Beim Kauf von Kinderspielzeug auf Sicherheit achten

5. April 2009

Beim Kauf von Kinderspielzeug auf Sicherheit achten – jedes fünfte Spielzeug fiel durch den Test

Bei einer gemeinsamen Überprüfung von Spielzeug durch die nordrhein-westfälischen Ministerien für Verbraucherschutz und Gesundheit ist jedes fünfte untersuchte Spielzeug durch den Sicherheitstest gefallen. Das Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit (LIGA.NRW), die Bezirksregierungen und die Chemischen Untersuchungsämter in Nordrhein-Westfalen haben im Auftrag der Ministerien 150 unterschiedliche Spielzeuge für Kleinkinder im Alter von bis zu drei Jahren kontrolliert.

Das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz teilt mit:

Bei einer gemeinsamen Überprüfung von Spielzeug durch die nordrhein-westfälischen Ministerien für Verbraucherschutz und Gesundheit ist jedes fünfte untersuchte Spielzeug durch den Sicherheitstest gefallen. Das Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit (LIGA.NRW), die Bezirksregierungen und die Chemischen Untersuchungsämter in Nordrhein-Westfalen haben im Auftrag der Ministerien 150 unterschiedliche Spielzeuge für Kleinkinder im Alter von bis zu drei Jahren kontrolliert. „Die Ergebnisse machen deutlich, wie wichtig es ist, beim Kauf von Spielzeug auf Sicherheit zu achten. Sie zeigen aber auch die Notwendigkeit von regelmäßigen Kontrollen“, betont Verbraucherschutzminister Eckhard Uhlenberg.

Als häufigster Schwachpunkt erwiesen sich Kleinteile, wie Räder an Fahrzeugen oder Verzierungen, die sich leicht vom Spielzeug lösen las­sen. 19 von 150 untersuchten Proben fielen durch Kleinteile auf, die von Kindern verschluckt oder eingeatmet werden könnten. Um Gefahren zu vermeiden, empfiehlt Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, Spielzeug vor dem Kauf im Laden genau anzusehen und auch auspacken zu lassen. Zudem müssten Hersteller mehr in die Pflicht genommen wer­den. „Sie müssen stärker darauf achten, Kleinteile so zu befestigen, dass sie für Säuglinge und Kleinkinder nicht gefährlich werden können.“

Die Marktkontrolle zeigt aber auch, dass noch immer nicht alle Spiel­zeuge frei von gesundheitsschädlichen Stoffen sind. 16 von 150 Proben wiesen chemische Mängel auf. So wurden in neun Spielzeugen ge­sundheitsschädliche Weichmacher gefunden. Diese sogenannten „Phthalate“ stehen in Verdacht, wie Hormone zu wirken und können Unfruchtbarkeit beim Mann hervorrufen. Seit Anfang des Jahres 2007 sind sie in Spielzeug aus weichgemachten Kunststoffen verboten. Um sicher zu gehen, sollten Verbraucher bei Produkten auf den freiwilligen Hinweis „PVC-frei“ oder „phthalatfrei“ achten.

In vier Proben fanden die Prüfer Spuren von Formaldehyd, der als krebsverdächtig gilt und reizend wirkt. Spielzeuge aus Holz sind oft aus Spanplatten oder Sperrholz hergestellt. In beiden Fällen dient als Bin­demittel formaldehydhaltiges Kunstharz, das kontinuierlich ausgasen kann. Schwermetalle konnten bei einer Probe nachgewiesen werden. Sie kommen beispielsweise in bleihaltigen Farblackierungen vor.

Einige Produkte fielen durch ihre fehlende Speichel- und Schweißechtheit auf. Das bedeutet, dass sich vor allem bei längerem Gebrauch von bunten Spielzeugen, die oft stundenlang von Babys und Kleinkindern in den Mund genommen werden, Farben ablösen und in den kindlichen Organismus gelangen können. „Vor dem Kauf sollte ein einfacher ‚Rei­betest’ gemacht werden, um zu prüfen, ob das Spielzeug abfärbt“, so Minister Uhlenberg. „Außerdem sollten Spielwaren, die stechend oder nach Benzin riechen, nicht gekauft werden. Dies sind Hinweise auf mögliche Schadstoffe. Vorsicht ist auch geboten, wenn Spielzeug aro­matisiert wurde. Kinder werden dann besonders verleitet, diese Spielwa­ren in den Mund zu nehmen.“

Verbraucher sollten außerdem die Kennzeichnung kritisch betrachten. 70 Prozent der getesteten Spielzeuge wiesen in diesem Punkt Mängel auf. Bei vielen Produkten fehlte die CE-Kennzeichnung, mit welcher der Hersteller erklärt, dass dieses Produkt den europäischen Mindest­sicherheitsanforderungen genügt. Häufig fehlte die vorgeschriebene Angabe der vollständigen Adresse des Herstellers oder des Importeurs. Sie ist für Reklamationen wichtig. Eine Seriennummer gewährleistet bei Rückrufaktionen eine eindeutige Identifizierung. Ein wichtiges Quali­tätsmerkmal ist das freiwillige GS-Zeichen. Es steht für „Geprüfte Si­cherheit“ und wird von zugelassenen unabhängigen Prüfstellen, wie zum Beispiel dem TÜV, vergeben.

Die in der Untersuchung festgestellten Mängel traten sowohl bei Mar­kenware als auch bei Proben von Billiganbietern auf. Hintergrund der aktuellen Schwerpunktuntersuchung war die große Anzahl von Rückruf­aktionen von Spielzeugen im Jahr 2007. Sie hatten in der Öffentlichkeit für Aufsehen und Verunsicherung gesorgt. Betroffen waren vor allem Produkte aus Fernost, darunter auch Spielzeug namhafter Hersteller, die in China fertigen lassen.

Die aktuelle Marktkontrolle ist die erste gemeinsame Untersuchung der beiden nordrhein-westfälischen Ministerien für Verbraucherschutz und Gesundheit. Um Bürokratie abzubauen und eine doppelte Bearbeitung der gleichen Fälle zu vermeiden, wird in Zukunft im Bereich Sicherheit von Gebrauchsgegenständen noch enger zusammengearbeitet. Weitere Informationen zu aktuellen Untersuchungen von Spielzeug sind zu finden unter www.umwelt.nrw.de und www.liga.nrw.de.

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