Afrikanische Schweinepest: Appell zu erhöhter Wachsamkeit
8. Dezember 2019

Afrikanische Schweinepest: Appell zu erhöhter Wachsamkeit

Ministerin Ursula Heinen-Esser: Das richtige Verhalten der Menschen kann die Ausbreitung der ASP verhindern / Land übernimmt auch 2020 die Kosten für die Trichinenuntersuchung bei Wildschweinen

Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser hat die breite Öffentlichkeit erneut aufgerufen, im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) weiterhin extrem wachsam und vorsorgend zu agieren.

 
Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser hat die breite Öffentlichkeit erneut aufgerufen, im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) weiterhin extrem wachsam und vorsorgend zu agieren. Bisher konnte durch umfangreiche Vorsorgemaßnahmen ein Ausbruch in Deutschland verhindert werden, so auch in Nordrhein-Westfalen. Nachdem die ASP im vergangenen Jahr in Belgien ausgebrochen ist, schreitet derzeit der Ausbruch in der Schwarzwild-Population in Polen nahe der deutschen Grenze weiter voran.
 
„Das richtige Verhalten der Menschen kann die Ausbreitung der ASP verhindern. So kann der Erreger über Kleidung, Autoreifen oder Nahrungsmittel wie zum Beispiel ein achtlos entsorgtes Wurstbrot übertragen werden. In nicht erhitzten Fleisch- und Wurstwaren kann der Erreger monatelang infektiös bleiben. Besonders kritisch sind dabei Reste von Lebensmitteln einzustufen, die aus betroffenen Regionen stammen. Gerade auf Rastplätzen entlang der Reiserouten zwischen Ost und West ist Sorgfalt beim Umgang mit Lebensmitteln angezeigt. Dies gilt insbesondere auch für den bevorstehenden Reiseverkehr in der Weihnachtszeit", erklärte Ministerin Heinen-Esser. Die Seuche ist für den Menschen ungefährlich, für infizierte Schweine liegt die Sterblichkeitsrate jedoch bei nahezu 100 Prozent.
 
Ministerin Heinen-Esser ruft insbesondere Reisende und Touristen, Jägerinnen und Jäger, Försterinnen und Förster, Fernfahrerinnen und Fernfahrer, Tierhalterinnen und Tierhalter dazu auf, sich zu informieren und durch richtiges Verhalten zur Vorsorge beizutragen. So sollten Reisende auf Rastplätzen keine Lebensmittelreste in offenen Mülleimern entsorgen, in Schweine haltenden Betrieben müssen Biosicherheitsmaßnahmen strikt eingehalten werden. Zudem sind Straßen- und Autobahnmeistereien angehalten, Zäune und Mülleimer zu kontrollieren, auf Wühlspuren von Wildscheinen zu achten und erforderliche Sicherungsmaßnahmen durchzuführen.
 
Wichtig ist zudem, Funde von toten Wildschweinen unmittelbar unter der Telefonnummer 0201/714488 oder per Mail an nbz@lanuv.nrw.de der Bereitschaftszentrale des Landesumweltamtes zu melden. Die Zentrale kümmert sich in Abstimmung mit den Kommunen um die schnelle Sicherung und Untersuchung des aufgefundenen Wildschweins. Zur Unterstützung der Jagd auf Schwarzwild wird das Land Nordrhein-Westfalen zur ASP-Prophylaxe auch im Jahr 2020 die bei den zuständigen Kreisen und kreisfreien Städten anfallenden Verwaltungsgebühren für die Trichinenuntersuchung bei in Nordrhein-Westfalen erlegtem Schwarzwild übernehmen, sofern es nicht in Wildzerlegungsbetrieben auf Trichinen untersucht wird.
 
Insgesamt wurden in den zurückliegenden Monaten in Nordrhein-Westfalen und koordiniert in der gesamten Bundesrepublik eine Vielzahl von Vorsorgemaßnahmen ergriffen, um einem drohenden Ausbruch der Tierseuche zu begegnen. Unter anderem wurden Krisenübungen durchgeführt, um im Falle eines Ausbruchs der ASP im Wildschweinbestand vorbereitet zu sein. Nordrhein-Westfalen setzt für den Fall eines Ausbruchs auf die speziell zur ASP-Bekämpfung gegründete Wildtierseuchen-Vorsorge-Gesellschaft mbH (WSVG). Sie kann von den zuständigen Kreisordnungsbehörden als externer Dienstleister für die effektive Bekämpfung der ASP bei Wildschweinen in der sogenannten Kernzone im Bedarfsfall zur Durchführung erforderlicher Maßnahmen hinzugezogen werden. Unter anderem sorgt sie durch regelmäßige Übungen und Schulungen dafür, dass das im Ernstfall einzusetzende Fachpersonal umfassend auf einen Einsatz zur ASP Bekämpfung vorbereitet ist.
 
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