90 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland

18. Januar 2009

90 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland - Minister Laschet: Es gibt noch viel zu tun bis zur tatsächlichen Gleichberechtigung

Am 19. Januar 1919 konnten Frauen zum ersten Mal wählen und gewählt werden. „90 Jahre Frauenwahlrecht - historisch gesehen ist das eine kurze Zeit und doch ein langer Weg von der Durchsetzung des Frauenwahlrechts bis zur tatsächlichen Gleichstellung“, sagte heute Frauenminister Armin Laschet.

Das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration teilt mit:

Am 19. Januar 1919 konnten Frauen zum ersten Mal wählen und gewählt werden. „90 Jahre Frauenwahlrecht - historisch gesehen ist das eine kurze Zeit und doch ein langer Weg von der Durchsetzung des Frauenwahlrechts bis zur tatsächlichen Gleichstellung“, sagte Frauenminister Armin Laschet heute (18. Januar 2009) in Düsseldorf. Beschlossen wurde die Einführung des Frauenwahlrechts am 12. November 1918 durch den "Aufruf des Rates der Volksbeauftragten“. Mit der „Verordnung über die Wahlen zur Verfassungsgebenden deutschen Nationalversammlung“ vom 30. November 1918 wurde das Frauenstimmrecht im Gesetz verankert.

Minister Laschet, der in diesem Jahr den Vorsitz über die Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenminister hat, wies darauf hin, dass in den letzten 90 Jahren viel geschehen sei. Er erinnerte daran, dass es bis zur Einführung des Frauenwahlrechts ein großer Kraftakt gewesen sei. Laschet: „Nur gegen den Widerstand Vieler konnte schließlich das Wahlrecht durchgesetzt werden.“ Noch wenige Monate vor der Verkündung des Frauenwahlrechts hatte der Reichstag erneut die Forderung nach dem Frauenstimmrecht mit großer Mehrheit als „unerhört“ und „ungeheuerlich“ abgelehnt. Auch die bürgerlichen Parteien hatten die Forderungen nach dem Frauenwahlrecht zunächst nicht unterstützt.

Wie groß die Resonanz war, das zeigte die hohe Wahlbeteiligung bei der ersten Wahl zu der Frauen zugelassen waren im Januar 1919. Etwa 90 Prozent der wahlberechtigten Frauen gingen in die Wahllokale. Frauen erhielten zehn Prozent der Mandate.

Minister Laschet: „Leider ging es dann nicht kontinuierlich weiter mit der Entwicklung der Frauenemanzipation.“ Die Nationalsozialisten entzogen den Frauen in Deutschland nach der Machtergreifung das passive Wahlrecht wieder.

Und auch nach dem Ende des Nationalsozialismus mussten die wenigen Mütter des Grundgesetzes erst die öffentliche Frauenmeinung mobilisieren, um die Gleichberechtigung im Grundgesetz durchzusetzen. Es dauerte noch einmal 30 Jahre bis Frauen in allen Rechten in Deutschland gleichstellt war.

Laschet: „Noch immer ist die Gleichstellung nicht in allen Lebensbereichen verwirklicht.“ Frauen verdienen in allen Berufszweigen insgesamt beinahe ein Viertel weniger. Und der Anteil der Abgeordneten liegt im Bundestag immer noch knapp unter einem Drittel. "Aber inzwischen regiert seit 2005 in Deutschland eine Bundeskanzlerin, die von einer bürgerlichen Partei gestellt wird", so der Frauenminister.

Minister Laschet forderte angesichts des Jubiläums Frauen mit ausländischem Pass auf, ihre Rechte, die vor so vielen Jahren für sie erkämpft worden sind, zu nutzen und sich einbürgern zu lassen. Laschet: „Nur dann haben Sie das volle Wahlrecht. Nehmen Sie es wahr! Nur so können Sie die Gesellschaft, in der Sie leben, aktiv mitgestalten und bestimmen.“

 

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