Atomaufsicht untersucht Vorfälle in der Urananreicherungsanlage Gronau

22. Januar 2010

Atomaufsicht untersucht Vorfälle in der Urananreicherungsanlage Gronau – Urananreicherungsanlage Gronau, (UAG) / Meldepflichtiges Ereignis vom 21. Januar 2010

Am Donnerstag, dem 21. Januar 2010 wurde gegen 15.05 Uhr das Referat 424 als atomrechtliche Aufsichtsbehörde von der Urenco Deutschland GmbH über ein meldepflichtiges Ereignis in der Urananreicherungsanlage Gronau informiert. Nach Angaben des Betreibers wurde um 14.32 Uhr im Raumbereich Behältervorbereitung UAG-1 Uranhexafluorid freigesetzt.

Die atomrechtliche Aufsichtsbehörde im Wirtschaftsministerium teilt mit:

Am Donnerstag, dem 21. Januar 2010 wurde gegen 15.05 Uhr das Referat 424 als atomrechtliche Aufsichtsbehörde von der Urenco Deutschland GmbH (UD) über ein meldepflichtiges Ereignis in der Urananreicherungsanlage Gronau informiert.

Nach Angaben des Betreibers wurde um 14.32 Uhr im Raumbereich Behältervorbereitung UAG-1 Uranhexafluorid (UF6) freigesetzt. In diesem Raum sollte ein als „leer und gewaschen“ angelieferter Uran­behälter von einem Mitarbeiter für eine Druckprüfung vorbereitet wer­den. Hierbei kam es zu der Freisetzung von Uranhexafluorid in noch unbekannter Menge (nach Angaben des Betreibers wurden nach ersten Abschätzungen wahrscheinlich nur wenige Gramm UF6 freigesetzt).

Der mit diesen Arbeiten beschäftigte Mitarbeiter des Betreibers erlitt einen Schock. Weiterhin wurde er durch das freigesetzte UF6 am Arm sowie an den Beinen und an den Füßen kontaminiert. Er wurde vom herbeigerufenen Notarzt versorgt und in das Antonius-Krankenhaus Gronau verbracht. Von dort wurde er in das Pius-Krankenhaus in Ochtrup verlegt. Die seitens der Presse gemeldeten Verätzungen des Mitarbeiters im Mund- und Rachenbereich haben sich nach Unter­suchungen des behandelnden Krankenhauses nicht bestätigt. Der Mit­arbeiter befindet sich zurzeit noch zur Beobachtung in der Universitäts­klinik Münster.

Die Freisetzung wurde von einem in dem betreffenden Raum arbeiten­den weiteren Mitarbeiter bemerkt und telefonisch sofort die Werks­feuerwehr und die Warte informiert. Beide Personen haben den Raum sofort verlassen und die Tür geschlossen. Die Monitore der Raumluft­überwachung haben angesprochen und die Störfalllüftung wurde einge­schaltet. Das gesamte Gebäude (TI-1-Bereich) wurde geräumt.

Die Messungen am Kamin des Gebäudes TI-1, in dem sich die Be­hältervorbereitung befindet, haben gezeigt, dass etwa ein Sechstel des genehmigten Wochenabgabegrenzwertes für den Kamin TI-1 in die Umgebung abgegeben wurde. Eine Dosisbelastung der Bevölkerung ist daher nicht anzunehmen.

Die Messwerte der Umgebungsüberwachung zeigten keinerlei Auffällig­keiten. Die Messstreifen wurden angefordert.

Das Ereignis ist nach der Verordnung über den kerntechnischen Sicher­heitsbeauftragten und über die Meldung von Störfällen und sonstigen Ereignissen (Atomrechtliche Sicherheitsbeauftragten- und Meldever­ordnung) – AtSMV – meldepflichtig.

Das Fachreferat hat als Gutachter den TÜV mit der Untersuchung des Ereignisses beauftragt. Dieser wird seine Untersuchungen noch am heutigen Freitag vor Ort aufnehmen.

Urenco muss nun detailliert zu dem Vorfall berichten und zu daraus resultierenden Konsequenzen Stellung nehmen.

Die Urenco hat die Öffentlichkeit über den Vorfall informiert.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Energie, Telefon 0211 837-2417.

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