträge der Kreise Recklinghausen, Steinfurt und Unna wurden bereits bewilligt.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Telefon 0211/4566 294 oder -295 oder an die Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Energie, Telefon 0211/837 2417.

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