3 Fragen – 3 Antworten / Kurzinterview mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft

5. September 2011

3 Fragen – 3 Antworten / Kurzinterview mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft

3 Fragen – 3 Antworten / Kurzinterview mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft

Kanada-Reise von Bundesratspräsidentin und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft

Fast zehn Prozent der Kanadier haben deutsche Wurzeln. Sowohl Deutschland als auch Kanada zählen zu den „klassischen“ föderalen Staaten in der Welt. Ist das der Hintergrund Ihrer Reise als Bundesratspräsidentin nach Kanada?

Hannelore Kraft: Ich reise quasi in doppelter Mission - als Bundesratspräsidentin und als Ministerpräsidentin. Ich möchte die Verbundenheit betonen, weil Kanada wie Deutschland zu den klassischen föderalen Staaten in der Welt zählt, mit starken Provinzen, die vergleichbar sind mit unseren Bundesländern. Es stimmt, dass die Kanadier mit deutschen Wurzeln die größte Bevölkerungsgruppe in Kanada sind. Aber dort wächst mittlerweile die Bedeutung anderer Bevölkerungsgruppen, vor allem aus Asien. Es gibt also eine historisch enge Verbindung zwischen Kanada und Deutschland. Ich würde mir aber wünschen, dass stärkere direkte Beziehungen zwischen den Bürgern geknüpft werden, etwa über Städte- oder Schulpartnerschaften.

Kanada versteht sich als Sozialstaat europäischer Prägung und Einwanderungsland. In Kanada spielt daher das Bestreben, durch vorbeugende und integrative Politik alle Menschen in die Gesellschaft zu integrieren und ihnen eine Chance auf gesellschaftliche Teilhabe zu bieten, eine große Rolle. Das trifft doch, mit Blick auf ihren vorbeugenden Politikansatz in Nordrhein-Westfalen, gewiss auf sehr großes Interesse der Ministerpräsidentin von NRW?

Hannelore Kraft: Auch das ist richtig. Ich freue mich sehr auf meine Gespräche mit der Stiftung „Pathways to Education“ in Toronto. Die Stiftung arbeitet seit zehn Jahren sehr erfolgreich. Mit „Pathways to Education“ gelingt es, die Leistungen benachteiligter Schülerinnen und Schüler deutlich zu verbessern. Die Schulabbrecherquote im ärmsten Stadtteil Torontos ist um über 70 Prozent zurückgegangen. Das Beispiel Kanada bestätigt sehr eindrucksvoll, wie wichtig es ist, durch vorbeugende und integrative Politik alle Menschen in die Gesellschaft zu integrieren und ihnen eine Chance auf gesellschaftliche Teilhabe zu bieten. Ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass es entscheidend für unser Land ist, kein Kind mehr zurückzulassen, alle Talente zu fördern und für gleiche Chancen für alle zu sorgen.

Weitergedacht berührt das ja auch die Tatsache, dass unser neuer Rohstoff in Nordrhein-Westfalen technologische Innovationen sind. Was natürlich qualifizierte Fachkräfte und Wissenstransfer voraussetzt. Welche Verbindungen bestehen auf diesem Gebiet zu Kanada?

Hannelore Kraft: Die Beziehungen zwischen Deutschland und Kanada in Wirtschaft und Wissenschaft sind gut. Sie stehen aber zu oft im Schatten der Aufmerksamkeit, die in Deutschland und Europa den USA zukommt. Deshalb ist wichtig, jede Chance zu nutzen, für die Stärkung der wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern zu werben. Auf meiner Reise werden auch wirtschaftliche Aspekte eine Rolle spielen. Und selbstverständlich möchte ich bei meinen kanadischen Gesprächspartnern das Interesse am Standort Deutschland und speziell NRW stärken.

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