Familiengerechte Kommunen: Ministerpräsident überreicht Zertifikate

1. Juli 2010

Audit familiengerechte Kommunen / Ministerpräsident Jürgen Rüttgers überreicht die bundesweit ersten Zertifikate an acht Kommunen in Nordrhein-Westfalen

Ministerpräsident Rüttgers hat acht nordrhein-westfälischen Kommunen das Zertifikat des Audits familiengerechte Kommune überreicht. „Ich bin stolz darauf, dass wir in Nordrhein-Westfalen ein bislang bundesweit einzigartiges und vor allem wirkungsvolles Instrument geschaffen haben. Hier werden die Kommunen dabei unterstützt, konkrete Verbesserungen für Familien umzusetzen", so der Ministerpräsident.

Die Staatskanzlei und das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration teilen mit:

Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers hat heute (1. Juli 2010) in Düsseldorf acht nordrhein-westfälischen Kommunen das Zertifikat des Audits familiengerechte Kommune überreicht. „Ich bin stolz darauf, dass wir in Nordrhein-Westfalen ein bislang bundesweit einzigartiges und vor allem wirkungsvolles Instrument geschaffen haben. Hier werden die Kommunen dabei unterstützt, konkrete Verbesserungen für Familien umzusetzen. Dabei sind alle wichtigen Akteure eingebunden, zum Teil auch die Familien selbst“, sagte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, der zugleich Schirmherr des Audits ist. Inzwischen haben auch Kommunen aus anderen Bundesländern ihr Interesse am Audit angemeldet.

An der Auditierung waren in der Entwicklungsphase die Städte Aachen, Altena, Düsseldorf, Emsdetten, Gladbeck, Kreuztal, Lippstadt und die Gemeinde Rödinghausen beteiligt - acht Kommunen unterschiedlicher Größen und Ausgangslagen.

Nach einer Bestandsanalyse der Situation von Familien wurden in mehreren Schritten Ziele erarbeitet und verbindlich vereinbart. „Es ist beeindruckend, wie einfallsreich und ernsthaft sich die acht Kommunen dem Ziel gestellt haben, familiengerecht zu werden“, sagte Ministerpräsident Rüttgers.

Einige Beispiele aus der Vielzahl verschiedener Maßnahmen der einzelnen Kommunen:

  • Die Universitätsstadt Aachen hat ein professionelles Betreuungsangebot des Studentenwerks weiterentwickelt;
  • Altena die kontinuierliche Begleitung von Nachbarschaften beschlossen;
  • Düsseldorf will einen Familienkompass über Dienstleistungen und Ansprechpartner erstellen, der in Kooperation mit den Unternehmen an die berufstätigen Eltern herangetragen wird;
  • Emsdetten hat sich mit dem Audit u. a. die Vernetzung der Angebote für die verschiedenen Generationen vorgenommen;
  • Gladbeck als Kommune mit problematischer finanzieller und sozialer Ausgangslage will ein Bildungshaus entwickeln;
  • Kreuztal hat einen Architekturwettbewerb "Mehrgenerationen wohnen" beschlossen;
  • Lippstadt hat sich mit der Aktion "Lippstadt familienfreundlich" die Einrichtung von Spielecken, Wickelbereichen und Toiletten im Innenstadtbereich vorgenommen;
  • Rödinghausen als kleine Kommune im ländlichen Raum will sich ein familienpolitisches Leitbild geben und richtet eine Koordinierungsstelle für das Querschnittsthema Familienpolitik ein, die u. a. die Aktivitäten alle Vereine übernimmt.

Familienminister Armin Laschet hat den Anstoß zur Entwicklung des Audits im Rahmen der Landesinitiative "Familie kommt an. In Nordrhein-Westfalen" gegeben. Mit der Bertelsmann Stiftung und der berufundfamilie gGmbH wurden zwei starke Partner ins Boot geholt, mit denen gemeinsam das Auditverfahren entwickelt wurde. Die drei Träger möchten damit einen Beitrag zur Familiengerechtigkeit im Land leisten.

Dr. Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung: „Bemerkenswert ist, dass auch die Kommunen, die sich in einer prekären demographischen und finanziellen Situation befinden, sehr konkrete Verbesserungen für die Familien erzielen konnten. Das zeigt, dass unser Audit nicht nur für wohlhabende Kommunen ein Instrument der Standortsicherung ist. Auch für notleidende Kommunen kann es ein wirksamer Hebel sein, zweifellos vorhandene Potenziale zu entdecken und zu aktivieren.“

Die Auditierung benötigt etwa zwölf Monate und endet im Erfolgsfall mit der Zertifizierung als „Familiengerechte Kommune“. Das Instrument unterstützt Bürgermeister und Gemeinderäte dabei, die Eigenkräfte und Problemlösungspotenziale ihrer kommunalen Verantwortungsgemeinschaft auszuschöpfen. „Gemeinsam mit den Projektpartnern ist es uns gelungen, die guten Erfahrungen, die berufundfamilie seit über zwölf Jahren mit dem audit berufundfamilie macht, auf die spezifische Situation von Kommunen zu übertragen. Und zwar so, dass die Betroffenen - Kinder, Jugendliche, Eltern und Ältere - ganz konkrete Verbesserungen ihrer Lebenssituation spüren können“, sagte Prof. Dr. Björn Bloching, Aufsichtsratsvorsitzender der berufundfamilie gGmbH.

Gesteuert wird die Auditierung durch geschulte Auditoren und Auditorinnen, die vor Ort fachliche und organisatorische Lernprozesse anstoßen. Am Ende des Prozesses kennen die Kommunen nicht nur die Stärken und Schwächen ihrer bisherigen Familienpolitik, sondern haben unter breiter Beteiligung aller relevanten Akteure konkrete Ziele und Maßnahmen erarbeitet, mit denen sie ihr familienpolitisches Profil in den kommenden drei Jahren schärfen. Nach erfolgreicher Auditierung wird ein bundesweit anerkanntes Zertifikat „Familiengerechte Kommune“ vergeben. Derzeit wird eine weitere Pilotierung in Baden-Württemberg durchgeführt.

Nach Abschluss der Pilotierung soll der Echtbetrieb von Faktor Familie, einer Ausgründung aus der Ruhruniversität Bochum unter wissenschaftlicher Leitung von Herrn Prof. Dr. Klaus-Peter Strohmeier, übernommen werden. Voraussichtlich ab Ende 2010 können weitere Kommunen mit der Auditierung starten. Interessierte Kommunen können sich aber jetzt bereits an die Träger wenden.

Nähere Informationen unter: www.familie-in-nrw.de

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration, Telefon 0211 8618 4338.

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