Dom, Hermann, Tuffi und Co. zu Gast am Main

28. September 2015

Top-Sehenswürdigkeiten aus Nordrhein-Westfalens zu Gast in Frankfurt am Main

Nordrhein-Westfalen zeigt sich am 3. Oktober 2015 in Frankfurt am Main von seiner besten Seite: Denn mit dem Kölner Dom, Hermann dem Cherusker, der Zeche Zollvererein, den Externsteine, der Wuppertaler Schwebebahn und dem Münsteraner Rathaus kommen die beliebtesten Sehenswürdigkeiten des Landes zum Einheitsfest - natürlich nicht real, aber als eindrucksvolle Großplastiken des Düsseldorfer Künstlers Jacques Tilly.

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Künstler Jacques Tilly bei der Fertigstellung der Großplastik des Kölner Doms

Entworfen und mit viel Liebe zum Detail nachgebaut wurden alle Modelle in der Düsseldorfer Werkstatt von Jacques Tilly. Der Illustrator und Bildhauer leitet dort ein Team selbständiger Künstler, Designer und Bildhauer.

International bekannt wurde Jacques Tilly durch seine Motive für Karnevalswagen, die oft mit bissiger politischer Satire dem Düsseldorfer Rosenmontagszug bundesweite Aufmerksamkeit verschafften – mitunter auch lautstarke Proteste. Aufmerksamkeit werden auch die Nachbildungen der fünf nordrhein-westfälischen Wahrzeichen erzeugen.

Mit ihrer Detailtreue bis hin zu den Nieten am Fördergerüst der Zeche Zollverein. Ein Werk das Tilly-Mitarbeiters Hermann Schmitz, der an der Replik aus Aluminiumblech sogar die Handläufe am Treppengeländer akribisch nachempfunden hat.

Jacques Tilly (l.) mit Holger Gerdes (r.) von der Staatskanzlei NRW

Holger Gerdes vom Veranstaltungsreferat der Staatskanzlei erinnert sich gerne daran, wie Jacques Tilly mit dem Kölner Dom und Hermann dem Cherusker die ersten NRW-Großplastiken in seiner Düsseldorfer Werkstatt nachbaute. "Den Dom als gotischen Superbau hat er super aus Styropor, Glasfaser, Gips und Hartz wiedergegeben."

Seine Assistenten Doris und Alexander Moisa haben das Hermannsdenkmal errichtet.  Lange bevor Jacques Tilly mit seinem Team die ersten Skizzen für die Modelle des nordrhein-westfälischen Weltkulturerbes zeichnete, hatte Holger Gerdes schon den Plan für die NRW-Präsentation zum Tag der Deutschen Einheit 2012 in München im Kopf.

Fertigstellung der Großplastik von Hermann dem Cherusker im Atelier von Jacques Tilly

Genau gesagt schon im Oktober 2011, kurz nach dem Einheitsfest, bei dem Nordrhein-Westfalen Gastgeberland in Bonn war.

Erstmalig zum Einsatz kamen die Nachbauten des Kölner Doms, der Wuppertaler Schwebebahn und der Zeche Zollverein 2012 beim Einheitsfest in München.

Schnell entwickelten sich die Plastiken zu großen Besuchermagneten bei Landesfesten und anderen repräsentativen Anlässen, zu denen die Wahrzeichen ausgestellt wurden. Also entschied die Staatskanzlei im Jahr 2014, zwei weitere Plastiken nachzuordern: Die Externsteine aus dem Teutoburger Wald und das Historische Rathaus Münster.

Mit den Nachbildungen der markantesten Sandstein-Feldformation Nordhrein-Westfalens und eines der berühmtesten und geschichtsträchtigsten Gebäude des Landes wurden zwei weitere Wahrzeichen des Landes im Düsseldorfer Tilly-Atelier nachgebaut. Stattliche 2,20 Meter hoch und 4,0 Meter breit ist die Nachbildung der Externsteine.

Das Modell des Historischen Rathauses Münster ist 2,50 hoch und mit enormer Detailliebe erstellt: So kann man z.B. einzelne Holzlamellen auf der Nachbildung der Eingangstür erkennen, sogar die Säulenreihen des Modells sehen verwittert aus wie das Jahrhunderte alte Originalgebäude.

Die berühmten NRW-Sehenswürdigkeiten sind ab dem 2. Oktober auf der Ländermeile beim Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit 2015 in Frankfurt am Main "zum Anfassen" aufgestellt. Bei der Ländermeile ist Nordrhein-Westfalen mit mehreren Info-Zelten vertreten, in denen sich die Ministerien des Landes NRW und seine Vielfalt in Kultur und Brauchtum präsentieren: Hierzu gehören handgemachte Musik aus den rheinischen Metropolen im Westen und dem westfälischen Osten.

Zudem kann auf der Landesmeile die kulinarische Vielfalt Nordrhein-Westfalens mit der legendären Currywurst aus dem Ruhrpott, deftigen westfälischen Spezialitäten, einer süß-salzigen Münsterländer Kaffeetafel und vielem anderen mehr genossen werden. Selbstverständlich darf hierzu ein frisches Pils aus Herford, ein uriges Düsseldorfer Alt oder ein helles Kölsch fehlen.

Den Kölner Dom und die Zeche Zollverein kennt (fast) jeder. Aber wie steht es mit dem Wissen um die Sehenswürdigkeiten Historisches Rathaus Münster, Externsteine und die Wuppertaler Schwebebahn?

Lesen Sie hier die historischen Hintergründe zu den vier NRW-Sehenswürdigkeiten, die vom Atelier Jacques Tilly als Großplastiken nachgebaut wurden:

Wuppertaler Schwebebahn & Tuffi, der Elefant

Die Schwebebahn ist das weltberühmte Wahrzeichen und wichtigste Nahverkehrsmittel der Stadt Wuppertal. Mit ihr „schweben“ täglich 85.000 Fahrgäste kreuzungsfrei durch die bergische Großstadt.
 
Bereits im Jahr 1900 eingeweiht, nahm die Schwebebahn am 1. März 1901 ihren Betrieb zunächst auf einer Streckenlänge von 4,59 km auf. Heute benötigt sie knapp 35 Minuten für die 20 Bahnhöfe und mittlerweile 13,3 km lange Strecke –10,6 km davon direkt über der Wupper.
 
Technisch wird die Schwebebahn als Einschienenbahn, Unterkategorie Hängebahn, oder auch als Einschienenhängebahn definiert. Die Bezeichnung „Schwebebahn“ dagegen ist technisch nicht korrekt, weil im Gegensatz zu einer Magnetschwebebahn ein ständiger Kontakt zwischen Fahrweg und Fahrzeug besteht.
 
Das Traggerüst besteht aus 468 schräg gestellten Stützenpaaren mit Spannweiten zwischen 21 und 33 Metern, zwischen denen Brücken eingehängt sind.
 
Die derzeitige Fahrzeuggeneration ist seit 1972 im Einsatz. Ab dem Jahr 2015 soll die nächste Fahrzeuggeneration in Betrieb genommen werden.
 
Darüber hinaus steht für Sonderfahrten ein generalüberholter und stilecht restaurierter historischer „Kaiserwagen“ zur Verfügung. In diesem Wagen „schwebten“ am 24. Oktober 1900 Kaiser Wilhelm II. und seine Gemahlin Auguste Viktoria auf einer Probefahrt durch das Tal der Wupper.

Mittlerweile legendär ist die Geschichte über den Zirkuselefanten Tuffi, der 1950 bei einer Schwebebahnfahrt aus der Gondel in die Wupper fiel:

Tuffi war eine 1946 in Indien geborene Elefantenkuh des Zirkus Althoff.
 
Als der Zirkus 1950 in Wuppertal gastierte, kam Direktor Franz Althoff auf die Idee, mit einer Schwebebahnfahrt des Elefanten für sein Gastspiel in Wuppertal zu werben. Nach einigen Schwierigkeiten gelang es ihm tatsächlich, eine behördliche Genehmigung für diese Fahrt zu erhalten.
 
Kurz nach der Abfahrt begann Tuffi jedoch, nervös und wild umhertrompetend durch die Schwebebahn zu laufen.
 
Beim zweiten Versuch durchbrach sie zwischen den Stationen Alter Markt und Adlerbrücke ein Fenster und sprang zehn Meter in die unter ihr fließende Wupper, die an dieser Stelle nur ca. 50 cm tief war. Wie durch ein Wunder blieb der Elefant aber bis auf ein paar Schrammen am Hinterteil unverletzt.
 
Obwohl zahlreiche Journalisten bei der Fahrt dabei waren, gelang es niemandem, ein Foto von der Szene zu schießen. Die rechts gezeigte Abbildung ist eine Fotomontage und das berühmteste Motiv des Unfalls.
 
Zirkusdirektor Althoff und der verantwortliche Leiter der Verkehrsabteilung der Wuppertaler Stadtwerke wurden in einem Gerichtsverfahren wegen „fahrlässiger Transportgefährdung und fahrlässiger Körperverletzung“ zu einer Geldstrafe von 450 D-Mark verurteilt.
 
Nachdem sich der Zirkus Althoff 1968 aufgelöst hatte, wechselte Tuffi zum Cirque Alexis Gruss, wo sie bis zu ihrem Tod 1989 blieb.
 

Historisches Rathaus Münster

Das Mitte des 14. Jahrhunderts erbaute historische Rathaus am Prinzipalmarkt ist neben dem St.-Paulus-Dom eines der Wahrzeichen der Stadt Münster. Mit seinem hohen Giebel sucht es in Deutschland bis heute seinesgleichen.
 
Hier wurde im Jahre 1648 im Friedenssaal der Westfälische Friede geschlossen, der den 30-jährigen Krieg beendete.
 
Somit kann Münster zu Recht als Geburtsort sowohl der modernen Niederlande als auch der Schweiz gelten, da mit dem Frieden von Münster auch der 80-jährige Spanisch-Niederländische Krieg beendet wurde und die Schweizer Kantone die Anerkennung ihrer Ausgliederung aus dem Heiligen Römischen Reich und somit ihre Unabhängigkeit erreichten.
 
Bis zu der weitgehenden Zerstörung des ursprünglichen Bauwerkes im Zweiten Weltkrieg galt es als eines der bedeutendsten Baudenkmäler und einer der schönsten Profanbauten der Gotik.
 
Das charakteristische Bogenhaus wurde in den fünfziger Jahren originalgetreu wieder aufgebaut, der Friedenssaal  Anfang 2003 komplett restauriert.

Externsteine im Teutoburger Wald

Die Externsteine bei Horn-Bad Meinberg im Kreis Lippe sind eine fast 40 Meter hohe Sandsteinformation, die sich vor etwa 70 Millionen Jahren herausbildete.
 
Das charakteristische Aussehen der Felsen, das ein wenig an aufgetürmte Säcke erinnert, schufen erosive Prozesse im Laufe von Jahrmillionen.
 
Während historische Funde klar auf eine bereits frühe Anwesenheit von Menschen (10.000 v. Chr.) in der Region hinweisen, ist die ursprüngliche Nutzung bis heute strittig: Ob die Gesteinsformation als heidnische Kultstätte oder zur Sternbeobachtung genutzt wurde, konnte noch nicht endgültig geklärt werden.
 
Das relativ weiche Gestein eignet sich gut für die Bearbeitung. Aus diesem Grund finden sich heute in den Fels eingearbeitete Treppen, Räume, Inschriften und Skulpturen. In der Mitte des 12. Jahrhunderts entstand das Kreuzabnahme-Relief, das als die älteste in massiven Fels gehauene Großplastik westlich der Alpen gilt. Es zeigt im mittleren Teil das Kreuz, Nikodemus, der Christus vom Kreuz gelöst hat, und Josef von Arimathäa, der den Leichnam aufnimmt.
 
Am Fuße der Gesteinsformation liegen ein im 17. Jahrhundert angelegter Teich und ein von Graf Hermann Adolf zu Lippe-Detmold erbautes Jagdschloss.
 
Die Externsteine sind heute Teil des Naturparks Teutoburger Wald/Eggegebirge – ein Stück Natur, das zum Spazierengehen oder Wandern einlädt.

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