Poetry Slammerin Ella Anschein über NRW

Video

"Liebeserklärung (an NRW)" - Poetry-Slammerin Ella Anschein über Nordrhein-Westfalen

"Eine Liebeserklärung an Nordrhein-Westfalen" – so lautet der Titel eines Gedichts der Poetry Slammerin Ella Anschein über unser Bundesland, seine Menschen und vielfältigen Regionen. Ella Anschein hat anlässlich der Verleihung des Landesverdienstordens NRW am 17. November 2016 in Düsseldorf vor rund 500 Gästen eine leidenschaftliche Ode an Nordrhein-Westfalen gehalten.

6 Bewertungen
 

Poetry Slammerin Ella Anschein hielt am 17. November 2016 vor rund 500 Gästen eine leidenschaftliche Ode an Nordrhein-Westfalen. So lautete der Originaltext ihres Vortrages:

"Sie merken schon, ich versprühe ein wenig Romantik heute Abend. Das liegt an dem Beitrag, der jetzt folgen wird.
Es ist ein Gedicht. Es ist noch mehr als das, denn es ist eine Liebeserklärung.

Ich habe noch gar nichts gesagt.

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so vernarrt in Dich bin.
Ich erzähle es dem Wind und den Leuten, so oft ich mich Deiner entsinn'.
Ich will das nicht groß statuieren, man darf das ja anders empfinden, aber mein Herz würde erfrieren, würdest Du von der Karte verschwinden.

In letzter Zeit habe ich mich oft gefragt, was Du wohl für mich bist. Städte aus Stahl, ein Landtag aus Glas...
Du bist ein ehrliches "Wie geht´s denn so?", mit Lächeln im Gesicht. Und wenn Du atmest,
atmest Du nichts, unnahbares Du, atmest Dich.
Du bist nichts Einfaches, bist viel, scheinst unendlich, ein Teil eines Ganzen, aber darin erkenne ich soviel mehr als "ein Land im Westen der Bundesrepublik" - Zitat Wikipedia.
Du bist was Menschengemachtes, Dein Norden ist grün, in Deiner Mitte sehe ich große Geschichte und im Süden, da bin ich aufgewachsen.

Mein Rheinland, ein Ort, wo mir das Herz aufgeht, wo mich alles beflügelt.
Und es scheint fast gefährlich, weil ich glaub', dass ich nie von Dir müde werde, so sehr ich Dich auch weiter kennen lerne, Deine Ecken und Kanten, Deine Menschen, Deine Wärme.
Ich will Dich weiter sehen, Deine Berge, Deine Seen will ich tief innen erfahren: Mein Nordrhein-Westfalen. 

Du, wie du reicher und reicher wirst, weil da neue Menschen kommen, die Du so wie mich berührst.
Du bist so schön, wenn Du Nächte in Tage verwandelst.
Bist so schön, weil Du Träume wie Blumen behandelst. Du bist beherrscht von einer
Kraft, von der ich hoffe, dass sie bleibt und zu 98,45 Prozent wiege ich mich da auch in Sicherheit. 

Glück auf, du bist Bochum und Münster und Bielefeld, Glück auf. Du bist Heimat für Menschen aus der ganzen Welt!
Glück auf für Duisburg, Köln und für Essen-Werden
Glück auf für Bonn, die Bundeshauptstadt der Herzen.
Glück auf für die Ruhr, die Wupper, den Rhein.
Zuhause wird für mich immer Grün, Weiß und Rot sein.

Ich will Dich weiter sehen, Dein Ruhen und Dein Leben möchte ich tief innen erfahren: Mein Nordrhein-Westfalen.
Mit allem Geld der Welt kann man das Wichtigste nicht kaufen.

Wir in NRW, es ist ein Wir, das wir brauchen. Es sind die leisen Töne. Es ist die stille Rücksichtnahme.
Freiheit nehmen ist nicht schwer, schwerer ist sie zu bewahren, sie zu tragen, als ein Ganzes, nicht nur als was Eigenes.
NRW, in Dir kann wachsen, was sich nicht vermeiden lässt, wenn wir in Frieden leben wollen.
Ich will Frieden, Deinetwegen.
Ziel ist nicht, zu existieren, das Ziel ist es, in Dir zu leben. Der Rahmen ist geschaffen, der Wind stand immer schon perfekt.

Den Rest müssen wir selber schaffen: Gegenseitigen Respekt. Respekt vor dem Leben, vor der Diversität und davor, dass es viele Wahrheiten gibt.
Dass wir immer noch zu lernen haben, davor, dass wir das können.
Aufrichtig sein und Baustellen finden ist schwer, aber wir in NRW, wir werden das schon meistern.
Jeden Tag aufs Neue durch Vertrauen und durch Beispiele.
Auch ich würd' gern ein Beispiel geben. Will Dich in Achtsamkeit erleben und Dich tief innen erfahren: Mein Nordrhein-Westfalen.

Und Mensch, jetzt sind wir heute hier und sind so furchtbar groß geworden.
Du bist 70 Jahre alt und Heimat für 18 Millionen.
Ich bin so furchtbar dankbar, dass ich in Dir wachsen darf und weiß, wie es uns geht in diesem Land ist keine Selbstverständlichkeit.

Ich möchte darum heute keinen Stolz, ich möchte Demut zeigen.
Lasst uns, was wir haben dadurch wahren, dass wir es jetzt teilen.

NRW, Du hast das alles in der Zeit sehr gut gemacht.
Deine Größe liegt darin, dass Du sichere Häfen schaffst.
Wir alle wissen, dass die nächsten Jahre wohl nicht einfach werden.
Lasst uns mutig sein und glauben, dass sich darin Chancen bergen.

Du bist nicht gemütlich; NRW, behalte das so bei.
Bleibe menschlich, bleibe stark, bleib Dir einfach weiter treu.
Ich möcht' Dich weitergeben, will, dass viele Dich noch lieben und Dich tief innen erfahren: Mein Nordrhein-Westfalen.

Mein Freund sagte einst, auf Swisstaler Straßen: Schau einmal her, hier kann man´s ertragen.
Wir haben uns still auf Deinen Feldern gesehen, konnten das Glück erfassen, Deinen Frieden verstehen.

Bevor es Dich gab, ist das lang anders gewesen.
Lasst uns allen die laut sind, genau das entgegnen.
Lasst uns allen, die schreien, in Würde zeigen: Das hier ist ein Geschenk.
Zwar soll nicht alles so bleiben für immer, wie es ist, doch lass' uns neue Wege, stets behutsam und, vor allem, gemeinsam begehen.

In letzter Zeit habe ich mich oft gefragt, was Du wohl für mich bist.
Ein Garant für ein Leben, das selbstbestimmt ist.
Eine Hoffnung darauf, dass wir alle bestehen können, in Frieden, in Freiheit, in Respekt vor allen Stimmen, von allen die hier leben, die hier in Dir wachsen wollen.

NRW, ich weiß jetzt, was soll es bedeuten.
Und wer mich jetzt noch fragt, warum ich Dich lieb', den nehm' ich mit an den Rhein und zeig ihm den Blick auf das Siebengebirge, wenn die Sonne es küsst.

Und das Wasser fließt leise, bis man versteht.

Vielen Dank."

Das Video mit einer Transkription finden Sie ebenfalls in unserer Mediathek.

Weitere

Pressemitteilungen

Weitere

Informationen