Barrierefreiheit: Kinder hatten gute Ideen

3. Mai 2010

100 Kinder kommen zur Preisverleihung des Grundschulwettbewerbs „Kalle Stolperfalle“ in die Staatskanzlei / Landesbehindertenbeauftragte Angelika Gemkow lobt tolle Ideen: Kinder finden gute Lösungen für mehr Barrierefreiheit!

Der Grundschulwettbewerb „Kalle Stolperfalle“ prämierte die besten Collagen und Plakate zum Thema „Nordrhein-Westfalen ohne Barrieren“. Jetzt kommen 100 Kinder zur Preisverleihung in die Staatsklanzlei.

Die Behindertenbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen informiert:

Der Grundschulwettbewerb „Kalle Stolperfalle“ prämierte die besten Collagen und Plakate zum Thema „Nordrhein-Westfalen ohne Barrieren“. Gemeinsam mit ihren Lehrern sollten die Kinder bauliche Barrieren und „Stolperfallen“ in ihrem direkten Umfeld finden. Ziel des Wettbewerbs der Landesbehindertenbeauftragten war es, Kinder schon im Grundschulalter für die Lebenssituation von Menschen mit Behin­derung zu sensibilisieren.

„Die fantasievollen und engagierten Beiträge beweisen, mit welcher Begeisterung die Kinder sich mit dem Thema Barrierefreiheit auseinan­dergesetzt haben. Sie fühlten sich in den Alltag behinderter Menschen ein und machten zahlreiche Lösungsvorschläge. Darunter ein Roboter als ständiger Helfer mit Rampen und Sitz, Aufzüge oder elektrische Türöffner. Gemalte Traum- und Wunschwelten, die frei von Barrieren sind, zeigen, wie Kinder sich eine Welt ohne Stolperfallen vorstellen“, sagte Angelika Gemkow, Behindertenbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, anlässlich der Preisverleihung in Düsseldorf.

Wie intensiv die Schüler gearbeitet haben, beweisen die Kunstwerke der 70 Schulklassen und Arbeitsgemeinschaften aus 63 Grundschulen in Nordrhein-Westfalen. Ob im Sachkunde-, Kunst- oder Deutschunterricht oder als Arbeitsgemeinschaft am Nachmittag: Immer fanden die Kinder zahlreiche Hindernisse. In Schulen, in der Bäckerei, auf Spielplätzen oder auf dem Schulweg, überall, wo die Kinder fahndeten, entdeckten sie Barrieren wie Bordsteinkanten, Schlaglöcher oder Treppenstufen.
Für alle diese Probleme suchten sie selbständig nach Lösungen, die behinderten Menschen den Alltag erleichtern können. So schlugen die Kinder zum Beispiel vor, Lichtschalter niedriger anzubringen, mehr Rampen zu bauen und für eine längere Ampelschaltung zu sorgen.

Zur Preisverleihung kamen heute (3. Mai 2010) 100 Grundschulkinder in die Staatskanzlei nach Düsseldorf. Sie gewannen die ersten fünf Preise. Der erste Preis wird als Motiv in der Postkarten-Serie „Nordrhein-West­falen ohne Barrieren“ veröffentlicht. Elf Schulkassen erhielten außerdem Mitmachpreise als Anerkennung für ihre guten Ideen.

Der erste Preis (200 Euro) ging an die Kreativ-AG der Grundschule Sickingmühle aus Marl. Mit ihrem gebastelten Globus zeigten die sechs Schüler, welche Mittel bei unterschiedliche Behinderungen helfen: beispielsweise die Braille-Schrift und die Gebärdensprache als Kommu­nikationsmittel für blinde und gehörlose Menschen, oder Prothesen für Gehbehinderte. Die Weltkugel verdeutlicht das Zusammengehörigkeits­gefühl aller Menschen.

Den zweiten Platz belegten gleich zwei Grundschulen: Die Astrid-Lindgren-Grundschule in Düsseldorf und die Martinus-Schule Holzheim in Neuss. Sie erhalten jeweils 150 Euro.
Das Kunstwerk der Klassen 3a und 3b aus Düsseldorf zeigt die Haupt­figur „Kalle Stolperfalle“ aus der Detektivgeschichte „Gestolpert!“, die als Basis des Wettbewerbs diente. Der Ermittler „Kalle Stolperfalle“ fahndet mit Lupen nach Stolperfallen und entdeckt zum Beispiel, dass seh­behinderte Menschen eine Türklingel, die Uhrzeit oder spezielle Warn­schilder nicht erkennen können. Die Kinder haben sich vorgenommen, nach dem Wettbewerb zu überprüfen, ob sich die Situation verbessert hat.
Die 26 Schülerinnen und Schüler der Klasse 4b der Martinus-Schule Holzheim in Neuss malten ein Bild mit dem Titel „Unser Traum von einer barrierefreien Stadt“, das den Idealzustand einer Stadt ohne Hinder­nisse und Hürden illustriert. So werden zum Beispiel ein Kino, eine Schule, ein Restaurant oder eine Bibliothek zu exemplarischen Gebäu­den, in denen Barrieren und Einschränkungen für behinderte Menschen tabu sind.
Dritter Preisträger (100 Euro) ist die Städtische Gemeinschaftsgrund­schule Wetter-Esborn, die einen hohen Anteil von Kindern mit sonder­pädagogischem Förderbedarf hat. Die kleine einzügige Schule beteiligte sich mit der 3. und 4. Klasse. Damit die behinderten Mitschüler auch bei Klassenausflügen oder Museumsbesuchen alle Stolperfallen über­winden können, bastelten die 47 Kinder u.a. einen Roboter mit Rampen und Sitz. Den Slogan „NRW ohne Barrieren – Ich habe ein Recht auf ein nor­males Leben!“ hat sich die 4b der Sudbrackschule in Bielefeld ausge­dacht. Dafür erhalten die Schüler einen Sonderpreis (100 Euro).
Die Entscheidung fiel der Jury, zu der unter anderem Tanja Gröpper, Schwimmerin und NRW-Sportlerin des Jahres 2009, sowie Angelika Gemkow, Landesbehindertenbeauftragte gehörten, nicht leicht: Die längste Collage bemisst sich auf 12,21 Meter und die umfangreichste umfasst sogar 37 Bilder.
Ihr Erstaunen über die vielen Stolperfallen in ihrem Dorf brachten die Schüler aus Gangelt-Birgden auf den Punkt: „So viele Barrieren in so einem kleinen Ort“.
Alle Preisträger und Fotos von der Preisverleihung finden Sie unter www.lbb.nrw.de.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an das Büro der Beauftragten der Landesregierung Nordrhein-Westfalen für die Belange der Menschen mit Behinderung, Tel.: 0211 855-3008, Fax: 0211 855-3037, e-Mail: lbb@mags.nrw.de, Internet: http://www.lbb.nrw.de

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