Frühkindliche Betreuung in der Modellkommune Hamm

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15. Februar 2013

Ministerpräsidentin Kraft informiert sich in Hamm über das Landesprojekt „Kein Kind zurücklassen!“

"Hier wurden viele Brücken gebaut"

Hamm, Westfalen. Während draußen trübes Tauwetter herrscht, ist die Stimmung in der Evangelischen Kindertagesstätte „Drei Könige“ auf dem Höhepunkt: Über 30 Mädchen und Jungen im Vorschulalter singen laut und klatschen in die Hände. Gleich kommt Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zu Besuch.

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"Guten Tag, Frau Kraft", ruft ein kleines Mädchen, als sie später die Hand der Ministerpräsidentin schüttelt. Die wiederum ist sichtlich beeindruckt, wie sehr man hier auf ihren Besuch gewartet hat. Der Hammer Westen ist stark von der Industrie geprägt. Jedes dritte Haus in dieser Ecke der westfälischen Großstadt ist ein Gewerbe. Multi-Kulti wird in der Westenheide und in den umliegenden Quartieren groß geschrieben: Der Anteil von Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund ist z.B. in der Siedlung Isenbecker Hof höher als im Hammer Durchschnitt – zum Teil bei 70 Prozent. "Wir sind stolz darauf", sagt Kita-Leiter Marcus Kleinekämper, als er über die gelungene Integration in der Kita erzählt.

Ministerpräsidentin Kraft zu Besuch in der Kindertagesstätte "Drei Könige"

Ein Jahr nach dem Start des Landesprojekts «Kein Kind zurücklassen» ist Hannelore Kraft in den Hammer Westen gekommen, um sich vor Ort zu informieren, wie das Projekt in dieser westfälischen Kommune umgesetzt wird. Neben dem Termin in der Kita „Drei Könige“ stand auch ein Besuch in der nahe gelegenen Hermann-Gmeiner-Grundschule auf dem Programm, die mit der Kita zusammenarbeitet. Dort setzte sich die Ministerpräsidentin direkt in den Unterricht einer 1. Klasse, um sich aus 1. Hand darüber zu informieren, was dort getan wird, damit kein Kind zurückgelassen wird.

Doch worum geht es überhaupt bei „Kein Kind zurücklassen“? Das Landesprojekt „Kein Kind zurücklassen“ bündelt und koordiniert Vorsorgeangebote, um Kinder und ihre Eltern bei Bedarf in verschiedenen Lebenslagen zu unterstützen. In der Stadt Hamm werden Familien und Kinder besonders begleitet, um die Bildungschancen der Kinder zu verbessern. Das beginnt schon bei der Geburt. Da kommen Helfer erstmals ins Haus und sondieren, ob Unterstützung gebraucht wird. Die Projekte setzen vor allem bei den Eltern an. Die Helfer begleiten Eltern zum Sprachkurs in der Moschee, wenn ein Volkshochschulkurs eine zu hohe Hürde ist.

Sozialarbeiter, Bildungsbegleiter oder Erzieher prüfen Stärken und Schwächen der Kinder und suchen nach weiteren Förderangeboten. Das reicht von Hausaufgabenhilfen, Sprachförderung bis zum Sportverein. Da können auch mal die Fußballschuhe von einer Stiftung bezahlt werden, wenn andere Träger so etwas nicht übernehmen. So soll eine Präventionskette entstehen, um die Entwicklung eines Kindes langfristig zu begleiten. Die sozialen Hilfen sollen aber nicht nur jetzt Betroffene entlasten, sondern auch dafür sorgen, dass später keine Reparaturkosten anfallen, die öffentliche Haushalte belasten.

In den Gesprächen mit Stadtspitzen, Bildungsberatern, Kita- und Schulleitern und Eltern erfuhr die Ministerpräsidentin, wie das Projekt in Hamm vorankommt, wo es Erfolg zeigt und wo es hakt. Die NRW-Regierungschefin bekam Antworten, aber auch eindeutige Wünsche für die Zukunft mit auf den Weg.

In der Hermann-Gmeiner-Grundschule ist Leiterin Cornelia Lagoda vom Projekt überzeugt: 70 Prozent der Schüler, die vom speziellen Modell «Start» seit dem Jahr 2010 betreut werden, hätten ihre Sprachfertigkeiten deutlich gesteigert. Zu der Schule kommen unter anderem Kinder aus vier Kitas, denen das «Start»-Projekt hilft.

Oberbürgermeister Hunsteger-Petermann ist ebenfalls ein Verfechter des Projekts: "Wir gehen davon aus, dass die frühkindliche Betreuung sich am Ende von selbst rechnet", sagte er. "Wir versprechen uns davon, dass das Bildungsgefälle abflacht. Wenn das hinhaut, ist das auch ein Vorteil für die Stadt." Allerdings macht sich das Stadtoberhaupt auch Sorgen. Die Fördergelder aus dem Bundesprojekt „Bildungs- und Teilhabepaket“ könne er nur zum Teil abrufen, weil die Bedingungen zu eng gefasst seien. Und er frage sich, was passiert, wenn die Projekte auslaufen. Deshalb wäre eine Verstetigung unbedingt notwendig, bis die eigenen Einsparungen greifen würden.

Ministerpräsidentin Krafts Fazit fiel insgesamt positiv aus. "Wir wollen die Erfahrungen möglichst auf viele Kommunen im Land übertragen", sagte die Regierungschefin. "Hier wurden viele Brücken gebaut. Hamm hat noch viel vor."

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